Ratskeller
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Der Ratskeller ist eine Restauration im Meißner Rathaus direkt am Markt in der Altstadt von Meißen. Bereits im kleineren Vorgänger des heutigen Rathauses soll es schon einen gaststättenähnlichen Betrieb gegeben haben. Nach der Chronik des „Fabricius“ ist das heutige Rathaus 1479 erbaut worden.[1]
Der Ratskeller
Der Ratskeller wird erstmals im Jahre 1475 erwähnt und hatte damals das Recht „fremde Biere“ und „fremde Weine“ auszuschenken. Die fremden Biere kamen beispielsweise aus Torgau, Wurzen oder auch aus Freiberg. Ratsherren, Kirch- und Schuldiener erhielten im Ratskeller, sonntags ihren „freien“ Tischtrunk. Später wurde der Ratskeller an Restaurateure verpachtet.
Im Jahre 1865 wurden die sogenannten „Semmelbänke“ (Brotbänke) im Rathaus aufgegeben. Die freigewordenen Räume gliederte man um 1875 dem Ratskeller an. Es folgte ein Umbau und der Ratskeller bekam seinen heutigen Umfang. Nach dem Umbau und der Neueröffnung vom Ratskeller 1875 zeigten sich bedeutende bauliche Veränderungen. Die ehemaligen Brotbänke hatte man nun ganz der Gaststätte zugeordnet. Es kam dabei zu Veränderungen der Lage der Fenster sowie der Größe des Eingangs. Am Ende der 1920er Jahre gab es einen weiteren umfangreichen Umbau im Ratskeller, welcher im Februar 1928 abgeschlossen ist. Eine weitere Renovierung der Gaststättenräume findet 1962 statt.[2][3]
Die Ratskellerpächter
Im Jahre 1904 war noch Hermann Ludwig der „Ratskellerpächter“. Von 1905 bis 1937 war es der Restaurateur Richard Käubler.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde um 1950 die Gaststätte als „Ratskeller Meißen GmbH“ geführt. Der leitende Gastwirt war Fritz Kretzschmar. Ab dem Jahre 1955 stand der Ratskeller unter der Regie der HO und wurde als HO-Gaststätten-Betrieb bis um 1990 geführt.[4][5]
Ab 2015 firmiert der Ratskeller nun als „Müller Restaurant“ geführt von den Inhabern Anett und Karsten Müller.
Literatur
- Verschiedene Adressbücher der Stadt Meißen.
- Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929 (online).
- Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Weblinks
Homepage „Müller Restaurants“, Inhaber vom Ratskeller.
Einzelnachweise
- ↑ Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, S. 205 bis 207 und 310 (online).
- ↑ Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 36, 122, 134, 184 und 214.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 273 bis 275.
- ↑ Adreß- und Geschäfts-Handbuch der Stadt Meißen und der Vororte Bohnitzsch, Fischergasse, Hintermauer, Korbitz, Lercha, Neudörfchen, Niedermeisa, Obermeisa, Oberspaar, Questenberg und Zscheila, Ausgabe 1904, S. 129.
- ↑ Adreßbuch Meißen, Ausgabe 1950, Häuserbuch, S. 43 und Berufsklassen und Gewerbebetriebe, S. 8.