Portal:Persönlichkeiten

Über 200 Biografien sind im Stadtwiki versammelt. Der größte Teil davon hängt an der Porzellanmanufaktur: Modellmeister, Bossierer, Porzellanmaler und Medailleure. Dazu kommen Stadtoberhäupter, Ärzte, Unternehmer und ein paar Menschen, die einfach zu Meißen gehören. Dieses Portal ordnet sie nach Wirkungsfeldern.

Herrscher und Kirchenfürsten

Am Anfang steht Heinrich I., der in Meißen an der Elbe einen Stützpunkt errichtete, aus dem die Burg wurde. Moritz von Sachsen war Landesherr, Reformer und Stifter der Landesschule St. Afra. Das Reiterdenkmal für Albrecht den Beherzten erinnerte an die Zeit der Wettiner. Wichtigster Kirchenfürst der Stadt ist Benno (Bischof von Meißen), der von 1066 bis 1106 den Meißner Bischofsstuhl innehatte.

Stadtoberhäupter, Räte und Ehrenbürger

Carl Hugo Tzschucke war Jurist und Bürgermeister und stieß 1841 die Freiwillige Feuerwehr sowie 1846 den Turnverein an. Karl Richard Hirschberg war Jurist, Reichstagsabgeordneter und Bürgermeister, Albin Max Ay Jurist und Oberbürgermeister. Erster Oberbürgermeister nach 1945 war der Lehrer und Widerstandskämpfer Albert Mücke. Von 2004 bis 2025 leitete Olaf Raschke die Stadt. Als ehrenamtliche Ratsmitglieder wirkten Carl Gustav Adolf Hofmann, Carl Robert Kurtz, Eduard Leschner, Ernst Justus Burckhardt, Karl Friedrich Henke, Gustav Moritz Hallbauer und Wilhelm Gustav Graf. Die vollständige Liste der Geehrten führt Ehrenbürger der Stadt Meißen.

Porzellan und Keramik

Die Manufaktur prägt die Meißner Biografien wie kein zweiter Betrieb. Johann Friedrich Böttger (1682 bis 1719) war Alchimist und Chemiker und gilt als Miterfinder des europäischen Porzellans. Johann Joachim Kaendler war Bildhauer und Porzellanmodelleur, Johann Gregorius Höroldt Kunst- und Porzellanmaler. Ihnen folgten Michel Victor Acier, Christian Gottfried Jüchtzer, Johann Carl Schönheit, Philipp Ernst Schindler, Johann Gottlob Matthäi, Ernst August Leuteritz, Johann Samuel Arnhold und Karl Samuel Scheinert. Um 1900 stehen Erich Hösel, Konrad Hentschel, Johannes Rudolf Hentschel, Otto Eduard Gottfried Voigt, Paul Walther, Max Alexander Wilhelm Esser und Max Bochmann, in der Zwischenkriegszeit Emil Paul Börner, Paul Scheurich und Friedrich Wilhelm Hörnlein. Aus der DDR-Zeit und danach stammen Ludwig Zepner, Heinz Werner, Peter Strang, Rudolf Bergander, Jutta Damme, Volkmar Bretschneider und Wolfram Hesse. Kaufmännisch und technisch geleitet wurde der Betrieb von Heinrich Gottlob Kühn, Gustav Ludwig Crasso, Christian Gottlob Steuer und Max Adolf Pfeiffer. Die Berufsbilder erklären Manufakturisten, Porzellankünstler und Arkanisten; eine Meißner Erfindung geht auf Gottfried Heinrich Melzer zurück.

Malerei und Grafik

Der bekannteste Meißner Maler ist Georg Friedrich Kersting, Künstler der Romantik und des Biedermeier; sein Wohnhaus am Domplatz ist als Kerstinghaus erhalten. In Meißen prägend wirkte Ludwig Richter, zu dessen Schülern Julius Steglich, Ludwig Haach und Karl Gustav Jährig gehörten. Weitere Maler und Grafiker sind Heinrich Crola, Rudolf Julius Benno Hübner, Viktor Paul Mohn, Bernhard Mannfeld, Bernhard Schröter, Anton Dietrich, Johann Friedrich Matthäi, Ernst Sigismund Kirchbach, Emil Otto Grundmann, Hugo Oehmichen, Johann Gottfried Pulian, Gottlieb Wilhelm Hüllmann, Carl Heinrich Jakob Fehling, Alfred Gelbhaar, Otto Walcha, Gerhard Schiffner, Many Jost und Martin Wiegand.

Bildhauerei und Medaillenkunst

Aus Meißen stammen die Bildhauer Friedrich August Wittig, Ernst Gottlob Matthäi, Max Dittert, Georg Türke, Carl Seffner, Sascha Schneider, Gerhard Wilhelm Albert Marcks und Friedrich Press. Eine eigene Gruppe bilden die Medailleure, die für die Manufaktur Porzellanmedaillen entwarfen: Alexander Struck, Ernst Weiss, Franz Beyer, Gottfried Kohl, Herbert Zschoke, Robert Propf, Werner Scheffel, Werner Wieland, Wilfried Fitzenreiter, Paul Häusler, Heinz Melzer und Joachim Heinze. Ernst Barlach arbeitete als Porzellankünstler für Meißen, lebte aber nicht in der Stadt.

