Meißner Glidscher mit Abbelmus.

Meißner Glidscher sind eine sächsische Kartoffelpuffer-Variante. Der Kartoffelteig kann dazu süß oder leicht pikant zubereitet werden. Für die Meißner Kartoffelpuffer-Variante, die im Meißner Volksmund schlicht als „Glidscher“ bezeichnet wird, darf die Zwiebel nicht fehlen. Der Name „Glidscher“ stammt dabei vermutlich vom sächsischen Wort „Neinglidschen“ = „Hineinwerfen“ ab. Beliebt sind Glidscher in der Meißner Region bei Jung und Alt. Nach dem Braten im heißen Fett werden die Glidscher noch mit Apfelmus bestrichen oder mit Zucker bestreut.

Die Glidscher

Die Kartoffel ist der Hauptbestandteil der Glidscher. Eine bevorzugte Sorte gibt es nicht, da man bei der Teigzubereitung die gewünschte Konsistenz mit dem Zusatz von Kartoffelstärke oder Mehl ausgleichen kann. Eine fein gehackte Zwiebel wird dem Teig, ob süße oder deftige Variante, stets beigegeben. Am häufigsten kommen Meißner Glidscher direkt aus der Bratpfanne auf dem Teller und werden heiß als Hauptmahlzeit gegessen. Nicht verzehrte Glidscher können am gleichen Tag auch noch kalt verzehrt werden. Glidscher sind kein Saisongericht und werden ganzjährig zubereitet.

Geschichte

Die sogenannten „Neuen Kartoffeln“ wurden einst auf Bestellung im Herbst und im Zuge der Aktion Einkellerungskartoffeln an die einzelnen Haushalte ausgeliefert. Die angelieferten Kartoffeln lagerte man damals noch im heimischen Keller als Wintervorrat ein. Erst ab den 1980er Jahren war überall in der Stadt eine Versorgung mit Kartoffeln in Netzen verpackt ganzjährig gewährleistet. Bevor die Kartoffeln eingelagert wurden, musste noch jede einzelne Kartoffel auf eventuelle Schäden begutachtet und wenn notwendig, ausgesondert werden. Die schadhaften Kartoffeln wurden dann in den kommenden Tagen für Glidscher oder auch Klöße verwendet. Besonders bei Kindern sind Glidscher als süße Leckerei beliebt. In den 1970er und auch noch in den 1980er Jahren waren Glidscher auf dem Meißner Weihnachtsmarkt anzutreffen. Eine Verkaufsbude befand sich direkt am Rathaus und war stets dicht umlagert.

Rezept

Für den Teig verwendet man große oder mittelgroße Kartoffeln. Zudem werden 3 Eier, 6 gehäufte Esslöffel Mehl, 100 bis 150 g Fett, eine mittelgroße Zwiebel und etwas Salz benötigt.

Zunächst die gewaschenen und geschälten Kartoffeln auf einem groben Reibeisen reiben. Dazu die fein gehackte Zwiebel geben. Überschüssiges Wasser abgießen und aufheben (Kartoffelstärke). Die Eier mit etwas Salz verrühren und in die Teigmasse einrühren. Nun wird das Mehl dazu gemischt bis eine leicht breiartige Masse entsteht. Sollte die Masse zu dick sein, noch etwas vom Kartoffelwasser oder etwas Milch beigeben.

Das Fett in der Pfanne erhitzen und löffelweise den Kartoffelteig hineingeben. Dabei die Masse strohalmdick glattstreichen. Die Glidscher sollten im Fett leicht schwimmen. Mit einem Pfannenwender prüfen ob die Unterseite angebräunt ist und dann den Bratling wenden.

Meißner Glidscher sollten heiß serviert und je nach Belieben mit Apfelmus oder Zucker gegessen werden. Zu Glidscher wurde meistens ein kräftiger Malzkaffee getrunken.