Zum Abschied unsers theuern Freundes, Mitgliedes und Vereins-Cassirers, des Herrn Buchführer Winkler
Zum Abschied unsers theuern Freundes, Mitgliedes und Vereins-Cassirers, des Herrn Buchführer Winkler. Meißen, am 16. April 1842

Nach der Melodie: Bertrands Abschied. – Leb wohl Du theures Land das mich geboren etc.
Was ist der Mensch, was wird, was kann er werden,
Auf dieser schönen, weiten, runden Welt?
Ist unentbehrlich uns und den Gelehrten,
Als Mitglied und als erster Bücherheld.
Und treu dem Bunde, treu auch den Gefährten
War er im Sturm, wie in der Sonne Schein;
Drum wiel zu früh ruft’s Schicksal dem Verehrten
Aus unserm kaum erstandenen Verein.
Es schlägt die längst geahnte Trennungsstunde
Die uns den Freund vom Herzen reißen soll,
Uns Alle trübte wahrhaft diese Kunde
Uns Alle stimmt das Wort so schwermuthsvoll:
Ade! Ade! – O könnten wir's verbannen;
Ertönt's auch laut, im Herzen klingt’s doch hohl,
Dein feuchter Blick sagt uns: Die ziehst von dannen,
So höre noch die Wünsche für Dein Wohl:
Von unsern Lippen wird und soll mit Freuden
Dein Lob Dir lispelnd bis nach Lübben wehn,
Soll selbst des Freundes Nam’ uns oft entgleiten,
Bis wir Dich einstens wieder bei uns sehn.
Warst Du auch streng, als artiger Tourbirer
Erschienst Du beim Erlaß doch menschlich, mild
Im Amte hier, als unser Cassenführer,
Wardst oft des heilgen Friedens schützend Schild.
So zieh denn hin, von Freunden stets umgeben,
Die treu es meinen, in der Ferne Ruf,
Und nenne Alles Dein im ganzen Leben
Was unsre deutsche Erde Schönes schuf.
So leb denn wohl! zieh hin in Fried und Freuden,
Und über Dir schweb’ stehts das höchste Glück!
So wie wir Dein gedenken nach dem Scheiden,
So denk zuweilen auch an uns zurück.
Siehe auch
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