Pfandleihgeschäft Fischer
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Das Pfandleihgeschäft Fischer war 1924 ein Pfandleih- und Altwarengeschäft in der Altstadt von Meißen. Das „Pfandleihgeschäft“ befand sich in dieser Zeit im Wohnhaus Görnische Gasse Nr. 2 in der Nähe vom Hundewinkel.
Der Geschäftsinhaber war um 1924 der Kaufmann Leopold Fischer. Er war auch in dieser Zeit der Hausbesitzer.[1]
Das Unternehmen
Das Unternehmen ist in den Meißner Adressbüchern von 1906 bis 1937 nachweisbar. Angekauft wurden Altwaren wie Kleinmöbel, Anzüge, Kleider, Schuhe, Schmuckwaren und Mäntel. Im Leihhaus konnten jedoch auch Schmuck und Bekleidung gegen Bargeld hinterlegt werden. Die Gegenstände galten dann nicht als verkauft, sondern man konnte die Sachen nach einer vorher vereinbarten Zeit im Pfandleihgeschäft wieder einlösen. Wurden die Gegenstände in der Frist nicht eingelöst, so konnten sie vom Geschäftsbetreiber verkauft werden. Meist wurde Schmuck hinterlegt, aber auch Winterbekleidung, welche im Sommer nicht gebraucht wurde. Ein Wintermantel galt in dieser Zeit als kleine Kostbarkeit.
Leopold Fischer hatte die Altwarenhandlung und Pfandleihe um 1911 im Haus Görnische Gasse Nr. 2 gegründet und eröffnet. Vorher betrieb er noch seit 1906 ein Altwarengeschäft im Wohnhaus Görnische Gasse Nr. 39. Er betreibt das Geschäft weiter bis nach 1937 und wohnt mit seiner Familie auch im Haus.
Das Schicksal der Familie Fischer
Im Jahre 1939 gibt es das Unternehmen Leopold Fischer plötzlich nicht mehr. Auch als Hausbesitzer wird Leopold Fischer nicht mehr aufgeführt. Die Hausbesitzer-Spalte im Adressbuch von 1939 ist leer.[2]
Im Meißner Adressbuch aus dem Jahre 1939 ist belegbar, dass man die Jüdischen Einwohner der Stadt Meißen nicht mehr im Kapitel „Einwohnerverzeichnis“ aufgeführt hatte. Die Jüdischen Einwohner wurden abgesondert und besonders gekennzeichnet auf der letzten Seite aufgelistet.[3] Auch dort gibt es keinen Hinweis zur Familie Leopold Fischer mehr.
Heute erinnern vor dem Haus kleine im Boden verlegte Gedenktafeln an das Schicksal der Familie Leopold Fischer.
Stolpersteine
Vor dem Grundstück Görnische Gasse Nr. 2 befinden sich heute Stolpersteine für Leopold Fischer, Hannchen Fischer und Ludwig Fischer, welche an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
Literatur
- Verschiedene Adressbücher der Stadt Meißen.