Quellwasser holen
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Das sogenannte Quellwasser holen wurde besonders im Stadtteil Triebischtal von der Bevölkerung noch bis in die 1970er Jahre hinein, an den Wochenenden betrieben. Meist hatte man den kleinen Ausflug zu den Quellen im Goldgrund oder im Stadtwald mit dem damals noch obligatorischen Sonntags-Spaziergang verbunden. Dabei zogen dann ganze Menschengruppen mit Kanne und Plastik-Eimer durch das Triebischtal zum Stadtwald oder in den Goldgrund.
Die Freizeitbeschäftigung „Quellwasser holen“ hatte damals noch sehr viele Liebhaber und gerade an den Wochenenden zogen die Familien zu den Quellen am Rande der Stadt. Dort wurden die Gefäße an den Quellmündungen gefüllt und danach machte man sich wieder auf den Rückweg. Das Quellwasser wurde später am heimischen Herd vorwiegend zum Kaffeekochen verwendet. Auch das „Osterwasser holen“ war verbreitet und hatte eine besondere Familientradition.
Kaffeekochen mit Quellwasser
Die Kaffeegenießer lobten dabei den besonders intensiven Geschmack des Kaffees, welcher mit frischen Quellwasser zubereitet worden war. Dazu muss man wissen, dass in dieser Zeit der Kaffee nicht von einer Maschine zubereitet wurde. Das Kaffeegetränk wurde damals noch „eigenhändig gebrüht“. Das frische Quellwasser wurde dazu erhitzt und portionsweise mit einer Kelle über das frisch gemahlene Kaffeepulver gegossen. Ein spezielles Filterpapier ließ dabei nur den Kaffeeaufguss langsam hindurch. Man kann diese Art der Kaffeezubereitung berechtigt als „Zeremonie“ bezeichnen, da diese Art der Zubereitung einige Zeit in Anspruch nimmt.
Die Quellen
Ein bevorzugte Ort zum „Quellwasser holen“ war die Quelle im Goldgrund oder die Quelle hinter dem „Blockhaus“ im Stadtwald, unterhalb der Hohen Eifer. An den Osterfeiertagen oder den Wochenenden in den Sommermonaten kam es an den Quellen nicht selten zur sogenannten „Schlangenbildung“. Die Wartezeiten wurden jedoch gern in Kauf genommen. Ab den 1980er Jahren gab es dann immer weniger Leute, welche sich zum „Quellwasser holen“ auf den Weg machten.