Der von alters her bestehende Nikolaikirchhof an der Nikolaikirche wurde bereits am 5. Januar 1879 aus seuchenhygienischen Gründen geschlossen. Heute befinden sich auf dem ehemaligen Friedhofsgelände noch die 1220 erstmals urkundlich erwähnte Nikolaikirche. Das Gotteshaus gehört der evangelisch-lutherischen St. Afra Gemeinde Meißen.

Neuer Nikolaifriedhof

Nach der Schließung vom Nikolaikirchhof wurde schon am 12. Januar 1879 der „Neue Nikolaifriedhof“ am Lerchaweg geweiht. Gleichzeitig fand die erste Bestattung auf dem neuen Gottesacker statt. Die Nikolaikirche blieb jedoch noch immer Begräbniskirche. Der neue Friedhof am Lerchaweg war für die Nikolai-Begräbnisgemeinde von Neumarkt, Hirschbergstraße und Lerchaweg bestimmt. Heute wird der Friedhof auch kurz als „St. Nikolai“ bezeichnet.

Ab 1901 wird der Neue Nikolaifriedhof erweitert. Gebaut werden eine Rednerhalle (Trauerhalle) und eine Leichenhalle. Die neuen Gebäude werden am 22. November 1914 feierlich geweiht. Ein Ehrenhain mit Gedenkstein erinnert an die Gefallenen im Ersten Weltkrieg. Am Gedenkstein unten befindet sich folgende Inschrift: „Den 154 gefallenen Helden der Luther-Kirchgemeinde“.[1]

Da die Auslastung vom Friedhof immer weniger wurde, verfielen auch die Gebäude immer mehr.

Grabstätten (Auswahl)

  • Johann Ernst Jacobi, Mitbesitzer der Meißner Eisengießerei und Maschinenbauanstalt (ehemaliges Jacobi-Werk im Triebischtal).
  • Karl Ludwig Kunze, Bürgerschullehrer von Meißen.
  • Grabstätte von Many Jost, Kunstmalerin und Künstlerin für textile Wandgestaltung und Glaskunst (Glasfenster).

Kritik

Heute präsentieren sich die ehemaligen Friedhofsgebäude noch immer in einem desolaten Zustand. Das gesamte Friedhofsareal am Lerchaweg und die Gebäude stehen aktuell auf der Liste der Kulturdenkmale in Sachsen. Das gesamte Ensemble ist demnach als „orts- und baugeschichtlich von Bedeutung“ eingeordnet.

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 245 und 246.