Städtisches Gaswerk
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Das Städtische Gaswerk befand sich auf dem Gelände zwischen der Porzellanmanufaktur Meißen und der heutigen Karl-Niesner-Straße im Triebischtal. Die Inbetriebnahme vom Gaswerk und des Gasrohrleitungsnetzes war am 27. September 1858. Das Gaswerk gibt es heute nicht mehr. Es wurde 1969 im Zusammenhang mit dem Anschluss der Stadt an die Ferngasversorgung außer Betrieb genommen.
Geschichte
Auf Anregung des Meißner Apothekers Julius Bidtel (1825-1891) und des damaligen Bürgermeisters Carl Hugo Tzschucke (1809-1879) kam es am 20. Mai 1857 zur Bildung eines „Actienverein für Gasbeleuchtung in Meißen“. Ziel war die Gründung einer Gasanstalt. Es folgte der Ankauf des Baugrundes im Triebischtal für 1.350 Taler und am 4. August 1857 wurde der Grundstein gelegt. Das erste Direktorium bestand aus Julius Bidtel und Hugo Tzschucke. Mit der 1858 erfolgten Inbetriebnahme der Gasanstalt bekam die Stadt Meißen als eine der ersten Städte Deutschlands eine Straßenbeleuchtung mit Gaslaternen. Auch die Fürstenschule erhält somit 1858/59 eine Gasbeleuchtung.
In den Jahren 1861 und 1862 wird das Rohrleitungsnetz auch über die Elbbrücke verlängert und es werden die Gemeinden Vorbrücke, Niederfähre und Cölln angeschlossen. Nach der Brückensprengung im Jahre 1866 wird am 1. September 1867 die Gasrohrleitung über die wiedererrichtete Brücke erneut in Betrieb genommen. Ein dritter Gasometer wird 1876 gebaut. Zwischen 1898 und 1899 erfolgt der Anschluss von Niederspaar, Oberspaar, Zscheila und Bohnitzsch. Zudem baute man 1899 noch einen weiteren Gasbehälter im Gaswerk Triebischtal und 1902 einen 5000-cbm-Gasometer, welcher im Jahre 1918 durch Teleskopierung auf 15.000 cbm gebracht werden konnte.
Im Jahre 1908 schließt man Gasversorgungsverträge mit Zaschendorf, Questenberg und Neudörfchen ab. Es folgen 1909 Verträge mit Lercha, Fischergasse und Niedermeisa. Der Bau vom Verwaltungsgebäude an der heutigen Karl-Niesner-Straße Nr. 1 erfolgt im Jahre 1914. Dieses Bauwerk blieb erhalten. Für die privaten Meißner Haushalte gab es in dieser Zeit Städtische Gasmarken.
Auch das Meißner Gasrohrleitungsnetz wird zwischen 1906/10 bedeutend erweitert und 1927 erfolgte nochmals eine Erweiterung. Mit Inbetriebnahme der Meißner Straßenbahn|Güterstraßenbahn ab dem 20. September 1900 werden die Kohlelieferungen, Kohlewaggons auf Rollböcken, bis zum Gaswerk geliefert. Am 12. Mai 1969 erfolgte die Stilllegung vom Gaswerk. Bereits 1958 gab es schon Einspeisung von Ferngas aus Lauchhammer und später aus dem Verbundnetz.
Das Gelände
Ein großer Teil des ehemaligen Werksgelände wurde in den 1970er Jahren kostenlos an die Porzellanmanufaktur Meißen übereignet. Auf einem Teil des Areals befindet sich heute ein Parkplatz für die Besucher der Porzellanmanufaktur. Der Parkplatz wurde am 3. Juni 2005 freigegeben.[1][2]
Literatur
- Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten, Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, 1993.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha, 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.