Meißner Schwein (Zuchtrasse)

Meißner Schwein - Sau.
Zuchtrasse Meißner Schweine.

Durch die Weiterzüchtung einer alten Rasse aus der „Lommatzscher Pflege“ entstand die Rasse Meißner Schwein oder auch „Meißner Landschwein“.

Geschichte

Ab 1846

Die Gründung der „Zuchtgenossenschaft für das Meißner Schwein“ und die Entstehung der Rasse „Meißner Gebrauchsschwein“ erfolgte im Jahre 1886. Bereits ab 1846 hatten Meißner Züchter schon damit begonnen, zunächst durch einfache Gebrauchskreuzungen, frühreife Schweine zu züchten, welche schon nach einem Jahr ein Lebendgewicht von 120 bis 150 kg erreichten.

Auf der zweiten DLG-Ausstellung 1888 in Breslau erzielten die dort ausgestellten Tiere insgesamt 23 Preise. Die Rasse wurde daraufhin von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft als eigene Rasse anerkannt. Auch auf weiteren Ausstellungen war die Zuchtrasse Meißner Schwein erfolgreich und erhielt in 25 Jahren fast 200 Preise. Bis 1913 hatte man schon 16 155 Zuchttiere an 1564 unterschiedliche Käufer verkauft. Die Zuchttiere wurden aber auch ins europäische Ausland, sowie nach Argentinien und Südafrika exportiert. Trotzdem war und blieb der Mastferkelverkauf die wichtigste Einnahmequelle der Landwirte.

Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Meißner Züchter als einer von fünf Kreisverbänden und ohne Vertreter in den entscheidenden Gremien weitestgehend abhängig von den Beschlüssen anderer. Das bisher gemeinsame Zuchtziel hatte sich allerdings inzwischen hin zu einem robusteren Tier mit besserer Widerstandsfähigkeit geändert. In der Zeit um 1936 wurde das Meißner Schwein schließlich zur „Deutschen Landrasse“ eingegliedert, dem vormals veredelten Landschwein. Nur noch einzelne Tiere wurden durch wenige Halter, ohne dass eine organisierte Zucht stattfand weitergehalten, obwohl das Fleisch ausgezeichnete Qualität hat.

Nach 1990

Bis 2014 blieb die Mutterlinie dieser Rasse bei einer Familie auf einem Hof bei Lommatzsch erhalten. Mangels Hofnachfolge war das baldige Ende der Zucht abzusehen. Glücklicherweise fanden sich Fachleute der regionalen Schweinezucht um diese Linie doch noch zu erhalten.

Seit 2014 wird das Meißner Schwein wieder in einer Sauenzuchtanlage bei Hirschstein gezüchtet und seit 2020 gibt es wieder die Marke „Meissner Schwein“. Das Fleisch vom Meißner Schwein wird dabei als gut riechend und saftig bezeichnet. Es besitzt zudem eine feine Marmorierung durch intramuskuläres Fett und hat nur wenig Bratverlust. Es gibt im Landkreis Meißen einige Gastronomiebetriebe und Fleischereien die Fleisch vom Meißner Schwein anbieten oder verarbeiten.

Literatur

  • Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Hrsg.): Zur Entwicklung der Schweinezucht und -produktion im Land Sachsen 1850–2000. Schriftenreihe der sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Heft 1, 2003.