Neuer Johannesfriedhof

Der Neue Johannesfriedhof befindet sich in der Max-Dietel-Straße im Stadtteil Cölln am Südhang des Fürstenberges. Der neuangelegte Friedhof wurde auf einem ehemaligen Feld- und Weinbergsland eingerichtet. Die erste Bestattung erfolgte am 21. September 1909. Die Friedhofskapelle (Auferstehungskapelle) konnte am 11. Dezember 1910 geweiht werden. Die Glocke der Kapelle wird noch immer mittels eines Seiles geläutet.

Die links vom Eingangstor gelegenen Gebäude wurden offenbar früher als Winzerhof genutzt, welches die Beschriftung über den Eingang zum Wohnhaus und die beiden gemalten Weintrauben vermuten lässt. Die meisten Wege auf dem Friedhof sind als Alleen angelegt. Die gesamte Friedhofsanlage prägen über 200 große Bäume. Neben bürgerlichen Grabstätten befinden sich auf dem Neuen Johannesfriedhof auch viele Gräber von Soldaten.

Schon während des Ersten Weltkrieges wurden hier die im Lazarett der Kaserne Zaschendorf Verstorbenen bestattet. Viele kleine, heute kam noch lesbare, eiserne Grabkreuze erinnern an eine schreckliche Zeit. Das Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges, ein Gedenkstein aus rotem Meißner Granit, blieb erhalten. Wie Spendenkarten (Bausteine) von damals belegen, wurde der Gedenkstein durch Spenden finanziert. Hauptmotiv ist das Portrait eines Soldaten mit Stahlhelm. Darunter zweizeilig die Inschrift „UNSERN KAMERADEN“. Unterhalb der Inschrift war ursprünglich noch eine Tafel angebracht, welche heute fehlt.

In der Nähe vom Gedenkstein befindet sich die Grabstätte vom Meißner Baumeister Karl Hugo Strobel (1861-1912). Der Grabstein ist mit einer Christusfigur (Der göttliche Wanderer) bekrönt, welche der Dresdner Künstler Georg Curt Bauch geschaffen hat. Unweit davon die Grabskulptur „Trauernder Jüngling“ als Grabstein der Familie Eichler. Geschaffen wurde die Skulptur vom Meißner Bildhauer Theodor Eichler.

Im oberen Teil vom Friedhof erinnern 74 schlichte Holzkreuze an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges. Nur vier Kreuze tragen einen Namen. Ein weiterer Gedenkstein bezieht sich auf die hier beigesetzten italienischen Soldaten. Im unteren Teil des Friedhofs wird mit einem Gedenkstein an 63 Opfer des Faschismus gedacht. Die Opfer waren Bürger aus der Sowjetunion, Polen und Italien. Auf dem sowjetischen Soldaten-Friedhof befindet sich ein Ehrenmal mit der kyrillisch abgefassten Inschrift: „Ewiger Ruhm den Helden / die gestorben sind für die Freiheit / und für die Unabhängigkeit unseres / Vaterlandes“.[1][2]

Grabstätten (Auswahl)

  • Grabstelle von Gastwirt Vincenz Richter, Weingaststätte neben der Frauenkirche.
  • Grabstelle von Otto Walcha, Maler und Schriftsteller. 1957 Kunstpreis der Stadt Meißen.
  • Grabstelle Köhler, mit Relief des kreuztragenden Christi. Köhler war Besitzer der Meißner Granitwerke.
  • Grabanlage Reichel, mit der Skulptur einer trauernden Mutter mit ihrer verstorbenen Tochter von Georg Curt Bauch.
  • Grabanlage der Familie Möbius, Schuhfabrikbesitzer. Eine gestalterisch wertvolle Grabstätte.
  • Grabstätte der Familie Brück (Brück & Sohn). Besitzer vom ehemaligen Papier- und Schreibwarengeschäft in Meißen, Burgstraße 1.

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5, S. 236.
  2. Gerhard Steinecke: Erinnerung an bekannte Meißner, unbekannter Zeitungsartikel.