Der Gebäudebestand ist der größte Artikelblock des Stadtwikis: über tausend Häuser, von der spätgotischen Albrechtsburg bis zum Schuhabkratzer neben der Haustür. Dieses Portal gliedert sie nach Lage und Bauaufgabe. Kirchen und Kapellen stehen im Portal Kirchen & Glauben.

Der Burgberg

Auf dem Burgberg stehen die Albrechtsburg und der Meißner Dom dicht beieinander. Die Albrechtsburg gilt als ältester Schlossbau und bedeutendster spätgotischer Profanbau Deutschlands; ihre Hofseite am Domplatz heißt Burghof und wurde früher „Schlossplatz“ genannt. Westlich davon zieht sich das lange Kornhaus hin, das ab 1746 der Porzellanmanufaktur diente und seit 2024 saniert wird. Östlich lag mit der Burggrafenburg der burggräfliche Teil des Berges, an der Südostecke steht das spätgotische Bischofsschloss. Die Zugänge sicherten die Burgtore, von denen das vordere und das mittlere erhalten sind. Als denkmalpflegerische Einheit ist das Ganze in der Sachgesamtheit Burgberg Meißen zusammengefasst.

Domplatz und Freiheit

Die südliche Randbebauung des Burgbergplateaus bilden die Domherrenhäuser, also die Häuser Domplatz Nr. 4 bis 10, in denen ursprünglich die Domherren wohnten. Dazu gehört das Kerstinghaus am Domplatz Nr. 10, in dem der Maler Georg Friedrich Kersting lebte. Die Straße Freiheit auf dem Afraberg reiht ein Adelshaus an das nächste: den Jahnaischen Freihof (Nr. 1), das Burglehnhaus (Nr. 2), den Domherrenhof Freiheit Nr. 4, das Domherrenhaus Freiheit Nr. 5, den Jahnschen Hof (Nr. 6), die Afrapfarre (Nr. 7), das Professorenhaus (Nr. 8), die Superintendentur (Nr. 9), die seit 1564 in einem früheren Domherrenhaus sitzt, den Domherrenhof (Nr. 10), das Domherrenhaus Freiheit Nr. 11, das Diakonat (Nr. 12) und den Klosterhof (Nr. 16). Auf dem Grundstück Freiheit Nr. 13 steht heute das Landesgymnasium St. Afra. Am Hang darunter liegt der Löthainer Hof, einst Landsitz meißnischer Landadeliger. Die Häuser der Freiheit sind als Sachgesamtheit Afrafreiheit Meißen geschützt.

Am Markt und in der Altstadt

Die Nordseite des Marktes nimmt fast vollständig das spätgotische Rathaus ein. Ringsherum stehen das Bennohaus Markt Nr. 9 mit Resten romanischer Bausubstanz, das Barock-Bürgerhaus Markt Nr. 10, das Hirschhaus von 1901 mit teils erhaltener Jugendstil-Ausstattung und das Napoleonhaus, das 1787 aus zwei älteren Häusern zusammengefasst wurde. Am Theaterplatz entstand 1545 das Gewandhaus als städtisches Kaufhaus; seit dem 19. Jahrhundert spielt darin das Stadttheater. In der Webergasse stehen das Renaissance-Patrizierhaus von 1557/58 und Das Bahrmannsche Brauhaus, in der Neugasse das Gerberhaus und Das Schmale Haus. Zu den wenigen erhaltenen spätgotischen Wohnbauten zählt das Prälatenhaus an den Roten Stufen.

Stadtmauer, Türme und Tore

Wie wehrhaft die Stadt angelegt war, beschreibt der Artikel Stadttore. Von der Stadtmauer fand man das Fundament der ältesten Bauphase 1928 fünf Meter unter einem Grundstück in der Gerbergasse. Die Befestigungstürme bestanden meist aus Granit. Zwischen innerer und äußerer Mauer lag Der Zwinger, ein 6 bis 17 Meter breiter Verteidigungsraum. Von den Toren sind Görnisches Tor, Lommatzscher Tor, Jüdentor, Brückentor, Inneres Wassertor und Äußeres Wassertor dokumentiert; als August der Starke 1698 die Leipziger Straße gerade legen ließ, kam das Wassertor hinzu. Am Fuß des Burgbergs lag die Wasserburg mit dem alten Getreide-Schütthaus, in der Jüdengasse stand das alte Schießhaus.

