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Das Rathausgebäude am Markt.
Stadtwappen am Rathaus.
Rathaus noch mit Türmchen um 1903.
Der mittlere Zwerchgiebel heute ohne Turm .
Rathaus in der Vorweihnachtszeit mit Adventskalender.

Das Rathaus befindet sich am Markt Nr. 1 in der Altstadt von Meißen. Das spätgotische Gebäude nimmt dabei fast die gesamte Nordseite des Marktes ein. Trotz seiner Schlichtheit ist es ein monumentales und architektonisch sehr wirkungsvolles Gebäude der Stadt Meißen. Der Eindruck wird noch zusätzlich durch die drei Zwerchhäuser mit ihren blendbogengegliederten gotischen Spitzgiebeln und durch das mit Spitzbibern gedeckte steile Dach verstärkt.

Das spätgotische Portal gehört der Erbauungszeit des Rathauses an. Der Austritt über dem Portal stammt aus dem Neubarock und wurde erst um 1910 angebaut. Ursprünglich waren über dem Eingangsportal das städtische und das kurfürstliche Wappen gemeinsam angebracht. Das heute dort angebrachte Meißner Stadtwappen ziert das Gebäude seit dem 1. August 1865. Geschaffen wurde das Stadtwappen vom Meißner Bildhauer Otto Paul Krondl. Auf dem Wappen wurde leider heraldisch unkorrekt der Turm ohne Turmknopf dargestellt. Eine vom Meißner Kunstschlosser E. Mann angefertigte Sonnenuhr wurde im Oktober 1969 an die Fassade angebracht. Der Entwurf für die Sonnenuhr ist von Herbert Aschmann. Bereits im Jahre 1910 hatte man die alte Sonnenuhr entfernt und bis 1969 nicht wieder ergänzt.

Geschichte

Der Vorläufer des heutigen Rathauses war ein kleineres Bauwerk auf dem Areal des heutigen Hausgrundstücks Markt Nr. 7. Um das Jahr 1471 setzte sich der damalige Bürgermeister Nickel Steinbach dafür ein, dass die Stadt Meißen ein repräsentatives Rathausgebäude als „erstes Haus am Platz" erhalten sollte.[1] Unterstützt wurde er dabei von Ratsherren und wohlhabenden Bürgern, die das Vorhaben durch Spenden und Erfahrung förderten. Für die Planung und den Entwurf des neuen Ratsgebäudes zeichneten die Maurermeister Nickel Grabisch und Jost Meurer als bauausführende Handwerker sowie der bereits erfahrene Baumeister Arnold von Westfalen verantwortlich.[1] Als Baugelände wählte man die damalige Schutzwallfläche mit einem großen Vorplatz, die ursprünglich als Schutzfläche mit Stadtmauer für die Albrechtsburg vorgesehen war.[1]

Nach der Chronik des „Fabricius“ ist das heutige Rathaus 1479 erbaut worden. Mit dem Bau hatte man offenbar schon 1472 begonnen, denn ab 1473 finden sich dafür Ausgaben auf alten Stadtrechnungen. Allerdings war das Rathausgebäude auch 1481 noch nicht fertig. Die Bausummen betrugen bereits damals mehrere hundert Schock und Groschen, später Taler, und wurden aus eigenen Mitteln der Stadtkasse sowie aus Spenden aufgebracht.[1] Das Holz für den Dachstuhl wurde zwischen 1473 und 1479 gefällt. Beim Bau wurde auch ein älteres Grundstück, welches an der Ecke Markt/Burgstraße stand in den Rathausbau mit einbezogen. Sämtliche Bauausführungen hatten damals Meißner Handwerker übernommen.

Das Gebäude

Das Rathaus befindet sich auf einer Grundfläche von 21,5 m x 38 m und ist fast vollständig unterkellert. Das Erdgeschoss umfasste ursprünglich eine große Halle. Im Südwestteil neben dem Eingangsbereich gab es noch zwei weitere Räume. Im Obergeschoss gab es das sogenannte „steinerne Kämmerlein“, welches wohl nur für Archivzwecke genutzt wurde. Der größte Raum diente als Ratssitzungszimmer. Der „große Saal“ ist 19 m breit. Auf der Marktseite ist der große Sall 27,5 m lang und auf der Hofseite sind es 35 m. Im Erdgeschoss waren einst die „Brotbänke“, die „Salzkammer“, die „Ratswaage“, der „Ratskeller“ und die 1699 angeschaffte Feuerspritze untergebracht. Zudem gab es dort noch das sogenannte „Lochgefängnis“ für Untersuchungshäftlinge und die Folterkammer.

