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Ehemaliges Wandbild aus Meißner Porzellan im Palast der Republik.

Peter Strang (* 7. Juli 1936 in Dresden; † 21. Dezember 2022) war ein Porzellankünstler, Manufakturist, Plastiker und Medailleur. Im Jahre 1950 begann er eine fünfjährige Ausbildung an der Porzellanmanufaktur Meißen zum Bossierer. Ab Ende der 1960er Jahre arbeitete er dort als Modelleur und später auch als Medailleur. Peter Strang arbeitete auch freischaffend.

Leben und Werk

Auf Einladung des Bildhauers und Vorsitzenden des Verbandes Bildender Künstler der DDR, Prof. Walter Arnold (1909-1979) nahm er von 1955 bis 1960 ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden auf. Er spezialisierte sich auf das Modellieren von Plastiken. Nach einer mehrjährigen Studienreise nach Albanien kehrt P. Strang wieder nach Meißen an die Porzellanmanufaktur zurück. Zunächst arbeitet er dort freischaffend.

Ab 1960 ist P. Strang maßgeblich mit am Aufbau vom Kollektiv „Künstlerische Entwicklung“ beteiligt. Dem Kollektiv gehören Heinz Werner, Ludwig Zepner und später auch Rudi Stolle sowie der Blumen- und Fruchtmaler Volkmar Bretschneider an. Gemeinsam wurden im Kollektiv mit viel Phantasie Formen und Dekore entwickelt, die in der Tradition des Meißner Porzellans blieben. Mit den Figurengruppen zu Shakespeares „Sommernachtstraum“, zum „Drachen“ von Jewgeni Schwarz und zur „Dreigroschenoper“ von Berthold Brecht, hatte man sich völlig neuen Themenkreisen gewidmet.[1]

In dieser Zeit geht P. Strang erneut auf Studienreisen in die UdSSR und Ungarn. Im Jahre 1968 bekommt er an der Manufaktur eine Festanstellung als Plastiker in der Entwicklungsabteilung. Als Medailleur der Porzellanmanufaktur hatte er unzählige Entwürfe für Porzellanmedaillen und Plaketten geschaffen und auch selbst modelliert. Er nahm mit Erfolg ab 1967 an vielen Kunstausstellungen der DDR teil und gemeinsam mit dem Künstler Volkmar Bretschneider entstanden auch bedeutende Kunstwerke aus Metall.[2] Ab 1993 bekleidet P. Strang die Stelle des künstlerischen Leiters. Er ist zudem auch Chefplastiker an der Porzellanmanufaktur Meißen bis zu seiner Pensionierung.

Peter Strang verstarb am 21. Dezember 2022. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof von Moritzburg.

Werke (Auszug)

  • Clown-Kapelle Gruppe aus 15 Figuren, 1953.
  • Sich schminkendes Mädchen, Porzellanfigur, 1966.
  • Oberon, Porzellanfigur, 1969.
  • Portrait-Medaille Ludwig van Beethoven aus Böttger-Steinzeug, 1970.
  • Für das Café der Porzellanmanufaktur Meißen schuf Peter Strang 1971 das vollplastische Wandbild Sommernachtstraum mit Figuren aus der Elfenwelt.
  • Hochzeit des Maceath, Figurengruppe, eine gemeinsame Arbeit mit Heinz Werner, 1972.

Ehemalige Wandbilder

  • Im Palast der Republik in Berlin gab es im Restaurant einige Wandgestaltungen aus Meißner Porzellan. Es waren gemeinsame Arbeiten von Peter Strang und Ludwig Zepner. Die Arbeiten gingen verloren.
  • Im ehemaligen Dresdner Kaffeehaus im „Haus Altmarkt“ gab es zwei vollplastische Wandgestaltungen. Es waren vier Motivgruppen der Künstlergruppe Peter Strang, Heinz Werner und Rudi Stolle aus dem Jahre 1976. Im Zuge von Besitzerwechsel und Umbau gingen diese Arbeiten verloren.
  • Für eine Hamburger Ausstellung schuf P. Strang im Jahre 1978 eine plastische Bildwand aus Meißner Porzellan mit dem Titel Jagd. Dargestellt waren drei Horn blasende Jäger, ein Hirsch, zudem Jagdhunde und ein Wildschwein. Nach der Ausstellung ging das Wandbild verloren und gilt als verschollen.

Ehrungen

  • 1973 Kunstpreis der DDR.
  • 1975 Nationalpreis der DDR III. Klasse, gemeinsam mit dem Forschungskollektiv, welches an der „Bewahrung der traditionsreichen Meißner Porzellankunst und deren schöpferischer Weiterentwicklung“ beteiligt war.
  • 2000 erhielt P. Strang den Sächsischen Verdienstorden, anlässlich seiner fünfzigjährigen Zugehörigkeit zur Porzellanmanufaktur Meißen.
  • 2007 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Literatur

  • Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979.
  • Otto Walcha: Meissner Porzellan. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dresden: Verlag der Kunst, 1986, 8. Aufl., ISBN 3-364-00012-3.
  • Uwe Bayer: Wandbilder-Bildwände-Künstlerische Wandgestaltung in Meissener Porzellan, in Meissener Manuskripte. XVII. Meißen 2003.

Einzelnachweise

  1. Otto Walcha: Meissner Porzellan. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dresden: Verlag der Kunst, 1986, 8. Aufl., S. 213, 254, 255 und 259.
  2. Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979, S. 406.