„Blick von Zscheila zum Burgberg“. Grafik von Otto Walcha, 1959.

Otto Walcha (* 6. August 1901 in Riesa; † 25. Mai 1968 in Meißen) war ein Kunstmaler, Grafiker, Schriftsteller und Archivar. Er wurde auch bekannt durch sein im Jahre 1973 erschienenes Buch-Werk „Meissner Porzellan“. O. Walcha wohnte im Meißner Stadtteil Cölln an der Straße Kalkberg Nr. 66. Zu seinen Wirkungsstätten als Künstler zählte auch das Schloss Scharfenberg.

Leben und Werk

Otto Walcha wurde als Sohn eines Stadt- und Schularztes in Riesa geboren. Er besuchte zunächst die Riesaer Volksschule und das Realgymnasium in Meißen. Nach seiner Schulausbildung begann O. Walcha ein Studium an der Technischen Hochschule und Akademie für angewandte Kunst in Dresden. Dort studierte er Kunstwissenschaften, Literatur, Philosophie und Psychologie. Im Jahre 1924 legte er die Staatsprüfung für das kunstpädagogische Lehramt an höheren Lehranstalten ab. Danach kam O. Walcha nach Meißen und begann eine Lehrtätigkeit als Kunsterzieher am Franziskaneum und später bis 1943 auch an der Fürsten- und Landesschule St. Afra. 1926 heiratet er Annemarie Höhne, die Tochter des Konrektors der Fürstenschule St. Afra. Aus der geschlossenen Ehe gehen 5 gemeinsame Kinder (3 Söhne, 2 Töchter) hervor. In den Meißner Adressbüchern wird er nun als „akademisch gebildeter Zeichenlehrer“ geführt.

In seiner Freizeit betätigt er sich mit Vorliebe als Kunstmaler und Grafiker. Er schuf zahlreiche Werke und beteiligt sich im Jahre 1936 auch an der Kunstausstellung Dresden. O. Walcha unternimmt Studienreisen nach Österreich und Italien. Er besucht dabei die italienischen Städte Verona, Venedig, Genua, Pisa und Florenz.

Als Maler wurde er in dieser Zeit in den Vorstand des Meißner Kunstvereins berufen. O. Walcha wird von 1943 bis 1945 als Wehrmachtssoldat eingezogen und gerät in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Im Jahre 1946 kehrt O. Walcha nach der Gefangenschaft wieder nach Meißen zurück. Bereits ein Jahr später beteiligt er sich an der 1. Meissner Kunstausstellung 1947 im Stadtmuseum mit drei Ölgemälden.[1] In dieser Zeit beginnt er auch schriftstellerisch tätig zu werden. Als Kunstmaler stellt er im Jahre 1951 in einer Meißner Einzelausstellung weitere Arbeiten seines Schaffens aus. Ab 1957 wird er zum freien Mitarbeiter im Betriebsarchiv der Porzellanmanufaktur Meißen. Seit 1965 ist er dort offiziell als Archivar eingestellt.

Otto Walcha verstirbt am 25. Mai 1968 in Meißen. Das Erscheinen seines Hauptwerkes der letzten Lebensjahre Meissner Porzellan. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, erlebte er nicht mehr. Seine letzte Ruhestätte findet Otto Walcha auf dem Neuen Johannesfriedhof.

Werke (Auswahl)

  • Leinewebergasse im Winter, Ölgemälde, um 1950.
  • Ruine Kostial (tschechisch Košťál), Ölgemälde.
  • Schiff, Ölgemälde.
  • Sommerliche Straße, Ölgemälde.
  • Winterlandschaft mit totem Baum, Ölgemälde, um 1952.
  • Blick von Zscheila zum Burgberg im Winter, Grafik, 1959.

Publikationen (Auswahl)

  • Die rote Reisekutsche – Aus dem Reisetagebuch von Johann Friedrich Wendelar, Novelle, Rupert-Verlag Berlin, 1950.
  • Die steinerne Glocke: eine Erzählung über den Baumeister der Frauenkirche. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig, 1955.
  • Bunte Erden aus aller Welt, Geschichte der Keramik, 1957.
  • Rivalen : die Lebenschronik des Bergknappen und Arkanisten Samuel Stöltzel. Buchverlag Der Morgen, Berlin 1963.
  • Albrechtsburg und Dom zu Meissen. Verlag Seemann, Leipzig 1966.
  • Feuer, Wasser, Luft und Erde. Roman, 1966.
  • Meissner Porzellan. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. VEB Verlag der Kunst Dresden, Dresden, 1973, ISBN 3-364-00012-3.
  • Zudem publizierte Otto Walcha auch regelmäßig in der Monatszeitschrift Meißner Heimat, in der Fachzeitschrift „Keramos“ und im Mitteilungsblatt/Keramik-Freunde der Schweiz.

Ehrungen

  • 1956 Literaturpreis anläßlich der 750-Jahrfeier der Stadt Dresden für das Werk Die steinerne Glocke.
  • 1957 Kunstpreis der Stadt Meißen.

Literatur

  • Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947.

Einzelnachweise

  1. Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947, S. 1 bis 13.