Schamotte- & Tonwarenfabrik
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Die Schamotte- & Tonwarenfabrik, eigentlich „Meißner Schamotte- & Tonwarenfabrik G.m.b.H.“ war ein Betrieb der keramischen Industrie in Meißen. Die Fabrik befand sich auf dem Grundstück Ossietzkystraße Nr. 37 im Triebischtal.
Geschichte
Zunächst gab es auf dem Firmen-Areal eine Handstrichziegelei, die 1872 gegründet wurde. Die Firma Otto & Schlosser hatte die Ziegelei ab 1880 gepachtet und 1888 gekauft. Die Firma baute 1885/86 an dieser Stelle eine moderne Dampfziegelei mit Ringofen. Den Lehm baute man in unmittelbarer Nähe ab. Nach einer Sortimentserweiterung wurde die Firma 1890 zur „Meißner Chamotte- und Thonwarenfabrik G.m.b.H. umgestaltet. Im September 1890 stellte man den Antrag zum Bau eines Fabrikgebäudes mit Brennöfen auf dem gegenüberliegenden Grundstück, heute Ossietzkystraße Nr. 37a. Der Bau war im Frühjahr 1892 beendet und man nutzte die Fabrik zur Herstellung von Kanalisationsrohren.
Ab dem Jahr 1907 stellte man dort auch Steinzeug-Fußbodenplatten und Mosaikplatten her. 1929 wurden im Werk – bei hohen Exportanteil – jährlich 150 000 qm Fußbodenplatten gefertigt. Verlegt wurden die Platten auch in Meißen, zum Beispiel im Städtischen Elektrizitätswerk, in der Porzellanmanufaktur Meißen oder im neuen Bahnhof Meißen. Sie kamen aber auch in künstlerischer Ausführung im Dom zum Einsatz. Der Werbespruch der Fabrik war:
Mosaikplatten, Mosaikplatten,
die schönen geriffelten und die glatten,
die roten, die schwarzen, die weißen,
kommt, holt sie Euch alle aus Meißen!
Um 1910 hatte man „Hartgesinterte Füllmasseplatten für Trottoirs und Fußbodenbeläge aller Art, Meißner Grau-Porzellan-Platten und farbige Steinzeugfliesen“ im Angebot. Dazu kamen noch Dichtgesinterte braune und weiße Klinkersteine und Platten sowie Hochfeuerfeste Produkte für die gesamte Industrie. Schamottesteine speziell für Gasanstalten, chemische Fabriken, Eisen- und Stahlwerke, Emaillierwerke, Kokereien, Kalk- und Zementwerke, Porzellanfabriken. Zudem gab es Retorten und Muffeln.
Das Unternehmen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 mit der Tonwarenfabrik Tittelbach zunächst demontiert und enteignet. Danach wurden die Betriebe zusammengelegt und der VEB Schamotte- und Klinkerwerke Meißen gebildet.[1]
Literatur
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax, Beucha 2009, S. 168 und 169.