Meißner Sagenschatz-Der gestürzte Wappenschild

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Zugangsportal zur Georgskapelle im Meißner Dom.

Die Episode aus dem Meißner Sagenschatz-Der gestürzte Wappenschild gehört zu den Geschichten und Sagen des Meißner Landes.

Die Georgkapelle ist die Grabkapelle Herzogs Georg des Bärtigen (1471-1539) und seiner Gemahlin, der Herzogin Barbara (1478–1534). Die kupferbedeckte Grabkapelle befindet sich am Meißner Dom als Anbau am Südwestturm und ist nur von der Fürstenkapelle zugänglich.[1]

Die Sage

Bei Restaurierungsarbeiten in der Begräbniskapelle Herzog Georgs im Meißner Dom im Jahre 1988 wurde das auf eine Bronzetafel gemalte Große sächsische Herzogswappen wieder an seinen ursprünglichen Anbringungsort – über der Eingangspforte innen im Raum – befestigt. Am Wappenschild knüpft sich folgende Sage:

In einer Nacht Anfang April 1539 hörte man aus der kurfürstlichen Begräbniskapelle plötzlich ein mächtiges Klirren und Poltern. Allerdings wagte sich keiner in der Nacht hinein. Erst am nächsten Morgen fand man im Kapellenraum, welchen Herzog Georg für sein und seiner Gemahlin Begräbnis hatte anbauen lassen, die genannte Wappentafel aus Bronze herabgestürzt auf dem Steinfußboden liegen.

Der Absturz der Tafel wurde damals gleich als ein unheilvolles Omen gehalten. Tatsächlich verstarb nur wenige Tage später der sächsische Herzog Georg der Bärtige. Er wurde nun in der von ihm begründete Grabkapelle beigesetzt. Für viele Meißner war mit dem Tode des Herzogs auch das unheilvolle Omen eingetreten. Man war nun davon überzeugt, dass das herabstürzen des Wappenschildes die Vorankündigung des Todes des Herzogs war.

Hintergründe

Gerade bei Todesfällen fürstlicher Persönlichkeiten, versuchte man oft, die Ereignisse irgendwelcher Art als abergläubige Vorankündigung des nahen Todes zu deuten. Ob der herabgestürzte Wappenschild tatsächlich ein unheilvolles Omen darstellte wurde nie geklärt. Allerdings blieb die Sage erhalten. Herzog Georg der Bärtige verstarb am 17. April 1539 in Meißen.

Literatur

  • Johann Georg Theodor Gräße: Der Sagenschatz des Königreiches Sachsens, Verlag von G. Schönfeld´s Buchhandlung, Dresden 1855.
  • Hans-Jürgen Pohl: Geschichten und Sagen des Meißner Landes, Verlags-, Werbe- und Philaservice Robert Schmidt, Oschatz, 2006.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 58 und 59.