Michel Victor Acier
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Michel Victor Acier (* 20. Januar 1736 in Versailles; † 16. Februar 1799 in Dresden) war ein Modelleur, Porzellankünstler, Manufakturist und Medailleur. M. V. Acier zählt ab 1764 mit zu den Medailleuren der Königlich-Sächsischen Porzellanmanufaktur Meißen.
Es gibt zudem eine familiäre Verbindung zum berühmten russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893), dessen Urgroßvater M. V. Acier war.
Leben und Werk
Zunächst ist M. V. Acier in Paris tätig und führt dort mehrere große Werke (verschiedene Statuen) für eine Kapelle in Burgund aus. Im Jahre 1764 folgt er der Berufung an die Königlich-Sächsische Porzellanmanufaktur nach Meißen. Dort soll er die von Johann Joachim Kaendler ins Leben gerufene Porzellanplastik zusätzlich beleben. Nach Kaendlers Tod arbeitet er vorwiegend mit den Porzellankünstlern Elsasser, Schönheit und Jüchtzer zusammen.
Im Jahre 1780 folgt er einer Berufung an die Dresdner Akademie und wird 1781 auf eigenen Wunsch pensioniert. Ein Augenleiden hatte zu dieser Entscheidung gezwungen. Er gibt selbst bekannt:
"... und er in dem engen Kreise, in dem er eingeschlossen sei, nicht mehr aus dem Vollen schöpfen könne."
Die Werke M. V. Aciers kamen zwar den klassischen Porzellan-Schöpfungen Kaendlers in Grazie und Klarheit der Silhouette nicht gleich, doch gehören sie trotzdem zu den reizvollsten Schöpfungen aus Porzellan jener Zeit. Michel Victor Acier schuf eine große Anzahl von Einzelfiguren, aber auch Gruppen, Büsten, Musen und Philosophen als Hermen. Über 200 Modelle sind von ihm bekannt, darunter auch Winzer-Figuren, Gärtnerkinder und von 1780 eine Amphora mit Sepiamalerei.[1][2]
Literatur
- Otto Walcha: Meißner Porzellan – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, VEB Verlag der Kunst Dresden, Zweite Auflage, 1975.
- Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan 1975-1979, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1984.
Einzelnachweise
- ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan 1975-1979, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1984, S. 124, 157 und 444.
- ↑ Otto Walcha: Meißner Porzellan – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, VEB Verlag der Kunst Dresden, Zweite Auflage, 1975, S. 153 bis 156, 171, 460, 484 und 490; Abbildung S. 175, 176, 178 und 181.