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Stadttheater Meißen.
Das Stadttheater um 1905.
Sitzplan Stadttheater Meißen um 1910.
Fassadengestaltung aus Meißner Porzellan.
Wandbild-Detail.
Das Stadttheater während der Flut 2002.

Das Stadttheater“ befindet sich auf dem Theaterplatz an der Leipziger Straße in der Altstadt. Das Stadttheater wurde erst am 1. Januar 2000 als „Theater Meißen GmbH“ wieder in die Trägerschaft der Stadt Meißen übernommen. Ein eigenes Ensemble gibt es jedoch nicht. Ab dem Jahre 2006 ist noch ein Sommertheater dazugekommen um auch in der Sommerspielpause kulturell etwas zu bieten. Ein Eröffnungskonzert fand dazu am 2. Juli 2007 statt.

Geschichte

Seit der Gründung ist das Stadttheater im Gebäude vom einstigen Gewandhaus untergebracht. Auf dem „Jahrmarkt“, dem späteren Theaterplatz, wurde 1545 das Gewandhaus als städtisches Kaufhaus, vom damaligen Baumeister Ambrosius Anesorge und Ratsbaumeister Ambrosius Ottenbach erbaut.

Das Gewandhaus

Das Gewandhaus wurde zunächst für andere Zwecke verwendet. So wurde es zwischen 1710 und 1757 als „Kornhaus“ für das an das Kreisamt abzuliefernde Getreide genutzt. Das eigentliche Kornhaus am Domplatz, wurde in dieser Zeit von der Porzellanmanufaktur Meißen für eigene Zwecke benutzt. Ab 1757 hat man dann das Gewandhaus auch an Fuhrleute und Handwerker vermietet. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts gab es in einigen Räumen schon die ersten Theateraufführungen. Später nutzte man den gesamten südlichen Teil vom Gewandhaus. Die offizielle Eröffnung vom Stadttheater war am 13. November 1851.

Die Zuckerraffinerie

Am 26. August 1834 gründete Georg Eduard Langelütje eine Filiale des ursprünglich in Hamburg ansässigen Unternehmens „Gebrüder Langelütje GmbH“ im Gewandhaus. Die Zuckerraffinerie war zunächst im nördlichen Teil des Gebäudes untergebracht und verarbeitete dort Rohrzucker. Als die Zuckerfabrik nach Cölln zog, begann Anfang 1873 der Innenausbau. Zunächst sollten die Räumlichkeiten noch an Gewerbekunden vermietet werden, später hat man jedoch das gesamte Gewandhaus für eine Nutzung durch das Stadttheater Meißen umgebaut.

Das Stadttheater

Das Theater hatte zunächst 704 Plätze, davon waren 300 Stehplätze. Am 13. November 1851 wurde zur Eröffnung die Jubelouvertüre von Carl Maria v. Weber und das Lustspiel „Die rothe Schleife“ von Deinhardtstein aufgeführt. Im Jahre 1852 wurde ein Intendant eingesetzt und 1859 bekam das Stadttheater eine Gasbeleuchtung. Ab dem 3. Januar 1859 hatte der Stadtrat das Stadttheater übernommen und später verpachtet. 1865 wird das Theater wieder in die Obhut der Stadt gebracht.

Im Jahre 1900 wurde der Zuschauerraum mit Klappstühlen ausgestattet und ab 1907/11 kam eine elektrische Beleuchtung dazu. In dieser Zeit wird ebenfalls an der Verbesserung der technischen Anlagen und des Brandschutzes gearbeitet. Unter dem Direktorat von Chlodwig Gahsamas (1921-1930) – er hatte gleichzeitig das Wiener Burgtheater und das Stadttheater Meißen geleitet – kam es zu einem bedeutsamen künstlerischen Aufschwung. Ch. Gahsamas war es gelungen ein flexibles, leistungsstarkes Ensembles mit Schauspielern „stärkster Eigenart“ aufzubauen. Es wurden nun auch moderne Schauspiele und zugkräftige Operetten gezeigt. Dem Stadttheater brachte der frische Wind viele Besucher von auswärts ein. Am Ende der Spielzeit 1934/35 ging das Theater in städtische Verwaltung über um eine politikkonforme Programmgestaltung zu gewährleisten. Das Direktorat hatte man in eine Intendanz umgewandelt und den ehemaligen Theaterdirektor Paul Rainer als Intendant verpflichtet. Am 15. Juni1935 wurde Herbert Nerlich zum „Städtischen und ersten Theaterkapellmeister“ berufen. Damit war eine enge Verbindung zwischen Theater und Orchester hergestellt. Am 1. Mai 1936 erklärte man auch das Orchester zur städtischen Einrichtung. Der Kapellmeister und seine Musiker wurde damit städtische Angestellte.

