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Eine Porzellanmedaille wird modelliert (Beispielfoto).

Roland Hermann (* 15. Juli 1904 in Meißen) war ein Manufakturist, Porzellankünstler, Modelleur und Medailleur. Im Jahre 1947 begann er eine fünfjährige Ausbildung an der Porzellanmanufaktur Meißen zum Modelleur. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss spezialisierte er sich als Blumenbossierer. Er arbeitet ab 1956 an der Porzellanmanufaktur als Modelleur und später auch als Medailleur. R. Herman zählt in der Zeit von 1956 bis 1974 mit zu den Medailleuren der Porzellanmanufaktur Meißen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1947 begann man in der Porzellanmanufaktur wieder mit der Medaillenherstellung. Die Verluste waren mehr als spürbar und es fehlten oft erfahrene Mitarbeiter. Viele ehemalige Angestellte hatten inzwischen auch in andere Arbeitsstellen gewechselt. Doch auch die einst unzähligen Sammler hatten in den Nachkriegsjahren vielerorts andere Sorgen als sich ihrem Hobby zu widmen.

Roland Hermann modelliert überwiegend Motivvorgaben, die nach konkreten Vorstellungen der Auftraggeber in Biskuitporzellan oder Böttger-Steinzeug umgesetzt werden sollen. Nach dem Entwurf stellte er zunächst ein Modell her, welches meist in Gips radiert wurde. Schriften müssen dabei grundsätzlich negativ radiert sein. Er führte beispielsweise neben der Arbeit als Blumenbossierer auch Porzellanmedaillen-Aufträge für das Ministerium für Verkehrswesen aus. Weitere Aufträge kamen vom damaligen Bezirk Dresden, dem Fernsehen der DDR und dem RFT (Rundfunk- und Fernsehmeldetechnik). Ausgeführt wurden die Medaillen in Biskuitporzellan oder in Böttger-Steinzeug. Bis zum Eintritt in den Ruhestand entwirft und modelliert der Künstler noch weitere Medaillenmotive.[1]

Werke als Medailleur (Auszug)

  • 125 Jahre Eisenbahn in Deutschland, Medaille aus Böttger-Steinzeug, 1960.
  • Schloss Pillnitz, Wasserpalais, Großmedaille zum Aufhängen aus Meißner Porzellan, 1970.
  • Georgentor vom Dresdner Schloss, Großmedaille zum Aufhängen aus Meißner Porzellan und aus Böttger-Steinzeug, 1970.
  • Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit, Porzellanmedaille, 1973, 1974.
  • Fernsehturm Dresden (RFT Rundfunk und Fernsehen), Medaille aus Böttger-Steinzeug, 1974.
  • Kronentor des Dresdner Zwingers mit Langgalerien, Dresdner Stadtwappen, Medaille aus Böttger-Steinzeug, 1974.

Literatur

  • Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961 und Band 1970-1974, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979 und 1988.

Einzelnachweise

  1. Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961 und Band 1970-1974, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979 und 1988, S. 403 bzw. 449.