Schloss Siebeneichen als Bildungseinrichtung

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Schloss Siebeneichen.

Im Lauf der Geschichte von Meißen wurde das Schloss Siebeneichen als Bildungseinrichtung intensiv genutzt.

Geschichte

Das Renaissance-Bauwerk Schloss Siebeneichen wurde bereits 1543 auf einem Felssporn der linkselbischen Hochfläche durch Ernst von Miltitz auf dem Boden seines Vorwerks Siebeneichen neu erbaut. Das Schloss war der Hauptstammsitz seines Geschlechts mit kurzer Unterbrechung bis 1945.

Geplante Nutzung als Bildungseinrichtung

Die Baronin Monica v. Miltitz hatte um 1930 die Idee eine kulturpolitische Bildungseinrichtung als „Schloss Siebeneichen College, Meißen near Dresden“ auf Schloss Siebeneichen ins Leben zu rufen. Das Ziel dieser Einrichtung sollte sein, die internationale kulturelle Verständigung auf der Grundlage der anthroposophischen Lehre von Rudolf Steiner zu fördern. Zeitgleich sollten junge zahlungskräftige Amerikaner angeregt werden ihre geplanten Sommerkurse auf dem Schloss zu besuchen. Zudem sollte aus dem Gewinn des Unternehmens die hohe Verschuldung vom Rittergut Siebeneichen entgegengetreten werden.

Im Jahre 1931 sollen dazu tatsächlich einige Interessenten auf Schloss Siebeneichen erschienen sein. Jedoch kommt das gesamte Unternehmen vor allem infolge der politischen Entwicklung in Deutschland nicht in Gang und das College-Projekt wurde nicht umgesetzt.

Umgesetzte Bildungseinrichtungen bis 1990

  • ab 1952: Die im Schloss Siebeneichen untergebrachte „Landesvolkshochschule“ untersteht dem Volksbildungsministerium der DDR.
  • 1953: Die Schule wurde in die „Zentrale Schule für kulturelle Aufklärung“ umgebildet und dient der Ausbildung von Kulturfunktionären.
  • 1953-1954: Das Schloss Siebeneichen ist in dieser Zeit auch der Ausbildungsort von Bibliothekaren, welche später in Volksbibliotheken arbeiten.
  • 1953-1956: Es besteht im Schloss Siebeneichen die „Wissenschaftliche und Methodische Abteilung für kulturelle Aufklärung“. Die Abteilung befasst sich mit der Ausarbeitung von populärwissenschaftlichen Fachpublikationen.
  • 1956-1958: „Schule für Klub- und Kulturhausleiter“ (halbjährliche Kurse).
  • 1959-1963: „Schule beim Ministerium für Kultur“. Ab 25. Juni 1959 mit dem Zusatz „Martin Anderson Nexö“. Es gibt dort nun eine Fachschulausbildung für Kulturfunktionäre im Fernstudium.

Nach 1990

  • 1963-1990: Die Schule wurde zur Fachschule für Klubhausleiter „Martin Anderson Nexö“ im Direktstudium umgewandelt.
  • ab 1990: Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 wird die Klubhausleiter-Schule ab dem 11. Dezember 1990 abgewickelt. Bis zum 13. Juli 1991 hatten die Studenten die Schule verlassen.
  • 1991: Am 15. November 1991 war die Eröffnung der „Heimvolkshochschule, Erwachsenenbildung für den ländlichen Raum e.V. Meißen Schloss Siebeneichen“.
  • 1997: Am 31. Juli 1997 wurde die Heimvolkshochschule geschlossen. Die Schule wurde nun zum Sitz der Sächsischen Akademie für Lehrerfortbildung.

Das Schlossgebäude beherbergt heute das Fortbildungs- und Tagungszentrum Meißen im heutigen Landesamt für Schule und Bildung.[1][2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 189, 211.
  2. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 300 bis 304.