Meißner Ultramarin (Farbe)
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Als Meißner Ultramarin bezeichnet man in Fachkreisen auch noch heute eine blaue Farbe. Die früher zur Pigmentherstellung verwendeten Mineralien wurden einst „über das Meer“ nach Europa gebracht. Im Jahre 1828 erfand der Arkanist und spätere Betriebsinspektor der Porzellanmanufaktur Meißen Friedrich August Köttig das „Meißner Ultramarin“ (Meißner Lasursteinblau) eine Variante des künstlichen Ultramarins. Gleichzeitig entwickelt Köttig mit seinem Mitarbeiter Gnimet ein Verfahren, nach welchem sich die Herstellung in größeren Mengen betreiben lässt. Dieses Herstellungsverfahren erlangte 1829 Fabrikationsreife.
Geschichte
Vermutlich erfand F. A, Köttig das Ultramarin durch Zufall. Köttig war durch ein königliches Reskript vom 12. Mai 1828 beauftragt worden, eine bleifreie Glasur für irdene Gefäße zu entwickeln und die nötigen Versuche dafür anzustellen. Dazu bereitete er zunächst ein Natronsilikat. Um es zähflüssiger zu machen, gab er Ton hinzu. Nach der Verglasung dieser Verbindung, fand er auch nach unzähligen Versuchen, stets eine blaue erdige Substanz vor. Bei genauer Untersuchung der verwendeten Stoffe kam er zur Erkenntnis, dass die blaue Färbung nicht durch Metalloxyde herkam.
Köttigs Versuche
Weitere mühsame Versuche brachten Köttig schließlich zum Ziel. Es gelang ihm ein Verfahren zu entwickeln, welches nicht nur die fabrikmäßige Herstellung größerer Mengen der Farbe erlaubte, sondern auch verschiedenartige Abtönungen ermöglichte. Am 28. Oktober 1828 erstattete Köttig dem damaligen Direktor der königl. Porzellanmanufaktur, den Obersteuereinnehmer von Oppel, Bericht über die Erfindung. Auch der damalige Inspektor der Manufaktur, der spätere Bergrat Kühn, konnte die Erfindung des künstlichen Ultramarin bestätigen. Die Fabrikation der Farbe begann im März 1829. Ein Pfund der ersten Sorte kostete damals 64 Taler, ein Pfund der zweiten Sorte 48 Taler.
Köttigs Verdienste
Köttigs Verdienste wurden jedoch lange von der Öffentlichkeit übersehen, weil seine Erfindung als Eigentum und Geheimnis der Porzellanmanufaktur Meißen angesehen wurde. Eine Veröffentlichung war damit ausgeschlossen. Außerdem verschleierte ein königliches Dekret die Erfindung Köttigs noch zusätzlich, indem man der Farbe den verordneten Namen „künstliches Lasursteinblau“ gab.
Der Reinertrag der von der Porzellanfabrik als Nebenbranche betriebenen Lasursteinblau-Fabrikation hatte im Jahre 1851 seinen Höhepunkt mit 11.503 Talern 12 Neugroschen und 4 Pfennige erreicht. Die Lasursteinblau-Fabrikation übertraf in den Jahren 1846, 1848, 1849 und 1851 sogar den der Porzellanfabrik. Im Jahre 1877 wurde die Fabrikation vom „Meißner Ultramarin“ eingestellt, da der Neubau einer Farbenfabrik offenbar zu kostspielig war. Dem Sächsischen Staat brachte die Herstellung jedoch einen Reinertrag von 314 751 Mark und 78 Pfennig.[1]
Literatur
- Franz Wolf: Das Meißner Ultramarin. In. Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Meißen, Zweiter Band, Kommission bei Louis Mosche, Meissen, 1891.
Einzelnachweise
- ↑ Franz Wolf: Das Meißner Ultramarin. In. Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Meißen, Zweiter Band, Kommission bei Louis Mosche, Meissen, 1891, S. 560 bis 562.