Meißner Posaunenmission

Die Meißner Posaunenmission ist eine alte Tradition des geblasenen Chorals. Die Posaunenmission ist dabei ein Gebetsruf, welcher meist vom Turm der Frauenkirche in der Altstadt von Meißen erklang und deren Posaunentöne hinaus in die Welt – ins Meißner Land getragen wurden.
Geschichte
Die Tradition des „geblasenen Chorals“ geht bis in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Kriege zurück. Im Jahre 1924 folgten auch die Meißner Kirchengemeinden dem Beispiel Pastor Kuhlos, des damaligen westfälischen Posaunengenerals und begannen in Meißen ihre Posaunenmission auszuüben. Erstmals wurde nun auch in Meißen durch Kantor Müller an der Trinitatiskirche in Zscheila ein Posaunenchor gegründet, der die Aufgaben im regelmäßig geübten Gebetsruf erkannte. Damals folgten viele Meißner Kirchen der Anregung und es bildeten sich fast überall Posaunen-Chöre, die über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt wurden. Die einst noch schulmäßig geübte Tätigkeit wurde recht schnell zur Fertigkeit und reifte zur Volkskunst.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 schmolz der Kreis der Bläser zusammen. Der letzte Posaunen-Chor löste sich auf, als Kantor Müller zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Der ethische Gedanke an die Posaunen-Mission ging in den folgenden Wirren der Zeit unter.
nach 1945
Als Kantor Müller aus der Kriegsgefangenschaft nach Meißen zurückkehrte entstand erneut ein Posaunen-Chor aller Meißner Kirchgemeinden. An einem Sonnabend im August 1949 rief erstmals nach dem Krieg ein geeinter Posaunen-Cohr vom Helm der Frauenkirche herab und gab den Menschen damit ein Gefühl des Friedens.[1]
Literatur
- Pressemeldung: Die Posaunenmission. In. Neue Zeit, Tageszeitung Nr. 197, Mittwoch 24. August 1949.
Einzelnachweise
- ↑ Pressemeldung: Die Posaunenmission. In. Neue Zeit, Tageszeitung Nr. 197, Mittwoch 24. August 1949, S. 4.