Richard Schulze

Richard Schulze (* 13. August 1901 in Meißen; † gefallen, vermutlich 1943) war ein Manufakturist, Porzellankünstler, Modelleur und Medailleur. Von 1915 bis 1922 absolvierte er eine siebenjährige Ausbildung an der Porzellanmanufaktur Meißen zum Modelleur. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss arbeitet er an der Porzellanmanufaktur als Modelleur und später auch als Medailleur. R. Schulze zählt bis 1940 mit zu den Medailleuren der Porzellanmanufaktur Meißen.
Im Jahre 1937 schuf er die Porzellanplastik Heinrich I. zu Pferde, welche große Beachtung in der Fachwelt findet. Zudem entstehen Porzellanmedaillen die er selbst entwirft und auch modelliert. Beispielsweise schuf er 1940 eine Großmedaille in Böttger-Steinzeug mit einem brillanten Portrait von Franz Schubert. Die Medaille ist vom Künstler signiert und wurde 1953 nochmals in einer Auflage von 25 Exemplaren nachgeprägt.
An der Porzellanmanufaktur Meißen ist R. Schulze allerdings meist mit Restaurierungsarbeiten beschädigter Modelle beschäftigt. Er restauriert vorwiegend die kostbaren alten Porzellanplastiken von Johann Joachim Kaendler.[1] Aber auch für Privatkunden ist er als Restaurator von Meißner Porzellan tätig.
Laut Adressbuch der Stadt Meißen von 1939 wird Richard Schulze dort als „Modelleur“ geführt und wohnt in der Nossener Straße Nr. 22. Richard Schulze wird um 1941 von der Deutschen Wehrmacht eingezogen und ist im Zweiten Weltkrieg vermutlich 1943 gefallen.
Literatur
- Adreßbuch Meißen-Stadt, 1939.
- Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988.
Einzelnachweise
- ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988, S. 460.