Papierwarenfabrikation

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Das ehemalige Fabrikgebäude an der Talstraße.

Das einzige Unternehmen der Papierwarenfabrikation in der Stadt Meißen war die Firma „C. C. Kurtz“ an der Talstraße Nr. 80. Die besten Geschäfte wurden vorerst mit Packpapier getätigt. Später kamen auch bedruckte Verpackungsmaterialien für die Lebensmittelindustrie und den Drogeriehandel hinzu. Das Unternehmen befand sich bis 1979 in Familienbesitz und wurde danach zum VEB Papierverarbeitungswerk Meißen. Im Jahre 1981 wurde der Betrieb geschlossen.

Das ehemalige Fabrikgebäude steht heute mit der Obj.-Dok.-Nr.: 09266038 unter Denkmalschutz.

Geschichte

Am 1. Februar 1834 erfolgte die Gründung der Papierhandlung C.C. Kurtz in dem später umgebauten Hausgrundstück Marktgasse Nr. 12. Gründer war der nach Meißen zugewanderte Papiermachergeselle Christian Carl Kurtz (1804-1870). Bald kam zum Einzelhandelsgeschäft der Großhandel hinzu. Am 28. September 1852 erfolgte der Umzug nach Markt Nr. 3. Das Haus am Markt war noch bis 1898 im Besitz der Familie Kurtz.

Am 11. Juli 1861 begann man mit der Herstellung von Papiertüten im eigenen Haus am Markt, später dann im städtischen Spinnhaus am Wassertor. Die Tüten wurden damals durch halbwüchsige Kinder gefertigt. Die Produktionsräume hatte man bald in angemietete Räume des Laurentiushospitals am Baderberg Nr. 10 verlegt. Ab etwa 1868 kam es zum Einsatz von Maschinen und um 1872 wurde die Tütenherstellung auch in Heimarbeit erledigt. Im Jahre 1872 erfolgte auch der Kauf einer Druckmaschine und es wurden Aufträge zum Bedrucken von Tüten noch zusätzlich angenommen. In dieser Zeit war das Bedrucken von Tüten zu Reklamezwecken gerade aufgekommen.

1883 kaufte sein Sohn Carl Robert Kurtz einen Lagerschuppen auf dem Bahnhofsgelände in Cölln und im September 1891 konnte die Firma im Triebischtal von der Porzellanmanufaktur Meißen ein 8880 qm großes Areal erwerben. In der Zeit von 1896 bis 1897 wurde an der Talstraße Nr. 80 ein modernes Fabrikgebäude errichtet. Im Volksmund kamen für die Fabrik bald die Namen „Tütenpappe“ oder „Tütenklitsche“ auf. Ab Mai 1897 hat man die gesamte Produktion in die Räume der Talstraße Nr. 80 verlegt. Die feierliche Einweihung des Gebäudes war am 13. Juni 1897. Die Tütenherstellung in Heimarbeit wurde auch noch später bis 1981 weitergeführt. Das Kleinhandelsgeschäft am Markt Nr. 3 wurde ab 1. Juli 1897 von Max Mauermann übernommen und weitergeführt.

In den Folgejahren spezialisierte sich die Firma auf die Herstellung bedruckter Papier-Verpackungen aller Art. In den Jahren 1906/07 und 1929 wurde das Fabrikgebäude an der Talstraße erweitert. Mit ca. 150 Maschinen wurden dort einfach oder farbig bedruckte Tüten, Beutel sowie Säcke in allen Größen und in den verschiedensten Ausstattungen hergestellt. Ein entwerfender Künstler war dabei C. C. Kurtz selbst, jedoch wurden auch bekannte Künstler engagiert, welche viele Druckvorlagen lieferten.

Bereits ab 1953/55 waren im Fabrikgebäude verschiedene Großhandelseinrichtungen untergebracht, so auch noch bis 1990 der VEB Großhandel OGS Meißen. Im Jahre 1999 begann die Sanierung des Gebäudes, verbunden mit dem Einbau von ca. 50 Wohnungen. Der ehemalige Fabrik-Schornstein wurde am 24. Februar 1999 abgerissen.[1]

Literatur

Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax-Verlag, Beucha, 2009, S. 257.