Der Ratskeller wird im Jahre 1475 erstmals erwähnt. Der Ratskeller hatte das Recht auch „fremde Biere“ auszuschenken. Die fremden Biere kamen damals beispielsweise aus Torgau, Wurzen oder auch aus Freiberg. Ratsherren, Kirch- und Schuldiener erhielten im Ratskeller, sonntags ihren „freien“ Tischtrunk.

Im großen Ratssaal gab es vor allem Informationsveranstaltungen des Rates wie beispielsweise das Einschwören der Bürger auf die Ortssatzungen und auf die Grundsätze der Steuerveranlagungen. Zudem wurde der Saal für Festlichkeiten des Rates genutzt. Der Rat unterhielt damals eine eigene Küche im Rathaus. Neben dem Eingang vom Rathaus war ein „Halseisen“, der „Pranger“ und an einer Kette eine „eiserne Elle“ sowie zwei flaschenförmige Steine angebracht. Beispielsweise wurden „zänkische Frauen“ mit diesen beiden um den Hals gehängten Steinen zur Schau gestellt.

Das Dach

Das Rathausdach mit dem gesamten Dachstuhl und dem Dachtragwerk war seit der Errichtung des Gebäudes immer wieder größeren Belastungen ausgesetzt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden daher mehrfach umfangreiche Baumaßnahmen und Dacherneuerungen notwendig, die von den Bauräten und Oberlandbaumeistern geplant und von den Stadträten und Bürgermeistern genehmigt wurden.[1]

Im Jahr 1726 erfolgte eine besonders umfangreiche Sanierung des Daches. In deren Zuge wurde eine stabile Dacheindeckung mit Handstrich-Rautenspitz-Biberschwänzen ausgeführt, die sich als belastungssicher erwies.[1] In den folgenden zwei Jahrhunderten wurden wiederum Dachreparaturen vorgenommen, unter anderem durch den Einbau von Schleppgauben, Dachfenstern und Blitzschutzanlagen. Auch im Dach-Innenbereich fanden größere Baumaßnahmen zur Sicherung der Ost- und Westgiebel statt.[1]

Im Jahr 1938 erfolgten erneut Stabilisierungs- und Umbauarbeiten am Dachtragwerk sowie eine komplette neue Dacheindeckung. Die dabei verwendeten Biberschwanzziegel wurden aus Schlesien angeliefert und ersetzten die alte Doppeldacheindeckung mit Handstrich-Rautenspitzbibern, die seit der Sanierung von 1726 das Dach geziert hatte.[1]

Bei einer Bauforschung durch die Denkmalpflege in den 1990er Jahren wurden im Bauschutt Jahrhunderte alte Baumaterialien gefunden, darunter auch Handstrich-Rautenspitzbiber aus der früheren Dacheindeckung.[1]

Veränderungen am Rathaus

Neben den Arbeiten am Dach gab es auch an der Fassade und am Gebäude selbst im Laufe der Jahrhunderte mehrere Veränderungen. Im Jahr 1871 wurden Verschönerungen an den Fassaden durchgeführt.[1] Die ersten größeren baulichen Veränderungen am Gebäudekörper gab es 1875. Im Obergeschoss wurde ein breiter Mittelbalkon angebracht und am mittleren Zwerchhaus hatte man ein Türmchen aufgesetzt. In den Jahren 1910/12 hatte man Balkon und Türmchen wieder entfernt.[2] Im Jahr 1911 erfolgte die Angliederung der Grundstücke Burgstraße 32/33 an das Rathaus, was eine erneute umfassende Dacherneuerung erforderlich machte.[1] In der Zeit 1938/40 gab es neben der bereits beschriebenen Neueindeckung des Daches auch umfangreiche Umbauten im Eingangs- und Treppenbereich.

Ab 1990

Ein Brand im Rathaus am 15. September 1993 war der Anlass für eine durchgreifende Rekonstruktion. Dabei wurde der große Saal wiederhergestellt und auch die ursprüngliche Raumnutzung verändert. Der wiederhergestellte große Saal wurde angepasst und sollte nun wieder für 200 Personen ausgelegt sein. Eine Sanierung des Dachstuhls fand ab September 1996 statt (siehe unten). Abgeschlossen waren die Arbeiten am Dachstuhl im September 1998. Auf der Hofseite wurde ein moderner Treppenturm als Notausgang angefügt. Die Sanierungsarbeiten im Gebäude mussten allerdings wegen fehlender finanzieller Mittel unterbrochen werden. Nach einer Spendenaktion wurden die Arbeiten ab August 2006 wieder aufgenommen.

