Rote Stufen.

Die Roten Stufen führen von der oberen Burgstraße an der Leinewebergasse zur Freiheit.

Noch 16. Jahrhundert wurde der Stufenweg zum Afraberg als „der Steig nach St. Afra“ oder auch nur „der Steig“ genannt. Im 17. Jahrhundert bekam er den Namen „Schulsteig“, doch gleichzeitig wurde er auch „am Domberge“ bezeichnet. Stufen gab es um 1750 nur im oberen und steileren Abschnitt, ungefähr ab dem Grundstück Freiheit 4.

Der Stufenweg hatte im Laufe der Zeit noch weitere Namen, welche offenbar aber alle nicht „offiziell“ gewesen sind. Besonders im 18. Jahrhundert ist der Wechsel der Bezeichnungen gut nachvollziehbar. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte man die Stufen unter Verwendung vom rotem Pirnaischen Sandstein erneuert und so kam es 1788 zum Namen „die afranischen Kirch- oder roten Stufen“, 1792 und 1795 nannte man sie „die sogenannten roten Stufen“, 1802 und 1804 verwendete man den Namen „die roten oder afranischen Stufen“.

Erst am 8. Februar 1848 gab es eine amtliche Bestätigung und man hatte den Namen „Rote Stufen“ nun endgültig festgelegt. In der Zeit vom 2. Januar bis 11. Mai 1995 ist der Stufenweg rekonstruiert worden. Die Stufen hatte man dabei neu verlegt und die Podeste bekamen eine Erneuerung.

Das Haus Rote Stufen Nr. 1 wurde im Jahre 1770 erbaut und war von 1872 bis 1882 das Garnisonslazarett für das in Meißen stationierte 2. Jägerbataillon Nr. 13. Von 1882 bis 1919 war dort der Sitz einer Militär-Verwaltungsbehörde und von 1919 bis 1922 Sitz des Versorgungsamtes als zivile Behörde. Ab 1923 wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Ein weiteres historisches Gebäude am Stufenweg ist das Prälatenhaus (Rote Stufen Nr. 3) aus dem 16. Jahrhundert. Das Gebäude wurde einst um 1509/10 für den Meißner Domherren, bischöflichen Offizial, päpstlichen Legaten und kaiserlichen Notar Nicolaus Heynemann erbaut. Das Prälatenhaus gilt heute als ein Zeugnis der Wohnkultur des frühen 16. Jahrhunderts.[1]

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5, S. 285 und 286.