SOMAG
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Die SOMAG, eigentlich „SOMAG Sächsische Ofen- und Wandplattenwerke Akt.-Ges.“ war eine Fabrik der Meißner Ofen- und Wandfliesen-Industrie an der Fabrikstraße Nr. 50.
Geschichte
Das Unternehmen wurde im Stadtteil Cölln von Ernst Teichert im Jahre 1868 als Ofenfabrik gegründet. Zum 1. Oktober 1872 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und ab 1878 auch Schamottesteine hergestellt. Die 1879 aufgenommene Herstellung von Zierkeramik, erlangte allerdings keine größere Bedeutung, obwohl auch Majolika-Erzeugnisse als Nebenprodukt eingeführt wurden. Ab 1895 wurde das Sortiment noch auf Wandfliesen erweitert. Im Jahre 1905 hatte man die in Konkurs gegangene „Markowskysche Ofenfabrik“ an der Fabrikstraße Nr. 10 erworben und bis 1907 auf die Herstellung von Wandfliesen umgerüstet. Die SOMAG besaß nun damit zwei Standorte in Meißen.
Im Jahre 1913 waren dort etwa 700 Arbeiter und 1939 noch 539 Personen beschäftigt. Um 1920 entwickelte man das sogenannte „SOMAG-Porzellan“, welches dem „Böttger-Steinzeug ähnlich war. Daraus wurden vorwiegend Figuren, Plaketten und andere Ziergegenstände hergestellt.[1] Der künstlerische Leiter der SOMAG Heinrich Thein bekam die Möglichkeit, die zahlreichen Werke seiner plastischen Arbeit in der SOMAG auszuführen und brennen zu lassen. Es ist zu vermuten, dass auf Anregung Theins auch verschiedene andere freischaffende Künstler ihre Arbeiten in der Fabrik ausführen ließen. Die SOMAG unterstützte die Künstler und erhoffte sich dabei eine allgemeine Hebung des künstlerischen Anspruchs in der Wandplatten- und Kachelofenherstellung.
Im Jahre 1944 arbeiteten bei der SOMAG noch 335 Personen. Die SOMAG blieb im Zweiten Weltkrieg ein rechtlich selbstständiges Unternehmen. Es wurden dort noch immer Kachelöfen, Wandplatten und figürliche Plastiken aus rotem Steinzeug hergestellt. Um 1941 gab es in der SOMAG Entwicklungsarbeiten für einen transportablen Kachelofen. Ob dort auch tatsächlich derartige Öfen hergestellt wurden ist jedoch nicht belegt. In der Zeit von August 1944 bis März 1945 wurden für die Kriegsproduktion als Unterauftragsnehmer der „Zigarettenfabrik Greiling KG“ aus Dresden, noch Flugzeugteile angefertigt.
Ab Juni/Juli 1945 wurde die SOMAG demontiert. Beginn der Demontage war am 20.Juni 1945. Am 30. Juni 1946 wurde das Unternehmen per Volksentscheid enteignet. Am 15. Oktober 1948 erfolgte dann die Löschung aus dem Handelsregister von Amts wegen. Später wurde die SOMAG wie auch die Saxonia G.m.b.H. am 1. Januar 1951 mit anderen Fabriken zum VEB Plattenwerke Meißen zusammengeschlossen.[2][3]
Erlebbare Werke
Ein kleines Betätigungsfeld der SOMAG war die Ausstattung von Kirchen mit keramischen Schmuck.
- Ausführung vom Altar für die Johanneskirche in Keramik (Weihe am 24. Oktober 1898). Der Altar war eine Stiftung der SOMAG für die Johanneskirche.[4]
- Ausführung vom Altar für die katholische Kirche St. Benno im Triebischtal. Entwurf vom künstlerischen Leiter der SOMAG Heinrich Thein.
Literatur
- Gerhard Hickmann: Johannes-Gemeinde (früher Parochie Cölln a. d. Elbe), in Meissen und seine Kirchen., Verlag von Arwed Strauch, Leipzig, ohne Jahr.
- Stadtmuseum Meißen/Klara Thomas: Porzellan und andere Produkte der Firmen Teichert in Meißen, in Teichert, SOMAG & SAXONIA vor 135 Jahren wurde die erste Ofenfabrik in Meißen gegründet, Druckerei Thieme, Meißen, 1998.
- Freundeskreis Kunstgewerbemuseum e.V. Schloss Pillnitz (Herausgeber): Teichert-Werke Meißen, Katalog zur Sonderausstellung vom 5. Dezember 2003 bis 4. Januar 2004 in der Albrechtsburg Meißen, 2003, ISBN 3-00-012430-6.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax, Beucha 2009, S. 250.
- ↑ Stadtmuseum Meißen/Klara Thomas: Porzellan und andere Produkte der Firmen Teichert in Meißen, in Teichert, SOMAG & SAXONIA vor 135 Jahren wurde die erste Ofenfabrik in Meißen gegründet, Druckerei Thieme, Meißen, 1998, S. 22 bis 33.
- ↑ Freundeskreis Kunstgewerbemuseum e.V. Schloss Pillnitz (Herausgeber): Teichert-Werke Meißen, Katalog zur Sonderausstellung vom 5. Dezember 2003 bis 4. Januar 2004 in der Albrechtsburg Meißen, 2003, S. 17 und 18.
- ↑ Gerhard Hickmann: Johannes-Gemeinde (früher Parochie Cölln a. d. Elbe), in Meissen und seine Kirchen., Verlag von Arwed Strauch, Leipzig, ohne Jahr, S. 125 bis 128.