Straßenbahngeld



Die Stadt Meißen hatte einmal ein besonderes Straßenbahngeld aus Metall oder Meißner Porzellan für die Personen-Straßenbahn.
Geschichte
Zunächst musste der Fahrpreis in den Zahlkasten im Triebwagen geworfen werden. Das sollte der Fahrer allein kontrollieren. Fuhr der Zug mit Beiwagen dann kassierte dort ein Schaffner und der Fahrgast erhielt einen Fahrschein. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde dann vorwiegend Bargeld angenommen und Papierbillets verkauft.
Straßenbahnmarken (19,70 × 19,70 Millimeter) aus Zink und Messing, gab es bereits seit 1899. Verkauft wurden die Fahrmarken in vielen Geschäften der Stadt. Hersteller der Marken war die Firma von Friedrich Oswald Naupert in Roßwein. Auf der Vorderseite befand sich der Schriftzug „MEISSNER STRASSENBAHN“ sowie eine Art Perlrandverzierung. Auf der Rückseite war ein filigran gestaltetes Monogramm aus den Buchstaben „M“ und „S“ (steht für Meissner Straßenbahn) neben dem Perlrand aufgeprägt.
Ab Mai 1921 hatte man ein keramisches Straßenbahngeld, welches zur Benutzung der Meißner Straßenbahn berechtigte, eingeführt. Es wurde allerdings nur aus weißem Biskuitporzellan (30- und 50-Pfennig) akzeptiert. Gestaltet wurden die Porzellanstücke von Emil Paul Börner aus der Porzellan Manufaktur.
Leider war das Straßenbahngeld aus weißem Porzellan nur sehr kurz im Umlauf, denn fast sämtliche Stücke kamen in Sammlerhände. Mit der einsetzenden Hochinflation erübrigte sich das Straßenbahngeld aus Porzellan. [1][2]
Über die genaue Auflagenzahl gibt es keine verlässliche Angaben. Es ist jedoch bekannt, dass das Straßenbahngeld, auch noch später, in Etuis und Tüten verpackt, an Sammler verkauft wurde.
Literatur
- Mario Schatz und Günter Naumann: 100 Jahre öffentlicher Personennahverkehr in Meißen, Meißner Tageblatt Verlags GmbH, 1999.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.