Zinngießerei Lehmann – Meißen

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Ehemalige Zinngießerei Hugo Lehmann in Meißen.
Blick in eine Zinngießerei um 1568.

Die Zinngießerei Lehmann – Meißen befand sich an der Burgstraße Nr. 27 der Meißner Altstadt.[1]

Geschichte

Die Zinngießerei hatte im Haus Burgstraße Nr. 27 eine lange Tradition. Ursprünglich gab es dort noch um 1900 die Zinngießerei Gebrüder Geelhaar – Meißen. Ab dem Jahre 1910 wurde die Gürtlerei und Zinngießerei von Hugo Lehmann geführt. Auch seine Gattin Louise Lehmann arbeitet mit in der Gürtlerei und Zinngießerei. Im Jahre 1916 hatte Louise Lehmann das Haus in der Burgstraße gekauft und wurde dessen Besitzerin. Ab 1921 ist Hugo Lehman der Hausbesitzer. Am Ende der 1930er Jahre gehört das Haus der „Firma Hugo Lehmanns Erben“.

Der beiden Söhne sind später ebenfalls in der Firma beschäftigt. Der Sohn Arno Lehmann ist in der Firma Gürtlermeister und Kurt Lehmann ist ein Gürtler- und Zinngießer-Meister. Der Meister Kurt Lehmann übernimmt in dieser Zeit das Geschäft an der Burgstraße. Arno Lehmann dagegen führt später ein eigenes Geschäft als Gürtlermeister in der Großenhainer Straße Nr. 7.

Im Jahre 1959 ist Kurt Lehmann bereits 62 Jahre alt. Er arbeitet allerdings auch noch später täglich in der Werkstatt. Rainer Lehmann ist der letzte Inhaber der Zinngießerei. Nun bereits in vierter Generation. Das Geschäft wird im Jahre 2012 in die Leipziger Straße Nr. 22 verlegt.

Bedeutende Arbeiten

In der langen Firmentradition werden nicht nur Gefäße und Gegenstände aller Art aus Zinn gefertigt und repariert. Auch Zinnfiguren werden in der Firma Hugo Lehmann noch immer hergestellt. Eine Hauptaufgabe wird dabei auch die Restauration von alten Zinngeräten aus Sammlungen. Seltene Stücke beispielsweise aus der Dresdner Sammlung im Zwinger, aus dem Märkischen Museum in Berlin und aus dem Stadtmuseum Zwickau kamen in die Werkstatt nach Meißen um restauriert zu werden. In der Werkstatt an der Meißner Burgstraße wird auch ein von Hans Sachs 1561 gestifteter Prunkportal der Nürnberger Schuhmacherinnung restauriert.

Im Jahre 1958 wird Kurt Lehmann vom Österreichischen Bundesdenkmalamt nach Wien berufen, um bei der Rettung der von „Zinnpest“ befallenen Särge in der Wiener Kaisergruft mitzuwirken. K. Lehmann fungiert dort ebenfalls als Gutachter.[2] Aber auch die Kruzifixe auf den Wettiner-Särgen in der Dresdner Hofkirche mussten neu gegossen werden und in der Alten Coswiger Kirche wurde das Taufbecken aufgearbeitet. Zudem kamen Aufträge von Privatleuten aus Deutschland und Europa.

Ein umfangreiches Formen-Archiv

Zu den Schätzen der Werkstatt, gehört ein mehrere tausend Formen umfassendes Archiv, welches bereits sein Urgroßvater angelegt hatte. Im Archiv sind ebenfalls die ca. tausend Formen für Zinnfiguren aus der Vorgängerwerkstatt Zinngießerei Gebrüder Geelhaar - Meißen erhalten geblieben.[3]

Im Jahre 2016 schließt Rainer Lehmann das Geschäft.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 50,.
  2. Helmut Reibig: In der Werkstatt des Zinngießers. In: Meißner Heimat, Heft Dezember 1959, S. 2 bis 4.
  3. Adolf Spamer: „Deutsche Volkskunst – Sachsen“, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar, 1. Auflage 1943, 2. Auflage 1954, S. 46 und 47.