Rädschdobb
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Der sogenannte Rädschdobb ist ein unglasiertes oder auch glasiertes becherartiges Gefäß aus weißem Biskuitporzellan oder aus braunem Böttger-Steinzeug mit Deckel und Henkel. Es gibt den „Rädschdobb“ weiß oder auch in Unterglasurmalerei farbig bemalt. Farbig dekoriert ist dabei das Gesicht. Zudem sind um den Krug herum zahlreiche braune Rettiche mit Laub gemalt. Der Name ist eigentlich von den Wörtern „Rettich“ und „Topf“ abgeleitet. In der sächsischem Mundart wird dann daraus der „Rädschdobb“.
Derartige Becher wurden besonders in der DDR – vorwiegend illegal – von Manufakturisten der Porzellanmanufaktur Meißen für den Eigenbedarf hergestellt und waren äußerst beliebt.
Der „Rädschdobb“ hat eine Höhe von ca. 16,5 cm, er hat einen Durchmesse von ca. 11 cm und ist an der Unterseite mit den gekreuzten Kurschwertern versehen.
Der „Rädschdobb“ dient vielfach als Bierkrug oder als Aufbewahrungsgefäß für Stifte, Federhalter und Kugelschreiber auf dem Schreibtisch sowie zur Aufbewahrung von hölzernen Küchenhelfern wie Kochlöffel, Pfannenwender und Spaghettikelle. Die „Rädschdobb-Form“ ähnelt dabei einem verschmitzt lächelnden Männergesicht.
Nach Berichten ehemaliger Manufakturisten soll die Idee zum „Rädschdobb“ am Stammtisch einer Meißner Gaststätte geboren worden sein. Vorbild dafür war vermutlich ein Foto vom Meißner Brauer „Hugo Vetter“, welcher um 1860 in Meißen geboren wurde und später am Neumarkt Nr. 30 wohnte.[1] Ein Modelleur der Manufaktur formte daraufhin nach den Gesichtszügen von H. Vetter das Gefäß.[2] Wie der Topf dann zum Namen „Rädschdobb“ kam ist bislang ungeklärt.
Literatur
- Adreß- und Geschäfts- Handbuch der Stadt Meißen und Vororte, 1902.
- Martina Fischer: Meissener Porzellane in Meißner Wohnstuben, in Manufakturisten als Bürger der Stadt Meißen, Schriftenreihe des Stadtmuseums Meißen, Heft 7, 2011.