Porzellanmanufaktur Meißen um 1924.

Rudolf Rehbeil (* 25. März 1904 in Zittau; † 1. Oktober 1984 in Meißen) war ein Manufakturist, Porzellankünstler, Modelleur und Medailleur. Im Jahre 1918 begann er eine fünfjährige Ausbildung an der Porzellanmanufaktur Meißen zum Modelleur. Er war ein Schüler von Max Esser in der sogenannten Pfeifferzeit. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss arbeitet er ab 1925 an der Porzellanmanufaktur als Modelleur und später auch als Medailleur. R. Rehbeil zählt in der Zeit von 1947 bis 1978 mit zu den entwerfenden und modellierenden Medailleuren der Porzellanmanufaktur Meißen.

Nach 1945

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg ist R. Rehbeil als Modelleur und später auch als Entwerfer an der Meißner Manufaktur tätig. Es entstehen Figuren, wie beispielsweise der „Diskuswerfer“, die in ihrer Gestaltung auffallen und überzeugen. Er modelliert aber auch einzelne Tierfiguren und Tiergruppen.

Der Künstler befasst sich zudem ab 1947 mit der Gestaltung von Porzellanmedaillen und arbeitet als Medailleur. Auftraggeber sind damals das Ministerium für Volksbildung (Lessing-Medaille), das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, die Deutsche Post der DDR oder der FDGB-Feriendienst. Viele weitere Plaketten und Medaillen werden von R. Rehbeil modelliert. Ausgeführt werden die Medaillen in Biskuitporzellan oder in Böttger-Steinzeug. Bis zum Eintritt in den Ruhestand 1978 entwirft der Künstler noch viele weitere Medaillenmotive.[1]

Im Jahre 1978 scheidet Rudolf Rehbeil aus der Porzellanmanufaktur Meißen aus und begibt sich in den wohlverdienten Ruhestand. Rudolf Rehbeil verstarb am 1. Oktober 1984 in Meißen.

Werke (Auszug)

  • Orang-Utan, Figur aus Böttger-Steinzeug, 1939.
  • Diskuswerfer, Porzellanfigur weiß, Entwurf von 1951.
  • Lämmergruppe, Porzellanfigur weiß, um 1953.
  • Bulldogge, Porzellanfigur, 1955.
  • Scotchterrier, Figur aus Böttger-Steinzeug, 1955.

Medailleur

  • Sachsenringrennen 1949, Medaille aus Böttger-Steinzeug.
  • Messeamt Leipzig, Medaille aus Böttger-Steinzeug, 1949.
  • Friedrich Schiller Portrait, Medaille aus Böttger-Steinzeug, 1953.
  • Robert Schumann Ehrung, Medaille aus Böttger-Steinzeug, 1956.
  • Verkehrsmuseum Dresden, Medaille aus Böttgersteinzeug, 1961.

Literatur

  • Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961 und Band 1970-1974, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979 und 1988.

Einzelnachweise

  1. Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961 und Band 1970-1974, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979 und 1988, S. 405 bzw. 459.