Meißner Sagenschatz-Der Fähnrich von Scharfenberg

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Die Fähnrich-Figur auf Schloss Scharfenberg.

Die Episode aus dem Meißner Sagenschatz-Der Fähnrich von Scharfenberg gehört zu den Geschichten und Sagen des Meißner Landes.

Noch heute kann der Besucher über dem Eingangstor des Schlosses Scharfenberg das Bildnis eines geharnischten Mannes erleben. Ursprünglich befand sich die Figur zunächst am elbseitigen Flügel des Schlosses und war viel höher angebracht. Nachdem 1783 ein Blitzschlag den Gebäudetrakt und schönsten Teil des Schlosses vernichtet hatte, stellte man das Bildnis im Schlosshof auf. Erst im Jahre 1836 kam die Figur an die jetzige Stelle. Eine alte Sage berichtet über diese Figur.

Die Sage

Im Dreißigjährigen Krieg, vermutlich um 1634, fiel die Burg Scharfenberg durch Verrat in die Hände der Schweden. Recht bald war der Widerstand der nur wenigen Verteidiger durch die Schweden gebrochen. Allerdings war der Fahnenträger der recht kleinen Burgbesatzung ein tapferer Krieger, denn er verteidigte das ihm anvertraute Banner. Immer weiter wurde der Fähnrich dabei durch die Angreifer zurückgedrängt, bis es auf den äußersten Zinnen der Burg schließlich kein Entrinnen mehr gab. Als nun der Fähnrich keinen anderen Ausweg mehr sah, stürzte er sich mit der Fahne von den Burgzinnen in die Tiefe. Dabei verfing sich jedoch der recht lebhafte Wind im großen Fahnentuch. Die Fahne blähte sich auf und wurde zum Fallschirm. Der Fähnrich soll dadurch sanft und ohne einen Schaden zu nehmen am Fuße der Burg gelandet sein. Er hatte den Sturz überlebt und das Banner vor den Schweden gerettet. Trotzdem wurde die Burg durch die Angreifer zerstört. Die Figur über dem Tor soll jenen tapferen Fahnenträger darstellen.

Hintergründe

Die Figur stellt einen Krieger in römischer Rüstung mit Fahnenlanze und langwallendem Barte dar. Das Wappen auf dem Schild ist das Wappen derer von Miltitz. Der einstige Anbringungsort hoch oben am Schlossflügel über der Elbe sowie die Erinnerungen an den Dreißigjährigen Krieg könnten zu dieser Sage geführt haben. In einer alten Fassung der Sage aus dem Jahre 1829 wird jedoch noch nichts über den mutigen Sprung des Fähnrichs berichtet. Allerdings berichtet man über den Tod des Fähnrichs bei der Erstürmung der Burg durch die Schweden.

Literatur

  • Johann Georg Theodor Gräße: Der Sagenschatz des Königreiches Sachsens, Verlag von G. Schönfeld´s Buchhandlung, Dresden 1855.
  • Hans-Jürgen Pohl: Geschichten und Sagen des Meißner Landes, Verlags-, Werbe- und Philaservice Robert Schmidt, Oschatz, 2006.