Im Erdgeschoss hatte man inzwischen ein Trauungs-Zimmer fertiggestellt, welches am 7. Juli 2007 mit einer dort stattfindenden Eheschließung eröffnet wurde. Während der Sanierungsarbeiten ab 2004 wurden die Räumlichkeiten teilweise in andere städtische Gebäude verlegt.

In der Vorweihnachtszeit wird traditionell auch das Rathausgebäude als „Adventskalender“ in den Meißner Weihnachtsmarkt mit einbezogen.

Die Neueindeckung des Rathausdaches 1996–1998

Den Auftrag für die denkmalgerechte Neueindeckung des Rathausdaches erhielt der Meißner Dachdeckermeister Hans-Jürgen Menzel. Er verfasste 2025 einen Bericht über die Sanierung, in dem er die Auftragsvergabe, die Herstellung der Dachziegel und die fachlichen Herausforderungen der Eindeckung schildert:[1]

Bericht über die Sanierung des Rathausdachs 1996-1998 des Meißner Dachdeckermeisters Hans-Jürgen Menzel (September 2025)

Meine persönliche Geschichte zum spätgotischen Rathausdach

Die Stadt Meißen und der Denkmalschutz planten eine neue, komplette Sanierung:

Bestandsschutz-Sanierung Rathaus Meißen: Sicherung Dachstuhl und Neudeckung Rathausdach

Daraus erging eine überregionale Ausschreibung, an der ich mich selbstverständlich beteiligt habe (Angebotsabgabe war 20.05.1996). Für mich war es eine Selbstverständlichkeit und große Herausforderung, für meine Heimatstadt Meißen einen ganz besonderen Dachziegel anzubieten. Da ich wusste, dass die alten Rautenspitzbiber ca. 200 Jahre lang das Rathausdach zierten und das Dach regensicher hielten, war für mich selbstverständlich, dass ich eine in Mörtel gedeckte Handstrich-Rautenspitzbiberdeckung anbiete. Da ich auch zu dieser Zeit in der ELG-Bau Meißen, Niederauer Str. 10, im Aufsichtsrat mitwirkte, war die Möglichkeit schnell gegeben, Dachziegel-Herstellerbetriebe oder Handstrich-Manufakturen zu suchen und ausfindig zu machen. Ich entschied mich für die Märkische Keramische Manufaktur Görzke, Bereich Brandenburg. Durch ein telefonisches Gespräch mit der Betriebsleitung war ein Besuch der Manufaktur unumgänglich. Bei einer dringlichen Fahrt zur Manufaktur nahm ich einen alten Rautenspitzbiber mit, um die Art und Form als Muster vorzustellen. Bei einem fachlichen Gespräch erfuhr die Geschäftsführerin vom Umfang und Inhalt dieser Sanierung des Rathauses in Meißen. Sie war vom spätgotischen Bauwerk und der Größe des Rathausdaches begeistert. Die Geschäftsführerin erklärte mir, dass sie mein Vorhaben, einen Original Handstrich-Rautenspitzbiber herstellen zu lassen, erst mit ihren Facharbeitern und Beschäftigten besprechen müsste. Im Ergebnis war auch die gesamte Belegschaft begeistert und interessiert vom Umfang und der Art des Auftrages. Es mussten natürlich technische Änderungen an der Pressmaschine durchgeführt werden. Auch passende Firstziegel für Hauptdach und Zwerchhäuser mussten neu hergestellt werden.

In einer Manufaktur werden die Dachziegel, Firsten und alle keramischen Dachelemente in einem Ringofen gebrannt. Dabei entstehen durch den Brennvorgang mehrere Brandfarben und Breiten der Dachziegel, die von den Temperaturen abhängig sind. Das war selbstverständlich auch durch mein Vorhaben geplant, mein Angebot denkmalgerecht zu erstellen. Bei einer Dacheindeckung mit Handstrichbiber wird immer darauf geachtet, dass die Dachziegel vermischt verdeckt werden, um den Verband einzuhalten und die Farbunterschiede der Dachziegel denkmalgerecht zu mischen. Somit gehen die Ästhetik und das Anschauungsbild der Dacheindeckung nicht verloren.

