Volkmar Bretschneider

Volkmar Bretschneider (* 17. März 1930 in Meißen; † 5. August 2024 ebenda) war ein Porzellanmaler, Manufakturist und Porzellankünstler an der Porzellanmanufaktur Meißen. Besonders durch seine Blumen- und Früchtemalerei wurde V. Bretschneider bekannt. Aufsehen erregten aber auch seine Vasen-Unikate wie das „Einkaufsnetz“, das „Mädchengesicht“ oder „Die Zwiebel“.
Leben und Werk
Bereits mit zehn Jahren wird sein Zeichentalent vom Großvater und vom Onkel entdeckt und gefördert. Im Jahre 1944 tritt V. Bretschneider in die Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meißen ein und 1946 beginnt er dort eine Ausbildung zum Porzellanmaler. Er schließt seine Berufsausbildung mit dem Prädikat „Sehr gut“ ab. Danach arbeitet er an der Porzellanmanufaktur im Triebischtal als Blumenmaler und qualifiziert sich in der Folgezeit als Fruchtmaler. Außerdem qualifizierte er sich zum Portrait- und Vogelmaler.
Ein weiterer Meilenstein in seiner Entwicklung als Maler war auch seine Mitarbeit am großen Wandbild von Max Lingner für Berlin. Das große Porzellanwandbild wird in der Zeit von 1950 und 1953 auf Fliesen aus Meißner Porzellan gemalt. Im Jahre 1954 erzielt er im innerbetrieblichen Wettbewerb zum Thema „Dekor Wasservögel“ den dritten Preis. Bereits 1952 hatte er die Porzellanmalerin E. Binding geheiratet. In der Zeit von 1962 bis 1964 bildet sich V. Bretschneider an der Hochschule für Bildende Künste Dresden im Zeichnen und Malen weiter. Ab dem Jahre 1974 nimmt er noch eine Tätigkeit als Lehrausbilder auf. In dieser Zeit wird er ab 1975 ein Mitglied des „Kollektivs Künstlerische Entwicklung“ an der Porzellanmanufaktur Meißen und ab 1982 ist er auch ein Mitglied im Verband Bildender Künstler in der DDR.
Ab 1977 beginnt er seine eigenständige künstlerische Arbeit vor allem im Bereich von Unikaten. In Hamburg nimmt V. Bretschneider 1979 zusammen mit einer Gruppe von Künstlern an einer Ausstellung teil. Bereits zuvor war er 1976 im Kunstgewerbemuseum Berlin zusammen mit den Künstlerkollegen Ludwig Zepner, Peter Strang, Heinz Werner und Rudi Stolle, an der Ausstellung Meissen heute. Arbeiten des Künstlerkollektivs beteiligt. Bald schon ist Volkmar Bretschneiders Name nicht nur in Fachkreisen durch eine ganze Reihe von Publikationen und Ausstellungen bekannt.[1][2]
Studienreisen
- 1980: Japan
- 1981 bis 1987 jährlich USA
- 1987: Bermudas.
Werke (Auszug)
- Einkaufsnetz, Vase bemalt mit Aufglasurfarben, 1978.
- Wolkenblumen, vier Wandbilder aus Porzellan bemalt mit Lösungs- und Aufglasurfarben, 1987.
- Auflösung eines festen Punktes, Wandplatten bemalt mit Aufglasurfarben, 1987.
- Bouquet“, ein Geschirr-Dekor auf der Form „Großer Ausschnitt“, gemalt mit Aufglasurfarben und Poliergold, 1989.
- Unser täglich Brot, Objekt bemalt mit Aufglasurfarben, 1994.
- Der Tag und die Zeit, Wandbild, dreiteilig, in Zusammenarbeit mit Horst Bretschneider, Objekt bemalt mit Aufglasur- und Lösungsfarben, 1994.
Ausstellungen (Auszug)
- 1979: Hamburg (zusammen mit der Künstlergruppe).
- 1980: Tokio, Yokohama, Kyoto, in Japan. (zusammen mit der Künstlergruppe).
- 1982: Johann Friedrich Böttger zu Ehren – Das Neueste aus Meißen, Albertinum, Dresden.
- 1982: Hamburg (zusammen mit der Künstlergruppe).
- 1982/83: Wien (zusammen mit der Künstlergruppe).
- 1983: Köln (zusammen mit der Künstlergruppe).
- 1987: Womens-Club der UNO, New York.
- 1987: Fellbach Meissen heute - Atelierkunst.
- 1991: Meissener Konturen, Grassimuseum Leipzig (zusammen mit der Künstlergruppe).
- 1991: Meissener Konturen, Museum für zeitgenössische Kunst – Keramion, Ferchen (zusammen mit der Künstlergruppe).
- 2020: Märchenhaftes Meissen - Traumwelten der DDR, Düsseldorf, Hetjes – Deutsches Keramikmuseum.
Ehrungen
- 1975: Staatspreis der DDR als Mitglied des Kollektivs Künstlerische Entwicklung.
- 1986: Theodor-Körner-Preis.
Literatur
- Uwe Beyer (Redaktion): Meissener Wandbilder. In: Meissener Manuskripte – Sonderheft I, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, 1992.
- Bettina Schuster Herbst – Dekorationen auf Meissener Porzellan. In: Meissener Manuskripte – Sonderheft VII, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, 1995.
Einzelnachweise
- ↑ Uwe Beyer (Redaktion): Meissener Wandbilder. In: Meissener Manuskripte – Sonderheft I, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, 1992, S. 16 und 17.
- ↑ Bettina Schuster Herbst – Dekorationen auf Meissener Porzellan. In: Meissener Manuskripte – Sonderheft VII, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, 1995, S. 3 bis 24.