Oskar Burkhardt

Oskar Burkhardt (* 12. November 1882 in Meißen; † 18. Juli 1960 in Meißen) war ein Landschaftsmaler, Porzellandreher und Bossierer. Er gehörte mit zum Kreis der Manufakturisten der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen. O. Burkhardt wohnte lange Zeit im Haus Gabelsbergerstraße Nr. 14.
Leben und Werk
Oskar Burkhardt hatte bei der Meißner Firma Ernst Teichert eine Lehre als Porzellanformer und Dreher in der Zeit von 1897 bis 1901 absolviert. Er wurde dort besonders von Artur Henning verständnisvoll gefördert. Die Verbindung zur Firma Ernst Teichert blieb auch noch bestehen, als er im Jahre 1911 zur Porzellanmanufaktur Meißen wechselte. Vorher hatte O. Burkhardt bereits private Zeichenschulen in seiner Heimatstadt Meißen besucht. In der Porzellanmanufaktur Meißen war er als Dreher und später ab 1940 auch als Bossierer bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahre 1953 angestellt.
Im Ersten Weltkrieg hat er Kontakt zum Kunstmaler Georg Richter-Lößnitz, welcher O. Burkhardt an die Landschaftsmalerei heranführt. Beide dienten von 1915 bis 1918 bei einer Einheit im Erzgebirge und wurden Freunde.[1][2]
Auf Honorarbasis entwirft er für die Firma Ernst Teichert zahlreiche Modelle für Dosen, Schalen, Teller und volkstümliche Figuren. Diese Arbeiten entstanden überwiegend in seiner Freizeit um sich damit etwas hinzuzuverdienen. Seine Werke wurden bei Ernst Teichert in Steinzeug oder auch Porzellan hergestellt und in großer Stückzahl verkauft. O. Burkhardts eigentliche künstlerische Ambition war jedoch die Malerei, besonders die Landschaftsmalerei, welche er in seiner Freizeit mit Vorliebe betrieb. Zur 1. Meissner Kunstausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg von Oktober bis November 1947 ist er in der Abteilung „Malerei, Radierungen, Zeichnungen“ mit drei Werken vertreten.[3][4]
Seine Gemälde, Aquarelle und Grafiken tragen dabei immer etwas Märchenhaftes, besinnlich Verträumtes in sich und kamen beim Publikum gut an. O. Burkhardt sah in seinen Werken die Stadt Meißen stets mit einem gewissen in sich gekehrt sein. Er war ein äußerst besinnlicher Mensch und gleichzeitig ein aufmerksamer Beobachter, dem sich bei seinen zahlreichen Wanderungen durch die Heimat, eine märchenbunte Welt erschloss.
Werke (Auswahl)
- Weihnachtsteller, Steinzeug, Ausführung Ernst Teichert G.m.b.H., 1930.
- Buchstützen (Ziehharmonikaspieler vor Kachelofen), O. Burkhardt zugeschrieben, Steinzeug, Ausführung Ernst Teichert G.m.b.H.
- Figur Clown, Steingut oder Porzellan, Ausführung Ernst Teichert G.m.b.H. oder Meißner Ofen- und Porzellanfabrik vorm. C. Teichert.
- Figur Türke, Steingut oder Porzellan, Ausführung Ernst Teichert G.m.b.H. oder Meißner Ofen- und Porzellanfabrik vorm. C. Teichert.
- Dose mit Griffen und Deckelfigur Inder, Steingut, Ausführung Ernst Teichert G.m.b.H.
- Müllers Weinschank, Aquarell aus den 1930er Jahren, Stadtmuseum Meißen.
- Besigheim, Ölgemälde.
- Winter im Erzgebirge, Ölgemälde.
- Schneewetter, Ölgemälde.
Literatur
- Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947.
- Freundeskreis Kunstgewerbemuseum e.V. Schloss Pillnitz (Herausgeber): Teichert-Werke Meißen, Katalog zur Sonderausstellung vom 5. Dezember 2003 bis 4. Januar 2004 in der Albrechtsburg Meißen, 2003, ISBN 3-00-012430-6.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5
- Martina Fischer, Steffen Förster: Manufakturisten als freie Künstler, in Manufakturisten als Bürger der Stadt Meißen, Schriftenreihe des Stadtmuseums Meißen, Heft 7, 2011.
Einzelnachweise
- ↑ Freundeskreis Kunstgewerbemuseum e.V. Schloss Pillnitz (Herausgeber): Teichert-Werke Meißen, Katalog zur Sonderausstellung vom 5. Dezember 2003 bis 4. Januar 2004 in der Albrechtsburg Meißen, 2003, S. 38 und Abbildungen im Teil der vorgestellten Werke.
- ↑ Martina Fischer, Steffen Förster: Manufakturisten als freie Künstler, in Manufakturisten als Bürger der Stadt Meißen, Schriftenreihe des Stadtmuseums Meißen, Heft 7, 2011, S. 91.
- ↑ Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947, S. 10 und Abbildung im Teil der vorgestellten Werke.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax-Verlag, Beucha 2009, S. 252.