Schlösser, Güter und Mühlen

Außerhalb der Altstadt liegen das Schloss Proschwitz, das Renaissanceschloss Siebeneichen von 1543, der Katharinenhof auf dem Plossen, die Huttenburg über dem Triebischtal, die Ohm’sche Villa in Cölln und das Elbschlösschen, das 1733/34 als Zollhaus am Elbberg entstand. Von der Hahneburg im Triebischtal steht nur noch eine Ruine, von der Geipelburg das Torhaus. An die Landwirtschaft der eingemeindeten Fluren erinnern Das Rittergut Meißen-Cölln, das Vorwerk Korbitz und das Rote Gut in Obermeisa. Die Wasserkraft der Triebisch nutzten mehrere Mühlen, die der Überblick Mühlen zusammenfasst, darunter Buschmühle, Clausmühle, Reichmühle und Teichmühle; auf der Höhe stand die Proschwitzer Windmühle.

Fabriken und Gewerbebauten

Aus der Industrialisierung stammen das Fabrikgebäude Ringstraße Nr. 10, das Fabrikgebäude Rosa-Luxemburg-Straße Nr. 17a, das Fabrikgebäude Zscheilaer Straße Nr. 45, das Kontorgebäude Zscheilaer Straße Nr. 57 und die Ziegelei „Rotes Haus“, heute Alte Ziegelei genannt. Beim Heinrichsplatz steht das ehemalige Speichergebäude Löwengäßchen. Das Elektrizitäts-, Heiz- und Dampflieferwerk in der Brauhausstraße und das Städtische Gaswerk versorgten die Stadt mit Strom und Gas. Jünger sind das erste Parkhaus von 1993 und die Neumarkt-Arkaden. Bahnhöfe und Brücken behandelt das Portal Verkehr & Infrastruktur, die Betriebe selbst das Portal Wirtschaft & Gewerbe.

Krankenhäuser, Bäder und Soziales

Heutiges Krankenhaus der Stadt ist das Elblandklinikum Meißen in Bohnitzsch, ein akademisches Lehrkrankenhaus der TU Dresden. Seine Vorgänger waren das Stadtkrankenhaus auf dem Crassoberg, das Landkrankenhaus an der Hospitalstraße, die Krankenhausanlage Zscheilaer Straße Nr. 19 und das Krankenhausgebäude Boselweg Nr. 48; 1951 wurden sie zum Kreiskrankenhaus Meißen zusammengeschlossen. Das Johannesstift in der Johannesstraße diente der sozialen Fürsorge. Gebadet wurde in den Elbbädern, in der Dampf-Badeanstalt Alfred Rank, im Talbad im Triebischtal, im Stadtbad Meißen in Bohnitzsch, im Schwimmbad Ingenieurschule „Rudolf Diesel“ und im Kurhaus Buschbad, dessen Geschichte mit der Entdeckung eines Eisensäuerlings begann.

Kultur, Bildung und Verwaltung

Das Stadtmuseum sitzt in der ehemaligen Franziskanerkirche am Heinrichsplatz, wo vorher schon das Museum vom Geschichtsverein Meißen und das Museum „Haus der Heimat“ untergebracht waren. Die Stadtbibliothek am Kleinmarkt und das Stadtarchiv verwahren Bücher und Schriftgut. Veranstaltungsorte sind die Jahnhalle und das Kulturhaus Ossietzkystraße Nr. 37 aus der DDR-Zeit; die Filmburg in der Neugasse eröffnete 1930 als Kino. Die Schulhäuser der Stadt nennt das Portal Bildung & Forschung.

Verschwundene Bauten

Viele Häuser sind nur noch beschrieben, nicht mehr vorhanden. Dazu gehören der städtische Marstall an der Görnischen Gasse, das Jägerschlösschen am Ratsweinberg, das bis 1938 stand, und die weiteren Bauten in der Kategorie:Ehemalige Gebäude. Auch Der Schafstall fällt darunter: so nannten die Meißner den Fachwerkaufbau, der nach dem Brand von 1547 jahrhundertelang auf dem Stumpf der Domtürme saß.

Kleine Bauten und Details

Nicht jeder Artikel beschreibt ein ganzes Haus. Zum Stadtbild gehören auch die öffentlichen Toiletten, die historischen Zaunfelder, die Schuhabkratzer an der Haustür, der Fußgänger-Durchgang an der Franziskanerkirche, das Waschhaus als Raum an der Hofseite und das Scheechhäusel, ein einsames Winzerhaus über Proschwitz.

Wohnhäuser

Den Großteil des Bestands bilden über 900 einzeln beschriebene Wohn- und Geschäftshäuser, benannt nach Straße und Hausnummer. Sie sind über die Straßenartikel im Portal Straßen & Plätze und über die Kategorie:Gebäude erreichbar. Wer nach Bauepochen sucht, findet sie in den Kategorien Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Gründerzeit und Jugendstil.

Siehe auch