Otto König
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Otto König (* 28. Januar 1838 in Hintermauer bei Meißen; † 30. Dezember 1920 in Wien) war ein Bildhauer und Lithograf. Er war ein Schüler der Zeichenschule an der Königlichen Porzellanmanufaktur-Meißen. Später wirkte er vorwiegend in Wien.
Leben und Werk
Otto König wurde 1838 in der damals noch selbständigen Gemeinde Hintermauer bei Meißen als Sohn eines Mehlhändlers geboren. Die Schulzeit verbrachte er an der afranischen Volksschule. Ab 1852 wurde er beim Lithographen „Steinmetz“ in Meißen ausgebildet und wechselte 1854 an die Zeichenschule der Porzellanmanufaktur. An der Zeichenschule wurde er unter der Anleitung von Friedrich August Müller und Ernst August Leuteritz im Zeichnen und Gestalten ausgebildet. Seine ungewöhnliche Begabung führten ihn nach und nach der Plastik zu.[1] Ab 1860 studierte er an der Kunstakademie Dresden bei Ernst Julius Hähnel. In dieser Zeit hatte O. König bereits zwei Reliefs aus dem Leben der Genovefa komponiert und modelliert. Noch im Atelier von E. J. Hähnel tätig bekommt er eine Anzahl akademischer Preise. Prämiert werden seine „Genovefa-Gruppe“ und die „Evangelisten Johannes und Matthäus“, welche für die Kirche in Rochlitz und für die Sophienkirche in Dresden geschaffen wurden. Nach einer schweren Erkrankung modellierte er 1866 im kleinen Stübchen seiner Mutter in Meißen die „Lehrenden Musen“, bestehend aus sieben kleinen Gruppen. 1868 schuf er dort ebenfalls die Gruppe „Poesie, dem Amor das Leierspiel lehrend“. Für diese Arbeiten errang er den Preis der Tiedge-Stiftung Dresden und ein Stipendium der Dresdner Akademie, wodurch ihm eine Studienreise nach Rom ermöglicht wurde.
Von Rom nach Wien
In Rom richtet er sich an der Piazza Barberini 1867 ein bescheidenes Atelier ein. Es entstanden in Rom die Gruppen, „Ma ché“, „Venus mit Amor schmollend“ und „Euterpe das Flötenspiel lehrend“. In Rom erreicht O. König die Nachricht, dass er für eine Professur an der neu zu gründeten Wiener Kunstgewerbeschule vorgeschlagen wurde. Er verließ Italien um nach einer Studienreise durch Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland nach Wien zu reisen. 1868 wurde er in Wien Professor an die Wiener Kunstgewerbeschule und ab 1869 wird er ein Mitglied des Wiener Künstlerhauses.
O. König wirkt an vielen figuralen Gestaltungen von Prachtbauten an der Wiener Ringstraße, dem Burgtheater, der Wiener Staatsoper und am Kunsthistorischen Museum. Es entstehen allerdings auch Schmuckkasten, Bronzeleuchter oder Reliefmedaillons im Privatauftrag. Er erhält großen Beifall und auf Ausstellungen viele Medaillen. Beispielsweise bekommt er 1869 auf der Münchener Ausstellung von König Ludwig die Große goldene Medaille und in Paris die Große silberne Medaille verliehen. Auf einer Studienreise durch Italien erhält O. König 1874 die traurige Nachricht, dass seine Frau und seine drei Kinder, der damals in Wien grassierenden Cholera zum Opfer gefallen sind. Er sucht Trost in der Kunst und gestaltet für seine Familie ein Denkmal, eine Charitas, auf dem evangelischen Friedhof in Wien. In der Arbeit und in rastloser Tätigkeit findet er langsam die Heiterkeit wieder, die der Grundzug seines Wesens und seines Schaffens waren.
Es entstehen noch zehn lebensgroße Reliefs für die kaiserlichen Hofmuseen und vier Reliefs für das Hofburgtheater. Otto König schuf zudem die Marmorgruppe „Venus und Amor – Liebesgeheimnis“, eine Arbeit, welche ihm fünf Jahre in Anspruch nimmt und für die er im Jahre 1884 den „Reichelpreis“ (Reichelscher Künstler-Preis Wien) auf der Jahresausstellung im Künstlerhause erhält.[2]
Für die Porzellanmanufaktur Meißen schuf König 1912 die Figurengruppe Tangotanzendes Paar, welche als Kleinplastik in die kurze Zeit des Jugendstils in Meißen einzuordnen ist.[3] Er selbst heiratet noch zweimal und ist in zweiter bzw. dritter Ehe mit den Malerinnen Minna König Lorinser und Marie von Wening-Ingenheim verheiratet. Aus der Ehe mit Minna König Lorinser ging der Paläokünstler Friedrich König hervor.
Otto König verstirbt am 30. Dezember 1920 in Wien. Er findet seine letzte Ruhestätte auf dem Hietzinger Friedhof im 13. Wiener Gemeindebezirk. Im Jahre 1924 wurde die Königgasse in Wien-Hietzing nach dem Künstler benannt.
Werke (Auswahl)
- Der Fischer, Skulptur vor 1868.
- Portrait des Professors Adolf Peters aus Meißen, vor 1868.
- Portrait-Büste seiner Mutter, vor 1868.
- Grabdenkmal für seine Mutter. Das Grabmal befand sich einmal auf dem Meißner Wolfgangsfriedhof.
- Weitere Portrait-Büsten und Reliefportraits.
- Tangotanzendes Paar, (Formnummer D 213), Figurengruppe aus Meißner Porzellan, 1912.
Literatur
- Österreichisches Künstlerjahrbuch 1881.
- Müller: Biografisches Künstlerlexikon, 1882.
- Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler (1888), Meißen, 1888.
- Otto Walcha: Meißner Porzellan – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, VEB Verlag der Kunst Dresden, Zweite Auflage, 1975.