Wolfram Hesse


Wolfram Hesse (* 3. Oktober 1932 in Niederau bei Meißen; † 20. Januar 2021 in Dresden) war ein Bildhauer, Kunstmaler, Manufakturist, Porzellankünstler, Modelleur und Medailleur. Er wohnte vorwiegend in Dresden und hatte zeitweise sein Atelier in Niederau bei Meißen. W. Hesse zählt mit zu den Medailleuren der Porzellanmanufaktur Meißen.
Leben und Werk
Im Jahre 1947 begann er eine fünfjährige Ausbildung an der Porzellanmanufaktur Meißen zum Modelleur. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss arbeitet ab 1952 an der Manufaktur im Triebischtal als Modelleur und später auch als Medailleur. Ab 1954 absolviert er bis zum Jahre 1959 ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden mit der Fachrichtung Plastik. Seine Lehrer sind dort die Bildhauer und Maler Hans Steger, Walter Arnold und Gerd Jaeger.
Als Medailleur wird er bereits 1956 bekannt. Er modelliert für die Porzellanmanufaktur eine Gedenkmedaille mit dem Portrait vom Physiker und Nationalpreisträger Prof. Heinrich Georg Barkhausen (1881-1956) in Böttger-Steinzeug. Auf dem Revers das Signet der Technischen Hochschule von Dresden. Die eindrucksvolle Großmedaille wird im Jahre 1961 nochmals nachgeprägt.[1] In dieser Zeit richtet er sich in Niederau ein Atelier ein und ist dann ab 1960 vorwiegend als freischaffender Bildhauer tätig. Ab dem Jahre 1981 arbeitet er ebenfalls für die Sektion Kunst und Architektur an der Technischen Universität Dresden.
Er erhält zahlreiche Aufträge und es entstehen Plastiken zu vorgegebenen Themen für den öffentlichen Raum, aber auch für Betriebe. Zudem nimmt W. Hesse an vielen Einzel- und Gruppenausstellungen teil. Beispielsweise 1977 in Leipzig, 1979, 1980 und 1984 in Dresden und 1989 in Fellbach in Baden-Württemberg. Wolfram Hesse ist bis zum Jahre 1990 ein Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.
Werke als Bildhauer (Auszug)
- Lehrer und Schüler, Skulpturengruppe aus Bronze, 1965. Die Figurengruppe befindet sich auf dem Campus der Technischen Universität Dresden.[2]
- Heiliger Sebastian, Bronze-Skulptur (110 cm Höhe), 1976. Die Skulptur wird im Jahre 1990 von der „SLUB Dresden“ angekauft und befindet sich dort im Besitz.
- Laufvogelgruppe, Bronzeplastik, 1985. Die Bronzeplastik befindet sich heute an der Comeniusstraße in Dresden-Johannstadt.
- Kämpfende Ziegenböcke, Sandsteinplastiken, 1986. Die Plastiken befinden sich heute in Dresden, Altgruna, an der Papstdorfer Straße Nr. 39.
Literatur
- Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961 und Band 1970-1974, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979 und 1988.
- Hesse, Wolfram. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 358.
Einzelnachweise
- ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988, S. 215, 216, 450.
- ↑ Prof. Jürgen Schieferdecker: Altes und Neues auf dem Campus. In. Universitätsjournal – Die Zeitung der Technischen Universität Dresden, Dresden, 03/1998, S. 8.