Glockenspiel mit sechs Glocken im Krematorium Meißen

Ein Porzellanglockenspiel ist ein keramisches Musikinstrument mit mindestens sechs Porzellanglocken. In der Stadt Meißen sind aktuell zwei Porzellanglockenspiele und einige Geläute mit Porzellanglocken aus der Porzellanmanufaktur Meißen erlebbar. Anders als bei Glockenspielen aus Metall (Carillon) haben Porzellanglocken keinen Klöppel. Sie werden überwiegend von außen angeschlagen. Zudem sind die Porzellanglocken starr aufgehängt und schwingen beim Spiel nicht aus. Glocken sowie Glockenspiele aus Porzellan werden in der Porzellan-Manufaktur-Meissen seit 1929 hergestellt. Es gibt derartige Glockenspiele aus Meißen in Deutschland, Europa und Asien. Am 1. Juni 1929 erklang erstmals ein abgestimmtes Glockenspiel gegen 12 Uhr an der Meißner Frauenkirche.[1]

Im 18. Jahrhundert waren solche Spiele klangtechnisch noch mangelhaft und deren Herstellung wurde daher nicht weiterverfolgt. Nach Weiterentwicklungen des Modelleurs Emil Paul Börner, Max Hermann Dietze und Ernst Fritz Gottschling konnten ab 1929 die Glocken gestimmt werden. Jede Glocke trägt innen das Signet der Manufaktur nebst Bezeichnung der jeweiligen Tonhöhe. Die blauen gekreuzten Kurschwerter der Epochen können dabei innen oder auch außen angebracht sein.[2]

Bisher gelang es nur der Manufaktur Meißen derartige stimmbare Glockenspiele zu fertigen. Zwar gab es auch von anderen keramischen Fabriken entsprechende Versuche, doch waren deren Ergebnisse nicht befriedigend.[3]

Standorte:

Literatur

  • Emil Paul Börner: Meißner Glockenspiele, in Bilder aus Sachsen. Verlag Truhe, F. Pfeifer, Meißen 1935.
  • Staatliche Porzellanmanufaktur Meißen: Meißner Porzellanglocken, Prospekt um 1938.
  • Helmut Dämmig: Meißner Porzellanglockenspiele, Meißen–Information, 1987.
  • Annelene Raasch: Glockenspiele aus Meissener Porzellan, Verlag Hauschild, Bremen 1994, ISBN: 3-929 902-08-7.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 263 und 264.
  2. Helmut Dämmig: Meißner Porzellanglockenspiele, Meißen-Information, 1987, S. 9 bis 14.
  3. Annelene Raasch: Glockenspiele aus Meissener Porzellan, Verlag Hauschild, Bremen 1994, S. 73, ISBN: 3-929 902-08-7.