Fotografie

Als Fotografen sind Bernhard Schröter, der auch Kunst- und Landschaftsmaler war, und der Oberlehrer und Autor Emil Zöllner dokumentiert. Die gewerblichen Ateliers behandelt das Portal Medien & Literatur.

Musik, Bühne und Literatur

Peter Schreier (1935 bis 2019) war Kammersänger und Dirigent und wurde 1996 Ehrenbürger der Stadt. Der Xylophonvirtuose Bernd Warkus lebte in Meißen, der Zauberkünstler Georg Falk betrieb hier sein Geschäft, und die Kraftakrobaten Ewald Redam und Fritz Illgen-Concha gründeten 1930 gemeinsam eine Nummer. Geschrieben haben über Meißen der Heimatdichter Benno Zeidler, der Lehrer und Romanautor Max Großmann und der Ortschronist Gerhard Steinecke.

Medizin, Wissenschaft und Heimatforschung

Christian Friedrich Samuel Hahnemann, 1755 in Meißen geboren, begründete die Homöopathie; sein Vater Christian Gottfried Hahnemann war Porzellanmaler, und über das genaue Geburtsdatum gibt es Streit, wie Geburtstag von Ch. F. S. Hahnemann zeigt. Als Mediziner und Autor wirkte Carl Heinrich Meding, als Kunsthistoriker Hans-Joachim Mrusek. Die Stadtgeschichte erforschten Karl Wilhelm Loose, Helmuth Gröger, Helmut Reibig, Ernst Otto Horn und Günter Naumann. Sozial engagierten sich der Pfarrer Eduard Hermann Kruspe, Gründer des Meißner Bauvereins, und der Sparkassenreformer Johann Christian Eberle.

Unternehmer und Handwerker

Die Ofen- und Fliesenindustrie geht auf die Brüder Carl Teichert und Ernst Teichert zurück, fortgeführt von Christian Teichert und Rudolf Teichert. Im Weinhandel wirkten Otto Horn, Henriette Emma Horn und Ernst Otto Horn, in der Senf- und Essigfabrikation Wilhelm Emil Naumann. Weitere Unternehmer sind der Zuckerwarenhersteller Georg Eduard Langelütje, der Textilfabrikant Max Beilich, der Goldschmied Wilhelm Schwarz, der Graveur Emil Grille und der Architekt William Becker. Nicht zu verwechseln mit den Industriellen ist der Porzellanmaler Johann Ferdinand Teichert.

Frauen

Die biografischen Artikel zu Frauen sind bisher wenige, aber bemerkenswert. Margarethe Bahrmann (1880 bis 1979) war ab Februar 1919 die erste weibliche Stadtverordnete Meißens. Die Schwestern Margarete und Elsbeth Große waren Lehrerinnen, Autorinnen, Bergsteigerinnen und Ballonfahrerinnen mit beachtlichen alpinistischen Leistungen. Felicitas Kolde war Lehrerin, Studienrätin und ehrenamtliche Stadträtin. Künstlerisch tätig waren Alice Ehmann, Jutta Damme und Many Jost, im Weinhandel Henriette Emma Horn.

Volkstümliche Figuren

Manche Meißner sind vor allem als Figur überliefert: Der Galoppschuster, Asche Karl und Marie, der Bastler Max Vötchen, der Ceremonienmeister Ernst Richter und Der dumme Junge von Meißen. Keine reale Person ist Fritze Bliemchen in Meißen. Einen Überblick gibt Meißner Originale; die zugehörigen Geschichten stehen im Portal Sagen & Geschichten.

Gäste und auswärtige Bezüge

Johann Wolfgang von Goethe übernachtete auf seiner Reise nach Teplitz vom 19. auf den 20. April 1813 im Gasthof „Zum Goldenen Ring“ an der heutigen Leipziger Straße; eine Gedenktafel erinnert daran. Karl May besuchte die Stadt mehrfach und erwähnt sie in seinen Werken. Peter Tschaikowski und Meißen geht der Spur nach, dass der Urgroßvater des Komponisten hier gearbeitet hat. Ehrenbürger wurden Fürst Otto von Bismarck 1895 und Paul von Beneckendorff und von Hindenburg 1929. Ruiji Aoki war Bürgermeister der japanischen Porzellanstadt Arita und stand am Anfang der Städtepartnerschaft.

Alphabetische Gesamtliste

Alle biografischen Artikel sind in der Kategorie:Person alphabetisch aufgelistet. Wer einer Straße den Namen gab, steht in der Kategorie:Namensgeber für eine Verkehrsfläche.

Siehe auch