Rudolf Teichert
Rudolf Teichert, eigentlich Erhard Rudolf Teichert, (* 8. März 1879 in Meißen; † 8. Juni 1956 in Meißen) war ein Unternehmer und Fabrikbesitzer. Neben dem Meißner Buchhändler Adolf Springer war R. Teichert viele Jahre der Vorsitzende der Sektion Meissen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Rudolf Teichert gehörte zur Familie Ernst Teichert und war nach dem Verkauf der Firma im Jahre 1923 und der Umbildung zur GmbH im Unternehmen als technischer Direktor mit Prokura beschäftigt. Er hatte bereits 1909 seine Großcousine Else Teichert, die Schwester von Ernst Teichert jun. geheiratet. R. Teichert blieb bis zum Volksentscheid zur Überführung aller Teichert-Teilbetriebe in Volkseigentum am 30. Juni 1946 im Amt. Es folgte die Enteignung der vier Teichert-Firmen, welche am 1. Januar 1951 zum VEB Plattenwerk Meißen zusammengefasst wurden.[1]
Das Meissner Haus in den Tuxer Alpen
R. Teichert engagierte sich sehr für den Bau einer Alpenschutzhütte und spendete regelmäßig Gelder. Gemeinsam mit dem Meißner Buchhändler Adolf Springer war Teichert ein wichtiger Mitschöpfer des „Meissner Hauses“ in den Tuxer Alpen. Das dem Patscherkofel nahe gelegene Meissner Haus wurde von der Sektion Meissen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins errichtet.
Einweihung und Ehrungen
Die feierliche Einweihung und Eröffnung fand am 31 Juli 1927 statt. Zur Einweihung waren zahlreiche Mitglieder der Sektion Meissen angereist. Die kirchliche Einsegnung wurde vom Pfarrer der Gemeinde Ellbögen, Bruder Willram vorgenommen. Anwesend waren auch Mitglieder vom Hauptausschuss des Alpenvereins in Innsbruck. In der Festrede richtete der Sektionsleiter Adolf Springer seinen besonderen Dank zunächst an den Besitzer der Vikaralpe Herrn Hans Hörtnagel, welcher den Baugrund der Sektion Meissen zur Verfügung stellte. Nach einer Schilderung der Baugeschichte wurde auch der Baumeister vom „Meissner Haus“ Herrn Menardi gedankt.
Eine besondere Ehrung erhielten die verdienten Männer der Sektion Meissen, Rudolf Teichert, Max Bach (Schifffahrtsvorsteher), Otto Hofmann (Prokurist) und Woldemar Schlichter (Kaufmann). Der erste vollendete Weg vom „Meissner Haus“ zum Patscherkofel (2246 m) bekam den Namen „Rudolf-Teichert-Weg“. Die anderen genannten Männer wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der nach Rudolf Teichert benannte Weg war ebenfalls von ihm angelegt worden.[2][3]
Zur Ausstattung der Schutzhütte gehören auch noch heute zwei große mit Meißner Keramik verkleidete Kachelöfen die mit einer Ofenbank umrahmt sind. Die Ofenkacheln wurden dafür in der Ernst Teichert GmbH hergestellt.[4] Einer der kunstvoll gestalteten Kachelöfen, welcher in der damaligen Gaststube stand, war eine Spende von Rudolf Teichert und wurde dort von ihm selbst gesetzt.[5]
Literatur
- Die Eröffnungsfeier des Meißner Hauses im Vikartal., in Innsbrucker Nachrichten, Nr. 174, 1. August 1927.
- Vereinsregister der Stadt Meißen, Einwohnerbuch der Stadt Meißen und die Vororte Meisatal, Dobritz und Lercha, 1926/27, S. 15.
- Zeitschrift Deutscher Alpen-Verein (DAV), Mitteilungen, 1954, Heft 3.
- Zeitschrift Deutscher Alpen-Verein (DAV), Mitteilungen, 1956, Heft 7.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
- Frank Ringleb: Porzellanmedaillen des Deutschen und Österreichischen-Alpenvereins Sektion Meissen, Eigenverlag, 2021.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax, Beucha, 2009, S. 250 und 251.
- ↑ Die Eröffnungsfeier des Meißner Hauses im Vikartal., in Innsbrucker Nachrichten, Nr. 174, 1. August 1927, S. 7 und 8.
- ↑ Zeitschrift Deutscher Alpen-Verein (DAV), Mitteilungen, 1954, Heft 3, S. 42.
- ↑ Frank Ringleb: Porzellanmedaillen des Deutschen und Österreichischen-Alpenvereins Sektion Meissen, Eigenverlag, 2021, S. 1 bis 10.
- ↑ Zeitschrift Deutscher Alpen-Verein (DAV), Mitteilungen, 1956, Heft 7, S. 120.