Meißner Sagenschatz-Vergiftete Kirschen zu Hirschstein

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Schloss Hirschstein.

Die Episode aus dem Meißner Sagenschatz-Vergiftete Kirschen zu Hirschstein gehört zu den Geschichten und Sagen des Meißner Landes.

Die Sage

Withego I. (gestorben 6. März 1293) war Bischof von Meißen und soll eher ein streitbarer Recke als ein frommer Priester gewesen sein. Er lag bereits eine recht lange Zeit im Streit mit dem Regenten der Markgrafschaft Meißen Friedrich Tuta von Landsberg (1269-1291), welcher auch „Tuta, der Stammler“ genannt wurde. Der noch recht junge Regent hatte bereits mit seinem Heere die Städte Pirna und Dresden erobert und sich auch des bischöflichen Schlosses und dem Bergwerk Scharfenberg bemächtigt. Auch die damalige Bischofsfeste Stolpen brachte er in seinen Besitz.

Erst durch die Vermittlung der Bischöfe von Merseburg und Naumburg legte man die Waffen nieder. Doch konnte Withego I. die Schmach über seine verlorenen Güter einfach nicht verwinden und so schwelte der Streit weiter. Withego I. sann immer wieder darüber nach, wie er sich am jungen Markgraf-Regenten rächen konnte.

Der Markgraf-Regent Friedrich Tuta weilte gern und oft in der alten Markgrafenburg Seußlitz. Dort jagte er eines Tages in den umliegenden Wäldern. Erschöpft und ermüdet kehrte er am Abend auf dem Hirschstein ein. Er wurde gar freundlich vom Schlosskaplan empfangen und zur Erfrischung wurden Friedrich Tuta die herrlichsten Kirschen gereicht. Gern griff der Markgraf-Regent zu und labte sich an den Früchten. Doch kaum hatte er die ersten Kirschen verzehrt, brach er zusammen und starb kurz darauf unter qualvollen Schmerzen. Die Kirschen waren vergiftet.

Wie die Sage weiter berichtet, hatte Bischof Withego I. die gesamte Dienerschaft auf Hirschstein bestochen. Mit dem Mordplan wollte er endlich seinen Widersacher aus dem Wege räumen. Zudem soll das alte Sprichwort „Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen“ mit dieser Begebenheit in Verbindung stehen.

Hintergründe

Der damals erst 22-Jährige Markgraf-Regent Friedrich Tuta von Landsberg soll demnach am 16. August 1291 bei einem Jagdfeste zu Hirschstein tatsächlich eine plötzlichen Todes gestorben sein. Allerdings tritt die Sage von einer Vergiftung mittels Kirschen erst später auf. Markgraf-Regent von Meißen Friedrich Tuta von Landsberg wurde in der Kirche zu Seußlitz begraben.

Literatur

  • Johann Georg Theodor Gräße: Der Sagenschatz des Königreiches Sachsens, Verlag von G. Schönfeld´s Buchhandlung, Dresden 1855.
  • Hans-Jürgen Pohl: Geschichten und Sagen des Meißner Landes, Verlags-, Werbe- und Philaservice Robert Schmidt, Oschatz, 2006.