Portraitfoto von 1920.
Figur von 1933.
Banknote gestaltet von Paul Scheurich.

Paul Scheurich (* 24. Oktober 1883 in New York in den USA; † 18. November 1945 in Brandenburg) war ein Grafiker, Maler, Bildhauer und Porzellankünstler.

Leben und Werk

Paul Scheurich war der Sohn einer Rheinpfälzerin und eines Schlesiers. Im Jahre 1884 kehrte die Familie aus den USA nach Deutschland zurück und seine Eltern eröffneten eine fotografische Anstalt in Berlin. Paul Scheurich wuchs jedoch bei seinem Großvater im schlesischen Hirschberg auf. Er besuchte dort ein humanistisches Gymnasium und kehrte mit 17 Jahren nach Berlin zurück.

Von 1901 bis 1904 besuchte er die Akademie der bildenten Künste in Berlin. Danach arbeitete er bei den Professoren Schlawitz und Müller-Schönefeld. In dieser Zeit hat er bereits erste Erfolge mit Illustrationen in Zeitschriften. Es folgt ein Semester Studium bei Professor Louis Tuaillon.

Auf Initiative Max Adolf Pfeiffers gestaltet er erste Modelle für die Umsetzung in Porzellan in den Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst in Unterweißbach und später noch drei Figuren für die Königliche Porzellanmanufaktur in Berlin (KPM). Für die Nymphenburger Manufaktur modelliert er zwei weibliche Figuren.

Im Jahre 1913 beginnt die Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur Meißen. Scheurich formt für die Manufaktur im Triebischtal fünf Modelle zum „Russischen Ballett“ aus. Am 14. Februar bzw. am 1. April 1918 unterzeichnet er einen Vertrag, in welchem er sich verpflichtet, exklusiv für Meißen zu arbeiten. Nebenbei arbeitet Scheurich in Berlin als Zeichner, Bühnenbildner Grafiker und Kostümbildner. Er schuf in dieser Zeit auch Wandmalereien. Ab 1929 wurden im Auftrag der Deutschen Reichsbank Banknoten nach seinen Entwürfen gedruckt. Nach einer Verfügung am 4. Januar 1924 wird ihm der Professorentitel vom sächsischen Finanzministerium verliehen, allerdings ist ihm aus gesundheitlichen Gründen die Übernahme eines Meisterateliers an der Manufaktur Meißen nicht möglich. Der Gesundheitszustand von Paul Scheurich verbessert sich jedoch nicht. Zunächst ist er noch ab 1938 für die nun unter der Leitung von M. A. Pfeiffer stehenden Berliner Manufaktur (KPM) tätig.

Im Zweiten Weltkrieg wird er mit seiner Frau im Jahre 1944 Gast auf dem Schloss Eichow (niedersorbisch Dubje) in Brandenburg um sich vor den Bombenangriffen auf Berlin zu schützen. Am 19. April 1945 begibt er sich mit seiner Frau, zusammen mit einem Flüchtlingstreck in Richtung Westen. Nach vier Tagen verlassen sie den Treck und kommen in der Stadt Brandenburg in einem Obdachlosenheim unter. Am 8. Dezember 1945 wird der Tod von Paul Scheurich bekannt.[1][2]

Literatur

  • Caren Marusch-Krohn: Meissener Porzellan 1918–1933. Die Pfeifferzeit. Edition Leipzig, Leipzig 1993, ISBN 3-361-00402-0.
  • Jürgen Schärer: Auf den Punkt gebracht, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, Meißen 2000, ISBN 3-910063-28-4.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Caren Marusch–Krohn: Meissener Porzellan–1918–1933–Die Pfeifferzeit, Edition Leipzig, 1993, S. 157.
  2. Jürgen Schärer: Auf den Punkt gebracht, Porzellane für Meissen, Max Adolf Pfeiffer zu Ehren, Staatliche Porzellan–Manufaktur Meissen, 2000, Seite 276