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Albrechtsburg und Dom in Meißen.

Der Namensursprung des Meißenischen Dialektes lässt sich bis auf das 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Meißner Kanzleisprache diente Martin Luther zum Beispiel als Grundlage seiner Bibelübersetzung und hat also wesentlich zur Herausbildung der neuhochdeutschen Schriftsprache beigetragen. Der Meißenische Dialekt wird den Südostmeißenischen Dialekten zugeordnet und gilt als Dialektgruppe des Obersächsischen.

Obwohl sich jeder Dialekt von Generation zu Generation verändert, haben sich in der Stadt Meißen viele umgangssprachliche Begriffe und Bezeichnungen erhalten. Im Alltag können damit nicht alle umgangssprachlich verwendeten Begriffe von Leuten außerhalb des Sprachraums sofort gedeutet und verstanden werden. Dazu kommen noch die von den Meißnern im Laufe der Zeit geformten Wortbildungen, welche meist recht kurz sind und typische Dinge oder Einrichtungen der Stadt benennen.

Umgangssprachliche Bezeichnung und Erklärung

  • „Überelbsch“: Gemeint ist damit die jeweils gegenüberliegende Seite der Elbe. Die Bezeichnung geht vermutlich auf die Zeit vor der Eingemeindung von Cölln (1901) zurück. Damals war Cölln noch eine selbstständige Landgemeinde. Wer von der Altstadtseite nach Cölln musste, der ging damit nach „Überelbsch“, also praktisch über die Elbe.
  • „Rammeldösch“: Das sagt man über einen völlig in Rage gekommenen Menschen. „Der is dor glei richdsch rammeldösch gewordn.“
  • „Die Manu“: Eine liebvolle Bezeichnung der Meißner für die Porzellanmanufaktur Meißen im Triebischtal.
  • „Das Befsteck“: Ob man dazu Klops, Bulette oder Frikadelle sagt, im Meißner Sprachgebrauch gibt es das Befsteck. Gemeint ist damit ein Bratling aus gemischten Hackfleisch, den man individuell würzen kann. Die Bezeichnung ist auch in anderen sächsischen Regionen bekannt.
  • „Eeback“: Gemeint wird damit das Einback. Es ist eine Backware, die zweimal gebacken zum Zwieback wird.
  • „Baumeln“: Gemeint ist damit das Glockenläuten der Kirchen. „Du gommst glei heem wenn de Glocken baumeln!“
  • „Das Krema“: Gemeint ist damit das Krematorium Meißen Meißen an der Nossener Straße.
  • „Die Strinker“: Damit sind entweder Reste von Äpfeln und Birnen (Strunk) gemeint. Bekannt ist auch der „Abbelgriebsch“. Doch auch ein Strauß Blumen kann damit gemeint sein.
  • „Der Glidscher“: Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein Kartoffelpuffer.
  • „Der Plinsen“: Gemeint ist damit ein Eierkuchen. Es wird jedoch auch gern als Bezeichnung für einen einfältigen Menschen verwendet („Was´n das für e Plinsen?“).
  • „Weesdeholde“: Umgangssprachlich wird das Wort „Weesdeholde“ noch oft für „eventuell“ eingesetzt.
  • „Der Mooler“: Es war die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Bonbon. Wird heute jedoch kaum noch verwendet.
  • „De Meissche“: „Da fahr´n se einfach ma de Meissche (Meis-sche) nuff!“ So würde man in Meißen sagen, wenn man einen ortsfremden Autofahrer in die Meisastraße schicken will.
  • „De Bäbe“: Das Wort „Bäbe“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Topf- oder Napfkuchen.
  • „De Driebsch“: Gemeint ist damit der Fluss Triebisch.
  • „De Funkenkutsche“: Eine liebevolle Bezeichnung für die Meißner Straßenbahn.
  • „De Meppen“: Gemeint sind damit die Augen. „Mach de Meppen uff!“
  • „De Schiene“: Gemeint war damit die Gaststätte im Bahnhof Meißen.
  • „Das Renfdl“: Gemeint ist damit der Brotkanten.
  • „De Lusche“: Die „Lusche“ kann vielseitig eingesetzt werden. Es kann eine Skatkarte ohne Wert sein, oder auch ein Mensch mit wenig Geschick.

Literatur

  • Peter Ufer: Der neue Gogelmosch, SAXO’Pohn GmbH, 2018.