Zinngießerei Gebrüder Geelhaar – Meißen

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Zinnfigur der Firma Geelhaar Meißen.
Die Jubelmedaille von 1843.
Zinnfigur mit Zirkusszene der Fa. Geelhaar Meißen.

Die Zinngießerei Gebrüder Geelhaar - Meißen war eine Zinngießer-Familie mit dem Geschäft in der Burggasse bzw. Burgstraße. Die Firma befand sich in der Altstadt im Haus Burggasse Nr. 108, heute Burgstraße 27.[1]

Geschichte

Die Zinngießer-Familie Geelhaar stammte ursprünglich aus Torgau. Im Jahre 1792 kommt der Zinngießer-Meister Johann Gottlob Geelhaar nach Meißen und kauft das Haus Nr. 108 in der Burggasse (Burgstraße Nr. 27). 1810 übergibt J. G. Geelhaar seine Zinngießer-Werkstatt an seinen Sohn Carl Gottfried Geelhaar, welcher vor der Dresdner Kreislade das Meisterrecht erlangt hatte. C. G. Geelhaar heiratet in Meißen und hat die beiden Söhne Carl Julius Geelhaar und Moritz Oskar Geelhaar.

Zur dreihundertjährigen Jubelfeier der Königlich Sächsischen Landesschule St. Afra zu Meißen im Jahre 1843, gibt es eine besondere Jubiläumsmedaille, welche vom Münzgraveur Carl Reinhard Krüger gefertigt und in Dresden in Gold, Silber und Bronze geprägt wird. Nach dessen Vorbild wird vom Zinngießer-Meister Carl Gottfried Geelhaar eine leicht abgeänderte Medaille aus Zinn in unterschiedlichen Größen gefertigt. Die Zinnmedaille hatte Henkel durch die ein Band gezogen war. Sie wurde damit tragbar und ein Erfolg. Jeder wollte diese "preiswerte" Alternative tragen, besonders die Afraner selbst. Die Medaillen-Inschrift auf der Schriftseite lautet: "St. Afra, gegründet d. 3. Juli 1543 zur 300-jährigen Jubelfeier d. 3. Juli 1843".[2]

Zinnfiguren, Zinngeschirr und Zinnkrüge

Weiterhin werden vor allem Zinnfiguren, Zinngeschirr und Zinnkrüge gefertigt. Meistens handelt es sich dabei um Eigenentwürfe. Die Zinnfiguren der Fa. Geelhaar fesseln auch noch heute die Sammlerwelt. Es werden jedoch nicht nur Soldaten- und Militärszenen in Zinn nachgestellt, sondern auch Zirkus- und Jahrmarktszenen oder auch Volkstänze. Darunter befinden sich ebenfalls die beiden Gestalten aus der einstigen Satire-Zeitschrift „Kladderadatsch“, Schultze und Müller.

Alle Zinnfiguren sind farbig gestaltet. Unter den vielen Militärdarstellungen gehören auch die plastischen, welche aus mehreren Einzelteilen zusammengelötet sind. Es werden Munitions- und Furagewagen sowie Packkaleschen und die dazugehörigen Pferde angefertigt und bemalt. Bei der jahrelangen Fertigung entsteht ein Gießformen-Archiv von über 1000 Zinnfiguren- und Zinnspielzeugformen. Heute gelten die Figuren der Firma Geelhaar als Rarität.

Am 19. März 1864 stirbt Carl Gottfried Geelhaar in Meißen. Seine beiden Söhne Carl Julius Geelhaar und Moritz Oskar Geelhaar führen das Geschäft in der Burgstraße weiter. Sie firmieren nun unter „Gebrüder Geelhaar – Meißen“. Am 14. März 1909 stirbt Carl Julius Geelhaar in Meißen. Sein Bruder Moritz Oskar Geelhaar verstirbt am 15. August 1910 in Saalhausen bei Potschappel (Freital). Der spätere Nachfolger Hugo Lehmann hatte damals noch sein Geschäft als Gürtlermeister in der Meißner Elbgasse 207 heute Elbstraße.

Hugo Lehmann übernimmt im Jahre 1910 zusammen mit seiner Frau Louise Lehmann die Zinngießerei an der Burgstraße. Die vermutlich über 1000 Zinnfiguren- und Zinnspielzeugformen werden mit den Formen für Gebrauchsgeschirr von ihm übernommen. Unzählige Formen kommen später noch hinzu.[3]

Literatur

  • Gustav Flügel: Geschichte der dreihundertjährigen Jubelfeier der Königlich Sächsischen Landesschule St. Afra zu Meißen, Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen, 1844.
  • Adressbücher der Stadt Meißen von 1880 bis 1950.
  • Adolf Spamer: Deutsche Volkskunst – Sachsen, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar, 1. Auflage 1943, 2. Auflage 1954.
  • Helmut Reibig: In der Werkstatt des Zinngießers. In: Meißner Heimat, Heft Dezember 1959.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 50,.
  2. Gustav Flügel: Geschichte der dreihundertjährigen Jubelfeier der Königlich Sächsischen Landesschule St. Afra zu Meißen, Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen, 1844, S. 20, 21 und Tafel Nr. 8.
  3. Adolf Spamer: „Deutsche Volkskunst – Sachsen“, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar, 1. Auflage 1943, 2. Auflage 1954, S. 46 und 47.