Das Vorwerk Korbitz stellt einen bedeutenden Bestandteil der historischen Entwicklung des heutigen Meißner Stadtteils dar. Seine Ursprünge reichen bis in das Jahr 1334 zurück, als es erstmals urkundlich als "Corewitz" erwähnt wurde. In der Zeit von 1336 bis 1543 befand sich das Vorwerk Korbitz in burggräflich-klösterlichem Besitz. Ab 1504 gehörte es dem Meißner Augustiner-Chorherrenstift.

Mit der Reformation im Jahr 1543 änderten sich die Besitzverhältnisse grundlegend: Das Vorwerk ging in den Besitz der Familie von Miltitz über, die es bis 1925 bewirtschaftete. In dieser langen Zeit prägte eine intensive Acker- und Viehwirtschaft das wirtschaftliche Profil des Gutes.

Nach dem Ende dieser privaten Bewirtschaftung wurde das Vorwerk ab 1926 als Meißner Stadt- und Schulgut genutzt. In der Zeit von 1956 bis 1963 diente es als Lehr- und Versuchsgut der Meißner Hochschule für landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften und erfüllte damit eine wichtige Funktion in der landwirtschaftlichen Ausbildung.

Ab 1963 wurde das Vorwerk als eigenständiges Volksgut für Tierzucht weitergeführt und in den VEB Tierzucht Dresden eingegliedert. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Rinderzucht. Nach der politischen Wende im Jahr 1990 kam es zu verschiedenen Nachnutzungen, darunter Feldwirtschaft und der Betrieb einer Besamungsstation.

Ein landschaftlich und technisch interessanter Aspekt findet sich in der Umgebung des ehemaligen Vorwerks: Von der Korbitzer Straße zweigt gegenüber dem Gelände ein schmaler Weg ab, der in die sogenannte Ochsendrehschlucht führt. Auf einer Strecke von etwa 500 Metern wird dort ein Höhenunterschied von rund 100 Metern überwunden. Historisch wurde hier mittels eines von Ochsen angetriebenen Göpelwerks Wasser aus dem Triebischtal hinauf zum Vorwerk gepumpt, was die aufwendige Versorgung des Gutes eindrucksvoll veranschaulicht.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 182–183.