Tonwarenfabrik Tittelbach

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Werbeanzeige der Firma J. Tittelbach von 1887.
Verlege-Beispiel von Julius Tittelbach.
Verlegte Meißner Seifensteinchen in Dresden.

Die Tonwarenfabrik Tittelbach war eine Fabrik der Keramischen Industrie im Triebischtal an der Ossietzkystraße Nr. 38 in der Nähe der Buschmühle.

Geschichte

Im Jahre 1875 gründete Julius Tittelbach im Triebischtal eine Schamottefabrik. Bis um 1885 wurden in der Fabrik vorwiegend Terrakotten sowie Schamotte- und Klinkerwaren hergestellt. Etwa um 1882 begann man dort mit der Produktion von Fußweg-Pflastersteinen, welche auch unter dem Namen „Meißner Moppel- oder Seifensteinchen“ bekannt werden sollten. Es gibt die Steine in unterschiedlichen Größen.[1] Der offizielle Denkmalpflegename für die Steinchen ist heute „Meißner Fußwegsteinchen“.

Die kleinen Pflastersteinchen wurden meistens zur Pflasterung von Fußwegen oder Plätzen eingesetzt. In Meißen sind die Steine, welche ungefähr die Größe eines Stückes Seife haben, noch auf einigen Gehwegen anzutreffen. Farblich treten die Steine dabei meist in dunkel- und hellgrau in Erscheinung. Es gibt sie allerdings auch in den Farben dunkel- oder hellrot. Julius Tittelbach stellte verschiedene Verlege-Möglichkeiten beispielsweise als sogenannten „Probe-Belag“ auf der ersten Deutschen Städte-Ausstellung zu Dresden im Jahre 1903 vor. Die Steinchen wurden später auf einigen Industrie- und Gewerbeausstellungen prämiert.

Die Gehwegsteine aus der Fabrik Tittelbach hat man auch außerhalb von Meißen auf verschiedenen Plätzen in Dresden und in Radebeul sowie im Stadtteil Kötzschenbroda verlegt. Dabei kam es vermutlich umgangssprachlich zur Bezeichnung „Dresdner Seifenstein“, welche allerdings nicht korrekt ist und sich mehr auf den Verlege-Ort bezieht. Hergestellt wurden diese Steine allerdings in Meißen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Firma Tittelbach 1946 enteignet und ging später in den VEB Schamotte- und Klinkerwerke Meißen auf.

Kritik

Leider gehen die Meißner Seifensteinchen heute bei Erdarbeiten im Gehwegbereich verloren oder werden bewusst durch andere Materialien ersetzt.

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax, Beucha 2009, S. 168 bis 169.