Meißner Sagenschatz-Der Totenkopf zu Batzdorf

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Dorfkirche Sora bei Klipphausen.

Die Episode aus dem Meißner Sagenschatz-Der Totenkopf zu Batzdorf gehört zu den Geschichten und Sagen des Meißner Landes.

Im Schloss Batzdorf bei Klipphausen soll sich einst einmal diese Begebenheit zugetragen haben. Demnach soll es in einem Raume des I. Obergeschosses in einer mit einer eisernen Gittertür verschlossenen Nische den Rest eines Totenschädels geben, von welchem es die folgende Sage gibt.

Die Sage

Auf dem Schlosse zu Batzdorf soll einmal ein Ochsenjunge einige Zeit die Stelle eines Küchengehilfen versehen haben. Der Junge soll ein zuverlässiger und fleißiger Arbeiter gewesen sein. Eines Tages fehlte in der herrschaftlichen Küche ein silberner Löffel, und da man ihn auch nicht mehr wiederfand, fiel der Verdacht auf den Jungen. Dieser bestritt jedoch die angebliche Tat und so brachte man ihn zur Folter. Dort bekannte er sich unter großen Schmerzen für schuldig und er wurde daraufhin zum Tode verurteilt.

Noch auf dem Schafott stehend, rief der Unglückliche nochmals Gott zum Zeugen seiner Unschuld an und bat ihn, zum Beweis seiner Schuldlosigkeit sein Haupt niemals aus dem Hause des Geschehens entfernen zu lassen. Daraufhin wurde der arme Junge geköpft.

Als sein Körper von der Richtstätte weggebracht worden war, da fand man plötzlich sein Haupt in der Küche, wo jener Diebstahl vorgefallen war, wieder. Mehrmals hatte man nun den Kopf des Jungen eingegraben und später sogar in die Elbe geworfen, aber immer stand der Kopf tags darauf wieder am selben Ort. Schließlich gab man es auf den Kopf aus dem Hause zu entfernen, und stellte ihn zum ewigen Gedenken in jene Wandnische, die man dann noch zusätzlich mit einer Gittertür verschloss.

Nur kurze Zeit nach der Hinrichtung soll man jedoch den wahren Dieb gefunden haben. Als die Dachdecker mit dem Ausbessern des Schornsteines beschäftigt waren, fand man dort ein Elster- oder Rabennest. Darin befand sich der silberne Löffel und noch anderes gestohlenes Gut. Der arme Küchenjunge war also unschuldig hingerichtet worden.

Hintergründe

Von diebischen Vögeln wird in alten Sagen immer wieder berichtet. Meist handelt es sich dabei um Raben oder Elstern. Nicht selten geriet zunächst das Personal in Verdacht einen Diebstahl begangen zu haben, wenn etwas im Hause der Herrschaft fehlte.

Literatur

  • Johann Georg Theodor Gräße: Der Sagenschatz des Königreiches Sachsens, Verlag von G. Schönfeld´s Buchhandlung, Dresden 1855.
  • Hans-Jürgen Pohl: Geschichten und Sagen des Meißner Landes, Verlags-, Werbe- und Philaservice Robert Schmidt, Oschatz, 2006.