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Der Neptunbrunnen in Köthen von R. Propf.

Robert Propf (* 9. Dezember 1910 in Köthen/Anhalt; † 3. Februar 1986 ebenda) war ein Bildhauer und Medailleur sowie ein Plaketten- und Porzellankünstler. Er zählt mit zu den Künstlern, welche an der Gestaltung von Porzellanmedaillen der Porzellanmanufaktur Meißen beteiligt waren.[1]

Leben und Werk

Paul Propf wurde 1910 in Köthen in Sachsen-Anhalt geboren. Schon in seiner Kindheit wird sein zeichnerisches Talent erkannt und gefördert. Er besuchte zunächst von 1917 bis 1925 die Knabenmittelschule in Köthen und absolviert danach eine Lehre als Holz- und Steinbildhauer in Dessau.

Anschließend erhält er bei Richard Kieser Bildhauer-Privatunterricht an der Kunstgewerbe- und Handwerksschule Dessau und unternimmt mehrmonatige Studienreisen in das Ausland. Von 1928 bis 1929 absolviert er ein Studium als Holzschnitzer an der Holzschnitzschule in Bad Warmbrunn bei Prof. C. dell Antonio (1876-1971) und wechselt für ein Jahr bis 1931 an die Akademie für Bildende Kunst in Weimar. Dort ist er ein Schüler von Richard Engelmann (1868-1966). Auch in dieser Zeit unternimmt er kurze Studienreisen in die Tschechoslowakei und nach Österreich. Ab 1931 studiert er an der Akademie der Bildenden Künste Dresden und wird 1934 ein Meisterschüler bei Prof. Karl Albiker (1878-1961). In der Zeit des Nationalsozialismus war R. Propf Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste und ist auf mindestens elf Ausstellungen vertreten. Er wird 1939 zur Wehrmacht eingezogen aber wegen einer Verwundung wird er 1940 entlassen. Er lebt in dieser Zeit bis 1944 wieder als freischaffender Künstler in Essen und er gibt dort auch an Schulen Unterricht.

Im Jahre 1944 kehrt er wieder nach Köthen zurück. Ab 1961 unternimmt er Studienreisen nach Griechenland und Ägypten und reist 1962 nach China. Er unterhält nun ein kleines Atelier in Köthen, das er bis zuletzt nutzte. Ab 1982 war er oft durch eine längere Krankheit gehindert zu arbeiten. Sein Gesundheitszustand besserte sich jedoch nicht, auch später konnte er seine Arbeit nicht mehr fortsetzen. Robert Propf verstarb am 3. Februar 1986 in Köthen.

Werke (Auszug)

  • 1939: Die Büste aus Bronze Bergmann des Ruhrgebiets.
  • 1943 und 1948: Neptunbrunnen in Köthen. 1948 teilweise Neuanfertigung wegen Kriegsschäden.
  • 1950: Denkmal für die Opfer des Faschismus, Eisenguss, Altmarkt in Zeitz.
  • 1961: Kreuzweg auf Gipsplatten für die Kirche St. Anna in Köthen.
  • 1965: Die Kletterplastik aus Betonguss Stegosaurier auf einen Innenhof in Köthen.
  • 1971: Bruno Kühn-Stele auf dem Gelände der Pädagogischen Hochschule Dresden. Die Stele wurde 1994 entfernt.
  • Zudem schuf der Künstler noch sakrale Kunst für zahlreiche Kirchen der DDR und er stellte 1947 im Wörlitzer Park das Relief „zum Pferde“ am Wachhaus wieder her.

Medaillen für die Porzellanmanufaktur Meißen

Für die Porzellanmanufaktur Meißen erstellt er 1968 einige Entwürfe für Porzellanmedaillen und Plaketten. Beispielsweise lieferte er 1968 den Entwurf und das Modell zur keramischen Medaille Nationale Forschungs- und Gedenkstätten Weimar aus Böttger-Steinzeug und Biskuitporzellan mit einem Goethe-Portrait.[2]

Ehrungen

  • Er erhielt im Jahre 1936 den Jubiläumspreis der Stadt Dresden.
  • Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1981, S. 412.
  2. ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1981, S. 115, 116 und 404.