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Rudolf Bergander im Atelier 1967.
Schularbeiten, Ölgemälde von R. Bergander von 1962.

Rudolf Bergander (* 22. Mai 1909 in Meißen; † 10. April 1970 in Dresden) war ein Maler, Porzellankünstler und Manufakturist. Zudem war er ein Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Leben und Werk

Rudolf Bergander begann im Jahre 1923 eine Ausbildung zum Porzellanmaler an der Porzellanmanufaktur Meißen. Später arbeitete er dort als Porzellanmaler. Von 1928 bis 1932 studierte er an der Akademie für Bildende Künste Dresden. Er ist dort ein Schüler von Richard Müller und wird Meisterschüler bei Otto Dix. Nach dem Studium arbeitet er vorwiegend als freischaffender Künstler (Kunstmaler) in Meißen.

Im Jahre 1940 nimmt er an der Ausstellung des Dresdner Künstlerbunds „Erste Ausstellung Kriegsjahr 1940“ teil. Ebenfalls ist er auf der Großen Dresdner Kunstausstellung 1943 vertreten. Er stellt auch einige Werke 1940 und 1941 auf der Großen Deutschen Kunstausstellungen in München aus. R. Bergander wird um 1941 zur Wehrmacht eingezogen und dient als Kartenzeichner im Zweiten Weltkrieg. Nach der Kriegsgefangenschaft kehrt er wieder nach Meißen zurück. Laut dem Adressbuch der Stadt Meißen aus dem Jahre 1950 wohnt R. Bergander als Kunstmaler zusammen mit seiner Frau im Wohnhaus Neugasse Nr. 14.[1]

Bereits 1947 wurde er Mitglied der Dresdner Künstlergemeinschaft „Das Ufer“ und ist weiterhin als freischaffender Künstler in Meißen beschäftigt. Auf der 1. Meissner Kunstausstellung 1947 im Stadtmuseum Meißen stellt R. Bergander gleich sechs seiner Ölgemälde aus. Zudem war er Mitglied der Jury und verfasst im Ausstellungskatalog folgendes Vorwort:

“Kunst ist weder eine nur ästhetische noch eine nur moralische Angelegenheit. Das Finden neuer Ausdrucksmöglichkeiten, verbunden mit einer fortschrittlich gesinnten Geisteshaltung, ergibt die Synthese für eine Kunstäußerung, die daseinsberechtigt ist.“

Ab 1949 ist R. Bergander Dozent für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Eine seiner Schülerinnen ist die Künstlerin Jutta Damme. Ab dem Jahr 1950 übernimmt er eine verantwortliche Position im Verband Bildender Künstler.

Zum Professor wird er 1951 berufen. Er unternimmt im selben Jahr eine Studienreise nach Bulgarien. Eine Studienreise nach Italien unternimmt er 1955/56. Rudolf Bergander ist von 1952 bis 1958 und später von 1964/65 Rektor der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seit dem Jahre 1961 war er zudem Mitglied und ständiger Sekretär für bildende Kunst der Deutschen Akademie der Künste.[2][3]

Rudolf Bergander verstirbt am 10. April 1970 in Dresden. Seine letzte Ruhestätte findet er auf dem Heidefriedhof in Dresden.

Werke (Auszug)

  • Sitzende Frau, Kreidezeichnung, 1931.
  • Gudrun, Ölgemälde, 1933.
  • Geschwister Walcha, Ölgemälde, 1936.
  • Blick auf Meißen, Ölgemälde, 1940.
  • Ebereschen, Ölgemälde, 1947.
  • Komposition, Ölgemälde, 1947.
  • Unsere Trümmerfrauen, Ölgemälde, 1955.
  • Hausfriedenskomitee, Ölgemälde, 1959.
  • Schularbeiten, Ölgemälde, 1962.
  • Frühlingstag, Ölgemälde, 1963.

Ehrungen (Auszug)

  • 1956: Nationalpreis der DDR III. Klasse
  • 1962: Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
  • 1964: Banner der Arbeit
  • 1966: Kunstpreis des FDGB
  • 1969: Johannes- R.- Becher-Medaille
  • 1969: Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden
  • 1969: Vaterländischer Verdienstorden in Silber

Ausstellungen (Auszug)

  • 1947: Meißen, 1. Meissner Kunstausstellung
  • 1957: Berlin, Deutsche Akademie der Künste
  • 1959: Dresden, Albertinum (Malerei, Zeichnung, Grafik)
  • 1964: Rostock, Staatliches Museum (Malerei und Grafik)
  • 1969: Dresden, Albertinum (Malerei, Zeichnung, Grafik)
  • 1969: Nationalgalerie Berlin/DDR (Malerei, Zeichnung, Grafik)

R. Bergander hatte ab 1946 zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR sowie im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. Von 1949 bis 1973 nahm er an allen sechs Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden teil und stellte dort seine Werke aus.[4]

Fotohinweis

Die beiden Originalfotos sind unter https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/90034329 und https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/33117055 abrufbar. Urheber Metadaten: Deutsche Fotothek bzw. Urheber Metadaten: Foto Marburg.

Literatur

  • Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947.
  • Adressbuch der Stadt Meißen 1950.
  • Rudolf Bergander: Begegnungen mit Menschen. Verlag der Kunst, Dresden, 1959 (Zwinger-Bücher)
  • Werner Klemke: Rudolf Bergander. Malerei, Zeichnungen, Grafik. Berlin, Deutsche Akademie der Künste, 1969.
  • Rainer Zimmermann: Expressiver Realismus: Malerei der verschollenen Generation. Hirmer, Berlin 1994, ISBN 3-7774-6420-1.
  • Dietmar Eisold (Herausgeber): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9.

Einzelnachweise

  1. Adreßbuch der Stadt Meißen 1950, S. 4 und 48.
  2. Rainer Zimmermann: Expressiver Realismus: Malerei der verschollenen Generation. Hirmer, Berlin 1994, ISBN 3-7774-6420-1, S. 351.
  3. Dietmar Eisold (Herausgeber): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 63 ff.
  4. Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947, S. 1 bis 13.