Straßennamen
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Die Meißner Straßennamen sind in vielen Fällen bereits im Mittelalter entstanden. Es gibt in der Stadt Meißen jedoch auch Straßennamen, deren Bezeichnung noch bis heute nicht erklärt werden konnte und es dazu nur Vermutungen gibt. Beispielsweise trifft das auf die Karlstraße in Zscheila zu. Es gibt aber auch Straßennamen, die lange Zeit falsch interpretiert worden sind, welches wiederum für die Marktgasse in der Altstadt zutrifft.
Geschichte der Namen
Meistens ergaben sich schon die mittelalterlichen Straßennamen und Bezeichnungen aus der besonderen Eigenart der jeweiligen Straße oder Gasse. Umgangssprachlich hatten sich die Bezeichnungen über Jahre hinweg eingebürgert. Beispielsweise wird der Name Baderberg bereits im Jahre 1628 erwähnt und sollte auf die sich dort befindlichen öffentlichen Badestuben hinweisen. Personennamen für Wege oder Straßen waren einst noch nicht üblich. Die Straßennamen im heutigen Stadtzentrum von Meißen waren erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts vergeben worden. Bisher galten die Bezeichnungen lediglich als nichtamtliche Orientierungshilfen. Aber auch entsprechende Straßenschilder gab es noch nicht. Die Situation änderte sich allerdings mit den ersten Eingemeindungen von Landgemeinden nach Meißen.
Nummerierung der Hausgrundstücke
Bereits ab 1774 bekamen alle Häuser der Stadt eine durchlaufende Nummer zugewiesen. Grund dafür war die zwangsweise Einführung der staatlichen Brandversicherung in Sachsen. Sämtlich Häuser der Stadt bekamen eine sogenannte Brandkataster-Nummer, welche der Hausbesitzer sichtbar an der Fassade anzubringen hatte. Derartige Schilder findet man noch heute an einigen Zugangstüren neben der eigentlichen Hausnummer.
Auch für Zwecke der Steuererhebung und schließlich auch zur besseren Orientierung in der Stadt wurden sämtliche Hausgrundstücke in den Stadtvierteln durchlaufend nummeriert. Erst zwischen August 1891 und Januar 1893 gab es dann die Umstellung auf die heutigen Hausnummern die nach Straßen geordnet sind. Allerdings blieben zunächst auch die Brandkatasternummern weiterhin bestehen. Dabei kam es in dieser Zeit auch schon zu einigen „amtlichen“ Straßenumbenennungen.
Straßennamen
Viele der alten und einst geläufigen Straßennamen sind ab dieser Zeit durch Umbenennungen zum Opfer gefallen. Schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu Umbenennungen, weil man nun bestrebt war, den Straßen und Gassen „zeitgemäße Namen“ zu geben. Die Straßennamen kamen dabei nicht mehr aus dem Volk, sondern sie wurden jetzt von Einzelnen und Interessengruppen angeregt und schließlich mit Ratsbeschluss durchgesetzt. Trotzdem blieben einige Straßenbezeichnungen umgangssprachlich dauerhaft bestehen.
Um 1870 setzte sich auch in Meißen der allgemeine Trend durch die Straßen und Plätze nach verdienstvollen Persönlichkeiten zu benennen. Zudem brachte die Eingemeindung von Cölln nach Meißen im Jahre 1901 vielerorts neue Straßennamen mit sich, um zukünftig Doppelungen auszuschließen. Beispielsweise war davon der Lutherplatz, welchen es bisher in der Meißner Altstadt, aber auch in der einst selbständigen Gemeinde Cölln gab betroffen. Damals hatte man vorsorglich schon am 11. Dezember 1900 den Lutherplatz in der Altstadt an der Frauenkirche, den Namen An der Frauenkirche gegeben. Während des Ersten Weltkrieges gab es meist aus patriotischen Ambitionen vielerorts Benennungen oder Umbenennungen von Straßen und Plätzen. In Meißen war davon beispielsweise die damalige „Moritzburger Straße“ (heute Heinrich-Heine-Straße) betroffen, die man in „Hindenburgstraße“ umbenannt hatte.
Politisch motivierte Straßennamen oder Rückbenennungen gab es dann auch noch später.[1]
Literatur
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 29, 337 und 338.