Voraussetzung für den Auftrag war, dass ich den alten Rautenspitzbiber vor Ort lassen musste, denn er wurde gebraucht für die Form und Materialbeschaffenheit. Ich wollte ja einen originalgleichen Handstrich-Rautenspitzbiber herstellen lassen. Ich benötigte von der Manufaktur für das Angebot eine kleine Menge Musterbieber auf mein Modell im Hof des Rathauses. Auch das bestätigte mir die Geschäftsführerin. Die Obere Denkmalbehörde verlangte von jedem Anbieter ein Modell mit den Dachziegeln, die angeboten werden. Bei der Muster-Vorstellung, bei der kein Anbieter anwesend sein durfte, war in kürzester Zeit entschieden, wer den Auftrag bekommt. Durch die Begutachtung der oberen Denkmalbehörde, die auch die denkmalpflegerische Aufsicht hatte über Auftragserteilung der Dachneudeckung, bekam ich selbstverständlich die Zusage zum Auftrag. Denn so ein Angebot mit Original-Rautenspitzbibern war auch für die Denkmalbehörde ein noch niemals vorgestelltes Angebot. Das war natürlich für mich der schönste und wichtigste Moment in meiner langjährigen Handwerkerzeit, den Auftrag für das Rathausdach meiner Heimatstadt Meißen zu bekommen.

Als ich am 16.08.1996 den schriftlichen Auftrag erhalten hatte, baute ich mir ein Kehlmodell mit Original Dachneigung 60° und 65°, um dort eine Kehlausführung der Zwerchhäuser mit genau ermittelten Lattenabständen herzustellen, um die Kehleindeckung als Muster für die Denkmalpflege und die Bauleitung anzubieten.

Aufgrund der geplanten umfangreichen Sicherungen am Dachtragwerk und am Dachstuhl des spätgotischen Bauwerks konnten die Baumaßnahmen nur in Teilabschnitten durchgeführt werden. Es mussten zur Sicherung des Bauwerks und für einen reibungslosen Bauablauf Schutzdächer über Teilflächen der Bauabschnitte eingerüstet werden. Ein spezieller Zimmerei-Fachbetrieb war für die Sicherungsarbeiten am Dachtragwerk beauftragt. Wir hatten außer Dachdecker- und Klempnerarbeiten auch noch den Auftrag für den Sparrenausgleich in der Dachfläche und am Dachfirst. Vor dem Abbau der Schutzdächer mussten die fertigen, eingelatteten Dachflächen provisorisch mit Rautenspitzbibern zugehängt werden. Bei der nachfolgenden kompletten Dacheindeckung in Mörtel, wie es hier vom Denkmalamt gefordert wurde, müssen auch besondere Fachregeln und Verlegetechniken, wie z.B. bei Dachflächen, Kehlen, Firste, Anschlüsse, beachtet werden. Die Fachregeln bei der Eindeckung der Kehlen der Zwerchhäuser mit Rautenspitzbibern musste ich mir bei der Verlegung der Kehlziegel eine besondere Befestigung erarbeiten. Aufgrund der Dachneigung, Gewicht und Größe der Dachziegel war nur eine Eindeckung der Kehlziegel mit Nasen auf vorbehandelte Leisten möglich.

Nach Fertigstellung der Anschlussflächen mit Hauptkehlen des Grundstücks Burgstraße 32 konnte dann auch die gesamte Dachfläche des Rathausdaches in Mörteldeckung mit Längsfuge, Querschlag und Stützschlag fachgerecht eingedeckt werden. Danach konnte dann auch die Bauabnahme für das Rathausdach mit Handstrich-Rautenspitzbiber-Deckung vorbereitet und am 08.05.1998 mit der Bauleitung durchgeführt werden. Die Bauabnahme erfolgte selbstverständlich „Ohne Mängel“. Das war natürlich für uns ein ganz besonderer Erfolg und auch Bestätigung für eine fachlich-denkmalsgerechte und eine qualitätsgerechte Handwerksarbeit. Ich habe alle meine fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten eingesetzt, damit unser spätgotisches Rathaus von 1471 in Meißen ein neues Dach bekommt, mit einer Dacheindeckung, die nun wieder das Rathausdach für eine lange Zeit ziert und regensicher hält, sowie auch eine reizvolle Optik durch die Wiederherstellung des Originalzustandes bietet und die so ein einziges Mal europaweit bzw. sogar weltweit zu sehen ist.