Ab 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte das Stadttheater bereits am 6. Juli 1945 wiedereröffnet werden. Gezeigt wurde zur Eröffnung ein bunter Abend unter dem Motto „Gern gehört, doch lang entbehrt“. In der Zeit vom 8. Juli bis 15. September 1951 erfolgte der Umbau des Zuschauerraumes. Dabei wurden die ehemaligen Logen entfernt, die Bestuhlung wurde bequemer und war nun ohne eine Differenzierung eingerichtet. Anstatt der 380 Sitzplätze gab es nun 412 Sitzplätze. Die Beleuchtung im Zuschauerraum wurde ebenfalls verbessert und modernisiert. Ab jetzt war von jedem Platz eine ungehinderte Sicht auf die Bühne möglich.

In den Jahren 1956/57 kam es erneut zu Bauarbeiten im Theater. Dabei erfolgte auch der Einbau eines sogenannten „Eisernen Vorhangs“ und auf dem Dach baute man Rauchklappen zur besseren Entlüftung des Gebäudes ein. Die Theaterveranstaltungen fanden während der Bauphase ab dem 2. Januar 1956 im Hamburger Hof statt. Mit der Errichtung des modernen Eingangs-Vorbaus waren 1957 die Bauarbeiten im Außenbereich abgeschlossen. In dem Zusammenhang hatte man auch die beiden Wappendarstellungen von der Süd- an die Ostseite versetzt. An der Eingangsfassade wurden 1958 von Herbert Aschmann und Gerhard Schiffner fünf Wandmotive aus Meißner Porzellan angebracht.[1] Mit dem Ende der Spielzeit 1962/63 erfolgte die Auflösung des Meißner-Theater-Ensembles und am 19. Juni 1963 war auch das letzte Konzert des städtischen Orchesters Meißen. Ab September 1963 hat man das Gebäude als „Kreiskulturzentrum mit Theater- und Kulturhausfunktion“ genutzt. Bespielt wurde das Haus nun vielfach durch die Landesbühnen Sachsen (Radebeul).

Nach 1990

Der Kreistag beschloss am 17. Dezember 1990 die Weiterführung des Stadttheaters als „Theater Meißen“. Zunächst wurde ab September 1990 eine Fassaden- und Dachsanierung durchgeführt und ab 1. September 1997 hatte man mit der Sanierung im Gebäude begonnen. Die Wiedereröffnung erfolgte am 27. Februar 1998 mit einem „Tag der offenen Tür“. Am 28. Februar 1998 folgte ein festliches Eröffnungskonzert. Im allgemeinen war bei der Sanierung das Flair der 1950er Jahr erhalten geblieben. Nach weiteren Sanierungsarbeiten, welche nach dem Hochwasser in Meißen im August 2002 dringend notwendig geworden waren, fand am 10. September 2004 statt. Bei einer weiteren Elbe-Hochflut am 4. April 2006 stand das Wasser im Theater-Foyer 30 cm hoch und es fielen erneut Reparaturarbeiten an.[2]

Literatur

  • Uwe Beyer: Wandbilder – Bildwände Künstlerische Gestaltung in Meissener Porzellan. In. Meissener Manuskripte XVII, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, 2003.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Uwe Beyer: Wandbilder – Bildwände Künstlerische Gestaltung in Meissener Porzellan. In. Meissener Manuskripte XVII, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, 2003, S. 46.
  2. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 325 und 327.