Moritz von Sachsen
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Der Kurfürst Moritz von Sachsen war Landesherr, Reformer und Stifter der St. Afra Schule in Meißen.
Kurfürst Moritz von Sachsen (1521–1553)
Kurfürst Moritz von Sachsen wurde am 21. März 1521 in Freiberg geboren. Er entstammte dem Haus Wettin und regierte ab 1541 als Herzog von Sachsen sowie ab 1547 als Kurfürst. Moritz war eine politisch einflussreiche Figur der Reformationszeit und spielte eine doppelte Rolle zwischen Kaiser und protestantischem Adel, wobei er geschickt Machtpolitik mit Bildungs- und Kirchenreformen verband.
Gründung der Fürstenschule St. Afra (1543)
Eines seiner bedeutendsten und nachhaltigsten Werke war die Gründung der Fürstenschule St. Afra im Jahr 1543 in Meißen. Die Schule wurde in den Räumen des ehemaligen Augustinerklosters St. Afra eingerichtet, das im Zuge der Reformation aufgelöst worden war. Ziel war es, talentierte Jungen aus allen sozialen Schichten kostenlos zu unterrichten – eine für damalige Verhältnisse revolutionäre Idee.
Diese Einrichtung sollte der Ausbildung eines neuen protestantischen Bildungsbürgertums dienen und hochqualifizierte Theologen, Beamte und Gelehrte hervorbringen. Sie wurde zu einem der ersten Internatsgymnasien ihrer Art und zum Vorbild für weitere „Fürstenschulen“ in Grimma und Schulpforta.
Die Fürstenschule St. Afra entwickelte sich rasch zu einem der angesehensten Bildungsorte im protestantischen Deutschland. Viele bedeutende Persönlichkeiten, darunter Dichter, Philosophen und Wissenschaftler, gingen aus ihr hervor.
Wiedereröffnung als Landesgymnasium für Hochbegabte (2001)
Nach jahrhundertelanger Bildungsarbeit, mehreren Umstrukturierungen und der Schließung am 14. April 1945 wurde die Schule nach der Wiedervereinigung neu ausgerichtet. Im Jahr 2001 wurde sie offiziell als "Sächsisches Landesgymnasium Sankt Afra für Hochbegabte" wiedereröffnet. Seither knüpft die Schule an die humanistische Tradition der Fürstenschule an – nun mit dem Ziel, besonders begabte und motivierte Schüler*innen aus ganz Sachsen und darüber hinaus zu fördern.
St. Afra ist heute eines von nur wenigen staatlichen Hochbegabten-Gymnasien in Deutschland und steht in direkter Nachfolge der von Kurfürst Moritz geschaffenen Bildungsinstitution.
Vermächtnis
Kurfürst Moritz starb bereits im Alter von 32 Jahren, am 11. Juli 1553 bei der Belagerung von Sievershausen. Trotz seines kurzen Lebens hinterließ er ein bleibendes Erbe: politisch durch seine Rolle in der Neuordnung des Reiches nach der Reformation – und kulturell durch die Förderung von Bildung und Wissenschaft.
Sein Name ist untrennbar mit der Gründung von St. Afra verbunden – einem Ort, an dem bis heute nach seinem Ideal gelebt und gelernt wird: dass "Bildung nicht vom Stand, sondern vom Talent" abhängen sollte. Im Meißner Stadtteil Triebischtal wurde am 11. Oktober 1876 die Moritzstraße zu Ehren des Kurfürsten Moritz angelegt.