Meißner Sagenschatz-Kaiser Karl V. ritt die Roten Stufen hinauf

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Die Roten Stufen am Prälatenhaus.

Die Episode aus dem Meißner Sagenschatz-Kaiser Karl V. ritt die Roten Stufen hinauf gehört zu den Geschichten und Sagen des Meißner Landes.

Über den Besuch Kaiser Karl V. am 22. April 1547 in Meißen gibt es zwei Begebenheiten, über welche noch heute eine alte Sage erzählt. Kaiser Karl V. folgte damals einer Einladung des Bischofs von Meißen.

Die Sage

Als Kaiser Karl V. über den hölzernen Steg an der Triebischmündung (heute Karlsbrücke) ritt hielt er kurz an und betrachtete ausgiebig das schöne Elbtal. Dabei soll er gesagt haben, dass ihn diese Gegend lebhaft an Italien erinnert. Seither soll die damals kleine Holzbrücke vom Volksmund den Namen „Karlssteg“ bekommen haben. Der Kaiser soll damals in großer Eile gewesen sein und wollte auf schnellsten Wege zur bischöflichen Residenz auf dem Burgberg gelangen. Als er schließlich auf der Burgstraße hinaufgeritten kam, musste er feststellen, dass der Hohlweg mit den Wagen und Pferden seines eigenen Gefolges völlig blockiert war. An ein Weiterkommen war nicht zu denken. Kurzentschlossen gab er seinen Pferd die Sporen und ritt mit ihm die Roten Stufen hinauf. Dadurch hatte er die Höhe viel eher erreicht als seine Vasallen.

Um den Meißner Bischof, welchem nach der Reformation 1539 nur noch das katholisch verbliebene Domkapitel unterstand, erneut die Reichsfürstenwürde zu bestätigen, gestattete der Kaiser das Anbringen des kaiserlichen Wappens, ein schwarzer Doppelkopfadler mit roter Bewehrung auf goldenem Schild, nebst der lateinischen Inschrift „Karl V., römischer Kaiser, immer erlaucht“. Das Schild befindet sich noch heute über dem Eingang zum Hof des bischöflichen Palast auf dem Meißner Burgberg. Zusätzlich stellte er der Stadt Meißen einen Schutzbrief aus.

Hintergründe

  • Der Aufenthalt Kaiser Karls V. in Meißen ist im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den evangelisch-lutherischen Schmalkaldischen Bund zu sehen. Der Krieg endete mit der Niederlage des kursächsischen-wittenbergischen Heeres unter Kurfürst Johann Friedrich den Großmütigen am 24. April 1547 bei Mühlberg.
  • Die aus dem „Karlssteg“ später entstandene „Karlsbrücke“ gibt es noch heute an der Uferstraße.
  • Der Ritt die Roten Stufen zum Burgberg hinauf ist durchaus denkbar. Neben einem Stufenweg gab es einst noch an vielen Stellen einen Pfad nebenher. Stufen gab es bis um 1750 auch nur im oberen und steileren Abschnitt, ungefähr ab dem Grundstück Freiheit Nr. 4.
  • Der für die Stadt Meißen ausgestellte kaiserliche Schutzbrief blieb erhalten und gehört heute zu den Beständen des Stadtmuseums Meißen.

Literatur

  • Johann Georg Theodor Gräße: Der Sagenschatz des Königreiches Sachsens, Verlag von G. Schönfeld´s Buchhandlung, Dresden 1855.
  • Hans-Jürgen Pohl: Geschichten und Sagen des Meißner Landes, Verlags-, Werbe- und Philaservice Robert Schmidt, Oschatz, 2006.