Meißner Porzellanglockenspiele (Buch)


Das Buch Meißner Porzellanglockenspiele (Buch) ist eine Publikation aus dem Jahre 1987 vom Meißner Autor Helmut Dämmig. Im Jahre 1993 gab es eine Nachauflage. Der Autor betrachtet in der Publikation die Geschichte der Porzellanglockenspiele aus Meißner Porzellan. Er stellt dabei erstmals eine informative Übersicht aller Porzellanglockenspiele aus der Porzellanmanufaktur Meißen vor. Dabei gibt er ebenfalls Hinweise auf einst geplante Glockenspiele und auch auf die nicht mehr vorhandene Spiele.
Die Publikation wurde von „Meißen-Information herausgegeben und die Gestaltung hatte M. Hammer aus Meißen übernommen. Gedruckt wurde die Publikation von der Druckerei Thieme ebenfalls in Meißen. Das Buch „Meißner Porzellanglockenspiele“ umfasst 72 Seiten und gehört mit zu den Publikationen der Meißner Literatur, welche vor 1990 erschienen sind.
Hintergrund
Helmut Dämmig hatte sich lange Zeit mit dem Medium „Meißner Porzellan“ und „Porzellanglockenspiele“ beschäftigt, welche einst alle in seiner Heimatstadt Meißen entstanden sind. Die Glockenspiele aus „Weißem Gold“ hatten ab 1929 ihre Wege in viele Richtungen angetreten und erklingen regelmäßig nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und Asien.
Besonderheit
Die vorliegende Publikation von H. Dämmig ist das Ergebnis einer langjährigen gemeinsamen Forschungsarbeit von „Ost und West“, welche bereits schon Jahre vor der politischen Wende 1989, reife Früchte trug. Gemeinsam, mit der Bremerin Annelene Raasch hatte der Autor versucht die Meißner Porzellanglockenspiele nicht nur in Meißen sondern in ganz Deutschland aufzuspüren. In der Zeit der beiden deutschen Staaten war das häufig nicht so einfach.
Das Buch
Nach einem Vorwort von M. Hammer über die einzigartige Klangwelt des Materials „Porzellan“, berichtet Helmut Dämmig über die ersten misslungenen Versuche ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan herzustellen. Johann Joachim Kaendler hatte bereits 1737 entsprechende Forschungen betrieben, allerdings waren die Ergebnisse recht unbefriedigend. Die Versuche wurden daraufhin wieder eingestellt.
Erst um 1927 war es in der Porzellanmanufaktur im Triebischtal gelungen stimmbare Porzellanglocken herzustellen. Am 1. Juni 1929 erklang dann erstmals ein abgestimmtes Glockenspiel gegen 12 Uhr an der Meißner Frauenkirche. Helmut Dämmig gibt im Buch ebenfalls Auskünfte zur Spieltechnik und Spielmechanik. Er stellt anschließend die eigentlichen „Schaffer“ der Porzellanglockenspiele aus Meißner Porzellan, Emil Paul Börner, Max Hermann Dietze und Ernst Fritz Gottschling vor.
Standorte
Ab Seite 34 folgt erstmalig die komplette Übersicht der Standorte von Porzellanglockenspielen in der DDR, der BRD, in Polen, Österreich und Japan. Alle Glockenspiele werden dabei einzeln näher beschrieben. Zum Schluss gibt es noch die interessante Betrachtung der Fragen: „Was ist eigentlich ein Glockenspiel und was ist ein Geläut?“ und „Wie viele einzelne Glocken müssen vorhanden sein um von einem Glockenspiel zu sprechen?“ Auch diese Fragen werden im Buch geklärt. Im Nachwort richtet der Autor einen besonderen Dank an die vielen freundlichen Helfer, welche das Buchprojekt mit entsprechenden Informationen unterstützt hatten. Besonders die Porzellanglockenspiele in der BRD, Österreich oder Japan waren in dieser Zeit nicht so leicht für den Autor erreichbar.
Dank galt dabei auch der Autorin Annelene Raasch aus Bremen, welche einige Jahre ihrer Kindheit in Meißen verbracht hatte. Annelene Raasch wird später das Buchprojekt von Helmut Dämmig fortsetzen.
Literatur
- Helmut Dämmig: Meißner Porzellanglockenspiele, Meißen-Information, 1987, Nachauflage 1993.
- Annelene Raasch: Glockenspiele aus Meissener Porzellan, Verlag Hauschild, Bremen 1994.