Bericht über die Sanierung des Rathausdachs 1996-1998 des Meißner Dachdeckermeisters Hans-Jürgen Menzel (September 2025)

An dem Sanierungsvorhaben des Rathausdaches von Meißen war natürlich auch das Deutsche Dachdecker Handwerk (DDH) stark interessiert, da es sich hier bei der Ausschreibung um neue, Original Handstrich-Rautenspitzbiber handelte. Ein Dachdeckermeister und ein Vertreter von DDH, die sich mehrmals mit mir verabredeten, interessierten sich für den Baufortschritt und die Dacheindeckung. Sie führten mit mir Fachgespräche, um einen entsprechenden Überblick über das neogotische Rathausobjekt Meißen und mein fachliches Vorhaben zur Rautenspitzbiber-Dacheindeckung für einen Fachartikel zu bekommen. Zu meinem Kehlmodell und auch schon von fertigen Dach- und Kehleindeckungen waren sie begeistert. Denn bei dieser denkmalgerechten Dacheindeckung mussten auch bestimmte Fachregeln beachtet werden, die ich natürlich schon im Angebot berücksichtigt hatte und zu 100 % mit hoher Fachkompetenz in der Herstellung der gesamten Dacheindeckung umsetzte. Es ist schon eine Ehre und Anerkennung für unsere schöne Stadt Meißen, dass diese ganz spezielle Baumaßnahme „Bestandsschutz-Sanierung Rathaus und Rathausdach” durch das Deutsche Dachdecker Handwerk mit einem großen Artikel mit Bildband in seiner monatlichen Fachzeitschrift im Juli 2000 für die gesamte Fachwelt veröffentlicht wurde.

Ich glaube, da kann die Stadt Meißen, der Denkmalschutz sowie auch das Deutsche Dachdecker Handwerk stolz und zufrieden sein. Ich habe das gern für meine Heimatstadt Meißen getan. Diese wichtige Geschichte über das neue Rathausdach wäre auch für die nachfolgenden Generationen und den Denkmalschutz aufschlussreich, wenn eine eventuelle Dachsanierung wieder nötig wäre. Es wäre auch ein wichtiger Zeitpunkt, diese erarbeiteten Unterlagen vom neuen Rathausdach in den Archiven der Stadt Meißen zu hinterlegen. Durch meine vorangegangenen Nachforschungen, auch mit Hilfe schriftlicher Unterlagen aus den Archivalien ab 1472, kam ich zu meiner fachlichen Entscheidung, aufgrund der Original Handstrich-Rautenspitzbiber-Dacheindeckung, auch unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, dass ich ohne Bedenken nachträglich für das Rathausdach Meißen eine Gewährleistung von 200 Jahren aussprechen kann:

Ab 05.09.1998 bis 04.09.2198

Mit handwerklichem Gruß

Hans-Jürgen Menzel, Dachdeckermeister

Meißen, den 09.09.2025

Vollständiger Bericht des Dachdeckermeisters Hans-Jürgen Menzel inkl. Zeitschriften-Artikel.

Kritik

Im Rahmen der Sanierung hatte man im Jahre 2007 in der Rathaus-Eingangshalle ein kunsthistorisches Wandbild dauerhaft abgedeckt. Geschaffen wurde das Wandbild 1949 vom Meißner Maler, Grafiker und Zeichner Rudolf Bergander (1909-1970). Anschließend hatte man das Bild im Rathaus angebracht. Das Bild soll die Macht der Arbeiter und Bauern symbolisieren, welche von der Arbeiterklasse im Bündnis mit der Intelligenz geführt wurde. Das Wandbild ist dabei eine farbintensive Darstellung von mehreren Personen in verschiedenen Szenarien. Es gibt dabei beispielsweise eine Szene von der Arbeit auf dem Feld und es ist ein runder Tisch zu sehen, an dem debattiert wird. Ein direkter Bezug zur Stadt Meißen soll jedoch nicht bestehen. Obwohl das Bild aktuell nicht erlebbar ist, soll das Wandbild nach Auskunft vom Presseamt der Stadt Meißen 2018 und vom Stadtarchitekten Georg Krause, jederzeit aus der Einhausung mit Anstand wieder hervorholbar sein.[3]

R. Bergander war ein Schüler von Otto Dix und Vertreter des sozialistischen Realismus. Er war seit 1951 Professor und später Rektor an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.[4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 Bericht des Dachdeckermeisters Hans-Jürgen Menzel, basierend auf Unterlagen aus dem Stadtarchiv Meißen, September 2025.
  2. Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, S. 196, 312, 337, 342 bis 345, 347, 365, 463, 497, 628, 637 und 676 (online).
  3. Rätsel um DDR-Bild im Rathaus. In. Sächsische Zeitung, vom 5. Juli 2018.
  4. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 273 bis 275.

Zum Thema Rathaus gibt es wegen seiner überregionalen Bedeutung auch einen Artikel bei Wikipedia: Rathaus Meißen.